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Stellenabbau bei Siemens Streit mit IG Metall eskaliert

Die Siemens-Krise wegen eines geplanten Stellenabbaus in den Bereichen Kraftwerkstechnik und Antriebstechnik eskaliert: Ein Treffen von Managern und Betriebsräten musste abgebrochen werden, wie die IG-Metall berichtet.
26.10.2017 - 15:29 Uhr Kommentieren
Die Sparten Kraftwerkstechnik sowie Automatisierungs- und Antriebstechnik gehören mittlerweile zu den Krisensparten bei Siemens. Ein Stellenabbau ist unausweichlich, Quelle: AP
Siemens

Die Sparten Kraftwerkstechnik sowie Automatisierungs- und Antriebstechnik gehören mittlerweile zu den Krisensparten bei Siemens. Ein Stellenabbau ist unausweichlich,

(Foto: AP)

München Ein Treffen von Managern mit Siemens-Betriebsräten über den geplanten Stellenabbau in zwei Krisen-Sparten ist mit einem Eklat zu Ende gegangen. „Die Arbeitnehmerseite hat die Sitzung abgebrochen“, berichtete der Siemens-Beauftragte der Gewerkschaft IG Metall am Donnerstag.

Die Betriebsräte seien empört gewesen, dass Siemens nur Altbekanntes zur Lage in der Kraftwerkstechnik sowie Automatisierungs- und Antriebstechnik referiert habe. Ein Siemens-Sprecher bestätigte nur, dass das Treffen nach etwa zwei Stunden zu Ende gegangen sei, wollte aber zum Inhalt nichts sagen.

Seit rund einer Woche herrscht Unruhe in den beiden Sparten, nachdem Pläne für einen weiteren Stellenabbau durchgesickert waren. Insidern zufolge sind mehrere Tausend Arbeitsplätze in Gefahr. Die Arbeitnehmervertreter hatten deshalb kurzfristig gedrängt, die Sitzung des Wirtschaftsausschusses vorzuverlegen, um mehr über die Vorstellungen der Konzernspitze zu erfahren. Sie zeigten sich aber enttäuscht.

Was mal alles Siemens war
Siemens will sechs Milliarden Euro sparen
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Siemens Hausgeräte

Die bekannten Waschmaschinen, Kaffeeautomaten oder Staubsauger mit dem Siemens-Logo stammen in der Regel vom Gemeinschaftsunternehmen Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH), das bereits seit 1967 existiert. Im Jahr 2013 stieg der BSH-Umsatz um 7 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Inzwischen hat sich Siemens aus dem Geschäft ganz zurückgezogen und die Anteile für drei Milliarden Euro an den Partner Bosch verkauft.

(Foto: dapd)
Siemens Gamesa
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Das Geschäft mit Windturbinen hat Siemens im Jahr 2016 mit der spanischen Firma Gamesa zusammengelegt zu „Siemens Gamesa“. An der neuen Gemeinschaftsfirma hält Siemens 59 Prozent.

Im November 2017 besuchte die britische Königin Elizabeth ein Werk des Unternehmens in Kingston upon Hull (Bild).

(Foto: AFP)
Siemens Hörgeräte
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Die Hörgerätetochter wollte Siemens ursprünglich an die Börse bringen. Nun verkauft der Konzern sie für 2,15 Milliarden Euro. Die neuen Eigentümer sind der schwedische Finanzinvestor EQT und die Hexal-Gründerfamilie Strüngmann. Sollte sich das Geschäft gut entwickeln, bekommen die Münchner über einen Besserungsschein noch einen Nachschlag. Siemens bleibt mit 200 Millionen Euro Vorzugskapital an der traditionsreichen Tochter beteiligt.

(Foto: dpa)
Osram
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Osram

„Licht ist Osram“, lautet der Werbespruch von Osram. Von 1978 bis 2013 gehörte der Hersteller zu Siemens, dann brachte der Mutterkonzern die Tochter an die Börse. Die Siemens-Aktionäre wurden beteiligt. Der Markt ist jedoch im Umbruch, die Preise für LED-Leuchten sind wegen der großen Konkurrenz unter Druck. Der Hersteller fährt deswegen einen Sparkurs und streicht Stellen.

(Foto: dpa)
Gigaset bilanziert zweites Quartal
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Gigaset

Das Geschäft mit schnurlosen Telefonen hat Siemens im Jahr 2008 an den Finanzinvestor Arques verkauft, der seit 2011 als Gigaset AG firmiert. Ein Streit über den Verkaufspreis zog sich bis weit in das Jahr 2010 hin, Siemens verzichtet schließlich wohl auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

(Foto: dapd)
huGO-BildID: 8061727 ** ARCHIV ** Ein Stopschild ist am 28. Sept. 2006 in Kamp-Lintfort an einer Produktionshalle des Handy-Herstellers BenQ zu sehe
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Siemens Mobile

Der Verkauf der Handy-Sparte an den taiwanischen Elektronikkonzern 2005 war für Siemens ein unrühmliches Kapitel. Das Rennen mit Branchengrößen wie Nokia konnte Siemens nicht mithalten, doch auch unter den neuen Besitzer hatte das Unternehmen keine Zukunft. Die Firma mit etwa 7000 Mitarbeitern stellte Ende 2006 die Produktion ein.

(Foto: ap)
huGO-BildID: 31796967 FILES - A general view of Nokia Siemens Networks in Espoo on November 23, 2011. Finnish telecom equipment maker Nokia is buying
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Siemens Networks

Das Geschäft mit der Ausrüstung für Telefonnetze brachte Siemens im Jahr 2007 in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia ein. Nokia Siemens Networks machte danach etliche Sparrunden durch. Anfang Juli kündigte Siemens den Verkauf seines 50-Prozent-Anteil für 1,7 Milliarden Euro an Nokia an.
Siemens hatte bereits seit langem den Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen gesucht. Mit dem Verkauf des NSN-Anteils treibe das Unternehmen die „Fokussierung auf unser Kerngeschäft weiter konsequent voran“, teilte Joe Kaeser, damals Siemens-Finanzvorstand, mit.

(Foto: AFP)

Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ könnten allein in Deutschland fünf von neun Standorten in der umsatzstärksten Siemens-Sparte geschlossen werden, darunter Görlitz, Erfurt, Leipzig und Offenbach, an denen zusammen mehr als 2000 Menschen für Siemens arbeiten. In Mülheim und Berlin sollten ebenfalls Stellen gestrichen werden.

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    Insgesamt könnten in Deutschland „mindestens 3000, sogar eher 4000 Arbeitsplätze“ betroffen sein, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Betriebsbedingte Kündigungen solle es aber nicht geben. Der Abbau werde sich über mehrere Jahre hinziehen.

    In der Kraftwerkssparte von Siemens arbeiten weltweit rund 30.000 Menschen, davon 12.000 in Deutschland. Im dritten Quartal 2016/17 buchte die Sparte „Power & Gas“ (PG) 41 Prozent weniger Neuaufträge. Siemens laboriert in dem Geschäft daran, dass die großen Turbinen, auf die man bisher gesetzt hat, kaum noch gefragt sind.

    Der Gewinn sackte um fast ein Viertel ab. In der Sparte Automatisierungs- und Antriebstechnik hatte Siemens schon vor gut einem Jahr 1700 Stellen in Deutschland gestrichen, weil die Nachfrage aus der Bergbau- und Ölindustrie geringer ausfiel. In der Kraftwerkstechnik ist die letzte Sparrunde zweieinhalb Jahre her.

    Betriebsbedingte Kündigungen sind bei Siemens seit 2010 ausgeschlossen, wenn nicht Betriebsrat und IG Metall zustimmen. Die Standort- und Beschäftigungsvereinbarung schließt unter den gleichen Bedingungen auch die Schließung ganzer Fabriken aus.

    • rtr
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