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Strafrechtliche Ermittlungen US-Justiz knöpft sich VW vor

Sie konnten nicht mehr anders: Konfrontiert mit den Messergebnissen räumten VW-Manager ein, wie sie die Abgas-Richtlinien ausgetrickst hatten. Eine Kreativität, die ihren Chef jetzt den Kopf kosten könnte.
22.09.2015 - 01:23 Uhr
Das Volkswagen-Logo eines kalifornischen Händlers: Das US-Bundesland ist für seine strengen, manche sagen gar überzogenen Umweltrichtlinien berüchtigt. Quelle: Reuters
Volkswagen

Das Volkswagen-Logo eines kalifornischen Händlers: Das US-Bundesland ist für seine strengen, manche sagen gar überzogenen Umweltrichtlinien berüchtigt.

(Foto: Reuters)

San Francisco Zuerst hatte nur das amerikanische Umweltamt VW ein Foulspiel bei den Abgas-Messungen vorgeworfen. Jetzt mischt sich auch das mächtige US-Justizministerium mit strafrechtlichen Ermittlungen gegen den VW-Konzern ein, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei Quellen innerhalb des Ministeriums.

Sollte VW ein systematisches Vergehen gegen US-Umweltgesetze nachzuweisen sein, könnten dafür allein schon Strafen in Höhe von bis zu 18 Milliarden Dollar fällig werden. Doch nun kommt noch die Superbehörde von der 950 Pennsylvania Avenue dazu - die Institution, die Banken nach der Weltfinanzkrise zu Milliarden-Strafen verdonnert und Kartelle gesprengt hat. Gerade erst ist ein Verfahren gegen General Motors in Zusammenhang mit defekten Zündschlössern gegen eine Strafzahlung von 900 Millionen Dollar eingestellt worden.

Wo die Ermittler des FBI hinlangen, da wächst kein Gras mehr. Sie verlangen Einsicht in alle E-Mails, jede Kommunikation, lassen sich Dokumente aushändigen und durchstöbern Datenbanken. Mehr noch: In der Vergangenheit richteten sich Untersuchungen in der Regel gegen Unternehmen. In Zukunft ist es jedoch erklärte Politik, sich gegen die Personen hinter den Fehlentscheidungen zu wenden und sie verantwortlich zu machen.

Auch das ist ein Ausfluss der Weltfinanzkrise: Banken mussten zwar riesige Summen zahlen, was die Aktionäre und Mitarbeiter bestrafte. Doch nicht ein Top-Banker der Wall Street wurde je zur Rechenschaft gezogen. Das hatte für erheblichen öffentlichen Unmut gesorgt. Bei General Motors wieder das Gleiche: Das Unternehmen blutet, aber kein Schuldiger ist gefunden.

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    Der Fall VW könnte jetzt zu einer Art Vorzeigeprozess für die neue Gangart werden, die Anfang September in einem siebenseitigen Memorandum vorgestellt wurde. „Eine der mächtigsten Waffen gegen Fehlverhalten ist es, die Verantwortlichen direkt zur Rechenschaft zu ziehen“, heißt es da. Diese Art des Vorgehens „verringere die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Fehlverhaltens“ und „stelle sicher, dass die Richtigen getroffen“ würden. Und es „erhöhe das öffentliche Vertrauen in das Justizsystem“. Genau das braucht das Justizministerium.

    Volkswagen hatte zugegeben, dass bei rund 500.000 Autos eine Software eingebaut worden war, die erkennt, wenn eine der staatlich vorgeschriebenen Abgasuntersuchungen vorgenommen wird. Dann soll sie alle Register ziehen, um die Abgase zu senken. Befindet sich das Auto jedoch auf der Straße, werden diese Techniken abgeschaltet oder reduziert, um bessere Leistung zu bieten.

    Die Abgaswerte überschreiten laut Umweltagentur EPA dann die US-Richtwerte bei Weitem. VW hat zuerst zu den Vorwürfen geschwiegen, jedoch „volle Unterstützung der Behörden“ zugesagt. VW-Chef Martin Winterkorn hatte am Wochenende dann eingeräumt, die Vorwürfe sehr ernst zu nehmen. Man habe eine externe Untersuchung eingeleitet. Winterkorn äußerte seine persönliche Betroffenheit darüber, dass das öffentliche Vertrauen und das der Kunden derart enttäuscht worden sei.

    Was Sie schon immer über Diesel wissen wollten
    Der Erste: Mercedes 260D
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    Die ersten Autos mit Dieselmotor kamen im Jahr 1936 auf den Markt. Von Turboladern oder Einspritzung war damals noch lange nicht die Rede. Der 2,6 Liter große Vierzylinder im Mercedes 260D leistete 45 PS, der nur 1,9 Liter große Selbstzünder im Hanomag Rekord brachte es auf 35 Pferdestärken.

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    Der erste Direkteinspritzer: Fiat Croma
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    Audi hat den TDI erfunden? Falsch! Fiat brachte nach enger Zusammenarbeit mit dem konzerneigenen Elektronik-Spezialisten Magneti Marelli den Direkteinspritzer im Jahr 1988 noch vor Audi zur Serienreife. Das zwei Liter große Triebwerk leistete 92 PS und stemmte 200 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Doch aus Angst vor Kinderkrankheiten bei der neuen und aufwändigen Technik brachte Fiat den Croma TD i.d. vorerst nur in Italien auf den Markt. So wurde das Feld Audi überlassen, die sich wenig später Marketing-wirksam als Pionier der Diesel-Direkteinspritzer feiern lassen konnte – was sich bis heute vor allem in das deutsche Gedächtnis gebrannt hat.

    (Foto: PR)
    Der Kleinste: Smart fortwo cdi
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    Der Dreizylinder-Diesel im alten Smart Fortwo zählt mit seinen 799 Kubikzentimetern Hubraum bis heute zu den kleinsten Dieselmotoren, die es in die Großserie geschafft haben. Je nach Jahrgang leistet der ab 2003 eingesetzte Selbstzünder zwischen 41 und 54 PS. Noch vor Bauende der zweiten Generation des Fortwo war der Diesel allerdings aus dem Angebot gefallen, die im Juli 2014 vorgestellte dritte Generation muss ohne Selbstzünder auskommen.

    (Foto: PR)
    Der stärkste Dreizylinder: Mini Cooper D
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    In der neuen Generation des Mini wurden die kleinen Vierzylinder-Motoren, die bislang aus der Kooperation mit dem PSA-Konzern stammten, aussortiert. Deren Stelle nahmen eigens entwickelte Dreizylinder ein, die auch im kommenden 1er BMW eingesetzt werden.

    Im Mini Cooper D bringt es der 1,5 Liter große Drilling mit Twin-Turbo-Aufladung auf 116 PS bei einem Normverbrauch von 3,6 Litern. Der Motor ist im Mini One D auch mit 95 PS erhältlich.

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    Der stärkste Vierzylinder: VW Passat 2.0 TDI Biturbo
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    In der aktuellen Generation des Passat ist auch der stärkste Diesel-Vierzylinder wieder im Angebot. Dank zweier Turbolader können die VW-Ingenieure bis zu 240 PS aus dem 2-Liter-Triebwerk quetschen – und bis zu 500 Newtonmeter.

    Möglich macht das der ungewöhnlich hohe Druck: Die zwei Turbos pressen die Luft mit bis zu 3,8 bar in die Brennräume, die Einspritzanlage schickt den Kraftstoff mit 2.500 bar hinterher, um dann mit einem Druck von rund 200 bar zu verbrennen. Deshalb musste der Motor besonders stark gebaut werden.

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    Der stärkste Sechszylinder: BMW M 550d
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    Wenn sich die hauseigene Performance-Schmiede M GmbH um einen Dieselmotor kümmert, kann bei BMW nur ein extremes Werk dabei herauskommen. Aus drei Litern Hubraum holen die BMW-Edeltechniker 381 PS. Möglich werden solche Werte nur durch eine ungewöhnliche Technik: An dem Selbstzünder arbeiten insgesamt drei unterschiedlich große Turbolader, um nicht nur das Turboloch zu füllen, sondern über das gesamte Drehzahlband eine hohe Leistung bereitzustellen.

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    Der stärkste Sechszylinder, Teil 2: Audi RS5 TDI concept
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    Sollte Audi dieses Konzept-Auto zur Serienreife bringen, würde es dem BMW Tri-Turbo den Titel als stärkster Sechszylinder abnehmen – und zugleich den Diesel-V8 von Audi (4,2 Liter Hubraum, 385 PS) überflüssig machen. Der 3-Liter-V6 im RS5 TDI concept kommt wie sein großer V8-Bruder auf 385 PS, dürfte aber deutlich weniger verbrauchen.

    Mit genauen Zahlen hält sich Audi allerdings noch zurück. Statt auf drei Turbolader setzen die Ingolstädter auf den Elektro-Boost. Allerdings nicht an den Rädern, sondern am Turbolader: Ähnlich wie bei den neuen Formel-1-Turbos hilft ein kleiner Elektromotor den Turbo mit bis zu 72.000 Umdrehungen auf die Sprünge.

    (Foto: PR)

    Die amerikanische Bundesumweltbehörde hatte eng mit der kalifornischen Behörde CARB zusammengearbeitet, die dann am 18. September Volkswagen of America mit den Testergebnissen aus den von ihr durchgeführten Praxistests in einem Schreiben konfrontierte. VW, so heißt es da, habe zugegeben, dass Fahrzeuge eine „zweite Kalibrierung“ erhielten, wenn Abgastests durchgeführt würden. EPA und CARB behaupten, diese Software - beziehungsweise Geräte - seien nirgendwo in den Zulassungspapieren zu finden, die den Behörden vorgelegt worden seien.

    „Sommerbenzin“ und „Winterbenzin“
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