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Strabag-Gründer Vorwurf des Missbrauchs bei Tiroler Festspielen – offener Brief setzt Präsident Haselsteiner unter Druck

Künstlerinnen fordern von Hans Peter Haselsteiner, Präsident der Tiroler Festspiele, personelle Konsequenzen. Es geht um massive Missbrauchsvorwürfe.
25.07.2018 - 19:31 Uhr Kommentieren
Der Strabag-Gründer gerät als Präsident der Tiroler Festspiele unter Druck. Quelle: picture alliance / HANS KLAUS TE
Hans Peter Haselsteiner

Der Strabag-Gründer gerät als Präsident der Tiroler Festspiele unter Druck.

(Foto: picture alliance / HANS KLAUS TE)

Wien Auf sein gesellschaftliches Engagement ist Hans Peter Haselsteiner stolz. Der Gründer und Großaktionär des Baukonzerns Strabag fördert nicht nur großzügig die Tiroler Festspiele in Erl, sondern ist auch deren Präsident. Nun setzt ein an den 74-Jährigen gerichteter offener Brief von Künstlerinnen Haselsteiner als Präsident des österreichischen Kulturfestivals unter Druck.

Seinem Festivalchef Gustav Kuhn werfen Künstlerinnen in einem am Mittwoch veröffentlichten offenen Brief sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch vor. Die fünf Unterzeichnerinnen, darunter die deutschen Sängerinnen Bettine Kampp und Julia Oesch schreiben, immer wieder seien die „Grenzen der persönlichen Würde und des Respekts uns gegenüber missachtet und überschritten“ worden.

„Massive seelische Gewalt in Form von Mobbing, öffentlicher Bloßstellung, Demütigung und Schikane stand an der Tagesordnung.“ Wer den Spielregeln nicht folgte, sei mit Repressalien und Ausgrenzung bestraft worden. Der Anwalt von Kuhn, der frühere österreichische Justizminister Michael Krüger, hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Seit Monaten schwelt der Konflikt.

Bislang hielt Haselsteiner zu dem umstrittenen künstlerischen Leiter Gustav Kuhn. Nun steigt der Druck, dass er sich äußern muss. Auf Nachfrage des Handelsblatts erklärte sein Büro, dass noch nicht ganz klar sei, wann genau Haselsteiner sich äußern würde.

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    Der gebürtige Tiroler, dessen Familie 26,4 Prozent an dem Bauriesen Strabag hält und der noch im Aufsichtsrat der Rail-Holding AG sitzt, die in Österreich die Westbahn zwischen Wien und Salzburg betreibt, gilt in Österreich als liberale Ikone. Der Unternehmer war früher auch Politiker des Liberalen Forums und unterstützt seit Jahren die Partei Neos und setzte sich bei der vergangenen Bundespräsidentenwahl für den ehemaligen Grünen-Chef Alexander Van der Bellen ein.

    Für die Unterstützung der Tiroler Festspiele in Erl wurde Haselsteiner bereits vor sechs Jahren mit dem Ehrenzeichen des Landes Tirol ausgezeichnet. Warum die Causa mit dem Festspielchef Kuhn nicht ganz einfach ist, erklärt sich aus dem Umstand, dass dieser die Tiroler Festspiele Erl 1997 gegründet hat.

    Mit dem offenen Brief der Künstlerinnen, die zwischen 1998 und 2017 auf dem Festival auftraten, hat der Streit über sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch seinen Höhepunkt erreicht. Bei der Eröffnung Anfang Juli sagte der Gründer und frühere Strabag-Chef Haselsteiner: „Für Gewalt, insbesondere für Gewalt an Frauen, ist in diesem Haus kein Platz und war auch nie Platz. Jeder Verstoß wird umgehend geahndet. In diesem Haus ist aber auch kein Platz für Ehrabschneidung und Verleumdung.“

    Die Künstlerinnen fordern von Haselsteiner indirekt, den 72-jährigen Festspielgründer zu entlassen. „Wir sind empört, dass trotz der allseits bekannten Faktenlage die notwendigen Konsequenzen noch immer auf sich warten lassen, sowohl vonseiten der Präsidentschaft der Festspiele als auch vonseiten der zuständigen Politik“, schreiben die Musikerinnen.

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