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Stellenabbau Schulz schimpft über „asoziales“ Siemens-Vorgehen

Die Ankündigung von Siemens, 6900 Stellen abzubauen, sorgt für Wut unter den Beschäftigten, den Gewerkschaften und der Politik. Auf einer Kundgebung machen die Beteiligten ihrem Ärger Luft. Auch Streiks sind möglich.
Update: 23.11.2017 - 15:56 Uhr 8 Kommentare

„Eigentum verpflichtet“ – Siemens-Mitarbeiter erhalten Rückendeckung von Schulz

Berlin Siemens droht ein zäher Kampf mit den Gewerkschaften um den Abbau von knapp 7000 Stellen im Geschäft mit Turbinen und Generatoren. IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner kündigte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag eine lange Auseinandersetzung an: „Wenn das die neue Unternehmenskultur bei Siemens ist, können wir das auch in die Länge ziehen.“ Sogar Streiks sind möglich - es wären die ersten bei Siemens seit den 1990er Jahren.

Auf der gleichen Veranstaltung forderte Kerner Siemens auf, vor Aufnahme von Gesprächen auf die Schließung von mindestens zwei Werken vorab zu verzichten: „Wir werden nicht auf der Grundlage von Schließungsplänen verhandeln. Siemens ist kein Sanierungsfall.“ Das Unternehmen will die Verhandlungen so rasch wie möglich aufnehmen. „Es ist niemandem geholfen und zuallerletzt den betroffenen Mitarbeitern, wenn wir nicht in einen Dialog kommen und Lösungswege finden.“ Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn forderte den Vorstand auf, die Pläne zurückzunehmen und mit den Arbeitnehmern alternative Konzepte zu entwickeln.

Zu der Protestaktion am Donnerstag waren Mitarbeiter aus ganz Deutschland gekommen. Begonnen hatte sie mit einem Korso von 175 Fahrzeugen quer durch Berlin zu einem Luxushotel, in dem sich seit Mittwoch alle deutschen Siemens-Betriebsräte zu ihrer jährlichen Tagung trafen. Siemens-Arbeitsdirektorin Janina Kugel versuchte den Abbau vor den Betriebsräten nochmals zu erklären: „Ein 'Weiter so' geht nicht.“ In der Kraftwerkstechnik handele es sich nicht um konjunkturelle Schwankungen, die man im Konzern mit Quersubventionierungen ausgleichen könne. „Wo ein Markt sich strukturell verändert und damit auch Verluste einfährt, müssen sie handeln.“

SPD-Chef Martin Schulz nannte das Verhalten des Konzerns auf einer Protestkundgebung in Berlin, an der nach Angaben der IG Metall rund 2500 Mitarbeiter teilnahmen, „asozial“ und appellierte an die soziale Verantwortung von Siemens-Chef Joe Kaeser.

Kaeser wies in einem offenen Brief an SPD-Chef Schulz den Vorwurf zurück, Siemens habe zu spät auf den Wandel in der Energietechnik reagiert. Mitschuld daran habe die „in der Sache richtige, aber in Ausführung und Timing höchst unglücklich umgesetzte Energiewende“. „Dass es unseren Wettbewerbern noch viel schlechter geht, ist in dieser Situation wenig tröstlich. Sie macht aber deutlich, dass es sich hier um keine hausgemachten Probleme handelt.“

Der Konzern sei mit der Tochter Siemens Gamesa schließlich auch einer der führenden Hersteller von Windkraftanlagen. Allerdings werden dort ebenfalls 6000 Stellen abgebaut – auch in Deutschland. Siemens Gamesa nahm am Donnerstag die Verhandlungen über die Streichung von 272 Stellen in Spanien auf.

Tränen, Wut und Parolen – wie die SPD die Siemens-Mitarbeiter mobilisiert

Kaeser betonte, er wolle nicht die gleichen Fehler machen wie seine Vorgänger: „Siemens hat Anfang des Jahrtausends seine Wurzeln, das Telekommunikations-Geschäft, unrühmlich aufgeben müssen, weil es sich den Realitäten verweigert hat.“ Der Niedergang der Sparte habe die ganze Firma ins Wanken gebracht. „Das darf uns nicht wieder passieren.“

Siemens hatte vor einer Woche wegen der absehbaren Auftragsflaute in der Kraftwerkstechnik und bei Generatoren die Streichung von 6900 Stellen angekündigt, die Hälfte davon in Deutschland. Mindestens zwei Werke in Görlitz und Leipzig sollen geschlossen, das in Erfurt verkauft werden.

Das fordert die IG Metall
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8 Kommentare zu "Stellenabbau: Schulz schimpft über „asoziales“ Siemens-Vorgehen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Lieber Herr Schulz,
    bitte hören Sie auf unser Land runterzuwirtschaften. Ihre ewig rückwärtsgewandten Frasen sind mittlerweile nur lächerlich und ein Hohn für alle Einwohner unseres Landes. Gehen Sie doch einmal 10 Jahre in den Urlaub. Tut Ihnen und Deutschland bestimmt gut.

  • Martin,

    dumme und unfähige Politiker/-innen hätte ich auch unterschrieben.

    Wie erklären Sie die täglichen Vorfälle -siehe POLITIKVERSAGEN- den Opfern und Angehörigen?

    In punkto Sicherheit hat eine AfD schon lange die Finger und die Wunde gelegt.


    Anstatt gegen Misstände im ganzen Lande etwas zu tun -siehe aich die fast 6000 Straftaten am Alex alleine in diesem Jahr- wird mit Wortrn des Populismus agiert. Nur noch junge Menschen und Doofe springen aif diesen Zug auf.

    Alleine die täglichen neuen Straftaten sollte und muss man mit guter und richtiger Politik begegnen.

    Leider ist das eine Fehlanzeige im Land. Die Städte sind von Migranten und vielen Stadtteilen voll und werden von stetiger Zunahme von Flüchtlingen nicht schöner.

    Jeder 2. Euro fliesst in Soziales. Beim nächsten Wirrtschaftsabschwung wird man sehen müssen, wer dann zählt und welche Steuern für den Rest der Bürger erhöht, die noch was haben.

    Die nächsten Generationen werden uns fragen, warum wir das alles zugelassen haben.

    Und da bin ich mir sicher. Die PIGS u.v.a. ist auf keinem guten Weg den Deutschen eine glorreiche sichere Zukunft zu bescheren.

    Zum Glück haben wir noch Speck an den Hüften von dem das alles zehren kann.

    Spätestens bei den Eurobonds dürfte dann das Schicksal der Menschen im Land besiegelt werden.

    Die Südländer werden sich in ihrer Sonne niemals umstellen.

    Auch da bin ich mir ganz sicher.

    Wir haben es nämlich mit asozialen und dszu noch dummen Politikern zu tun.
    Sollte es anders kommen, werde ich mich natürlich entschuldigen.

  • Herr Tomas Maidan - 23.11.2017, 14:53 Uhr

    Was für rechte Trolle gilt, sollte ebenso für linke Trolle gelten.
    Die obere Elite ist weder links noch rechts, sondern nur an der Ausbeutung interessiert, sie ändern ihre Farbe wie ein Chamäleon, was halt grade angesagt ist.

    Aber alles rechts von den Grünen, ist ja heutzutage schon rechtspopulistisch und naziverseucht.
    Das zeigt, wie verblendet linke Ideologen mittlerweile in ihrer eigenen Suppe schwimmend sind. Die Linken haben recht wenig Demokratieverständnis, ist doch ihre Meinung die einzig wahre, die einzig gültige, die einzig richtige Meinung. Alles andere ist rechtsextrem.

  • Gerade bei Projekten im mehrhundertfachen Millionenbereich, zu dem natürlich Kraftwerksbau gehört wird konspiriert und geklüngelt ohne Ende zwischen Regierungen und inländischen Konzernen, die hier anbieten. Gelder fliessen zwangsweise unter der Hand, obs gut oder schlecht ist, es passiert und wird weiterhin passieren.
    Wer dieses Spiel auf internationaler Ebene nicht mitmacht hat immer häufiger bei Ausschreibungen das Nachsehen.
    Das ist nun mal die Realität, da hilft kein selbstgerechter idealistischer Blindenstock von Politikern, die von freier Wirtschaft keine Ahnung haben.
    Chinesen, Japaner und Amis haben diesen idealistischen Blindenstock nicht.
    Wer hier als Regierung den inländischen Konzern unerbittlich verfolgt, weil dieser das Spiel zwangsläufig mitspielt und dann noch dafür sorgt, dass besagter Markt (Kraftwerkssparte) viel zu schnell und zur Unzeit im nationalen Alleingang gekillt wird hat nichts verstanden und agiert gewiss nicht zum Wohle des Volkes.
    Und einmal mehr lachen sich Chinesen und Amis über die dummen Deutschen kaputt.

  • Herr Tomas Maidan - 23.11.2017, 14:02 Uhr

    Grundsätzlich hat Frau Ebsel aber Recht. Die Firmen gehören nicht den Arbeitnehmern.
    Die Arbeitnehmer bekommen Lohn/Gehalt für die Arbeit, die sie erbringen. Ob der Lohn ausreichend ist, ist eine andere Frage. Die Aktiengesellschaften sind doch das eigentliche Problem. Diese müssen für Investoren und Geldeliten das Geld rankarren, damit diese eben nicht arbeiten müssen.
    Schöner wäre es natürlich, wenn die Arbeitnehmer zu einem großen Prozentsatz auch Eigentümder der Firme wären und so die Gewinne auch an die Arbeitnehmer ausgeschüttet werden, ist aber leider nicht so.

    Der Herr Schulz braucht nicht so scheinheilig zu tun, ist er doch Teil des Problems. Er ist durch und durch EUler und steht damit für Schuldenvergemeinschaftung und Globalisierung.
    Die Globalisierung läßt die Arbeitnehmer zunehmend entbehrlicher werden, weil dort produziert wird, wo es am günstigsten ist. Im Ausland bei Hungerlöhnen oder im Inland durch Roboter. Auf jeden Fall ist der Mensch nur eine Ware.
    Wir, als Gesellschaft unterstützen dies tatkräftig, kaufen wir doch z.B. bei Amazon, obwohl es das gleiche Produkt um die Ecke beim Händler gibt.
    Da kann man ja die Gummistiefel fürs Hochwasser schon am nächsten tag haben, beim örtlichen Schuhhändler noch am gleichen Tag. Die ich brauch alles und sofort_Mentalität zerstört eigentlich unsere Gesellschaft und die Grundlage dazu. Soziale Ausgewogenheit wird immer mehr verschwinden, was früher oder später zu sozialen Unruhen führt.
    Solange Politik und Wirtschaft dies nicht erkennen laufen wir schön brav weiter und immer schneller auf den Abgrund zu.

  • Das Dream-Team der SPD, der Martin und die Andrea.

    Und wen es noch ein wenig blöder daher kommt, werden die noch ein Spitzenamt in der Groko erhalten.

    Martin als Außenminister.


    Glückwunsch!

  • @Frau Lana Ebsel
    vieleicht liegt es daran, dass die Firma durch die Leistungen seiner Mitarbeiter Milliarden "verdient" haben und die Arbeiter leerausgehen.

  • Es ist schon merkwürdig, dass jeder Arbeitnehmer heute glaubt, die Firma in der er arbeitet würde ihm gehören.

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