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Strafzahlungen Fiat Chrysler zahlt fast 800 Millionen Dollar im Dieselskandal – und ist doch besser dran als VW

Unternehmen einigen sich auf einen Vergleich mit den US-Klägern im Abgasskandal. Bosch ist sich aber weiterhin keiner Schuld bewusst.
Update: 10.01.2019 - 20:22 Uhr Kommentieren
Der italienisch-amerikanische Autokonzern Fiat Chrysler hat sich in den USA in den Klagen um Abgasmanipulationen auf einen Vergleich geeinigt. Quelle: Reuters
Fiat Chrysler Automobiles

Der italienisch-amerikanische Autokonzern Fiat Chrysler hat sich in den USA in den Klagen um Abgasmanipulationen auf einen Vergleich geeinigt.

(Foto: Reuters)

New York, StuttgartDer italienisch-amerikanische Autokonzern Fiat Chrysler (FCA) hat sich in den USA in den Klagen um Abgasmanipulationen auf einen Vergleich geeinigt. Um Klagen des US-Justizministeriums und des Bundesstaats Kalifornien beizulegen, zahlt der Autobauer mehr als 500 Millionen US-Dollar. Das entspricht etwa 434 Millionen Euro, wie die kalifornische Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilt.

Außerdem einigte sich Fiat Chrysler in einer Sammelklage der Autofahrer auf einen Vergleich in Höhe von 304 Millionen US-Dollar. Der mitangeklagte deutsche Zulieferer Bosch soll bis zu 27,5 Millionen US-Dollar zahlen. Das Gericht muss den Vergleich in der Anhörung vom 23. Januar noch genehmigen.

Mit insgesamt 800 Millionen US-Dollar fallen die Zahlungen in dem Dieselskandal für Fiat-Chrysler deutlich niedriger aus als bei Volkswagen. Der Wolfsburger Autobauer hat schon mehr als 25 Milliarden US-Dollar an Rechtskosten für Vergleiche mit US-Klägern verbucht.

Elizabeth Cabraser, Rechtsanwältin der Kanzlei Lieff Cabraser Heimann & Bernstein, die zuvor gegen Volkswagen geklagt hatte, begründete die geringere Summe nicht nur damit, dass es bei Fiat Chrysler nur um rund 100.000 Autos ging. „Bei VW ging das meiste Geld in den Rückkauf von Autos“, erklärte sie auf Nachfrage des Handelsblatts.

„Bei Fiat Chrysler ist das nicht nötig. Diesmal können die Autos recht einfach durch ein Softwareupdate repariert werden. Das war bei VW nicht der Fall“, stellte sie klar. Den Schadensersatz erhalten die Kunden dafür, dass sie in der Zwischenzeit nicht den Eco-Premium-Diesel gefahren sind, der ihnen versprochen wurde.

Wie hoch die jeweiligen Zahlungen ausfallen, hängt auch davon ab, ob die Kunden den Wagen vor oder nach Bekanntwerden der Vorwürfe gekauft haben. Im Gegensatz zu Volkswagen ist FCA keine gezielte Täuschung oder Behinderung der Ermittlungen vorgeworfen worden. Fiat Chrysler will im Rahmen der Einigungen auch kein Schuldeingeständnis abgeben.

Finanziell hatte sich Fiat Chrysler bereits auf hohe Zahlungen zur Beilegung des Abgasstreits in den USA eingestellt. Wie das Unternehmen mitteilte, entsprechen die Gesamtkosten von rund 800 Millionen US-Dollar den Rückstellungen, die der italienisch-amerikanische Autobauer im dritten Quartal vorausgesehen hat.

Der aktuelle Fall mit Fiat Chrysler ist auch für den Autozulieferer Bosch deutlich kleiner als bei Volkswagen. Auch diesmal sieht Bosch in der Zahlung von 27,5 Millionen US-Dollar kein Schuldeingeständnis. Im Dieselskandal hatte Bosch sich bereits vor zwei Jahren mit US-Zivilklägern im Zusammenhang mit Volkswagen auf eine Zahlung von umgerechnet 304 Millionen Euro geeinigt.

Darüber hinaus zahlt Bosch im Zusammenhang mit in den USA vertriebenen Dieselfahrzeugen von Volkswagen und Fiat Chrysler 98 Millionen US-Dollar an die beteiligten US-Bundesstaaten, die Bosch von allen potenziellen Ansprüchen aus ihrem Umwelt- und Verbraucherschutzrecht freistellen.

Damit sei kein Schuldeingeständnis verbunden. „Juristische Auseinandersetzungen hätten langwierige und kostspielige Verfahren in zahlreichen US-Bundesstaaten mit einer Vielzahl von Einzelklagen zur Folge gehabt“, erklärte der für Mobility zuständige Bosch-Geschäftsführer Stefan Hartung.
Bosch hatte für Rechtsrisiken über eine Milliarde Euro zurückgestellt. Eine Aufstockung der Rückstellungen sei nicht geplant. Noch nicht geeinigt hat sich Bosch bislang mit den Staaten Texas, West Virginia und Kalifornien, das besonders strenge Abgasgesetze hat.

Bosch hatte Software an Volkswagen geliefert, mit welcher der Autobauer Abgaswerte manipuliert hatte. Im Gegensatz zu VW räumte Bosch aber kein eigenes Fehlverhalten ein, das blieb auch nach dem Vergleich so. Bosch wollte vor allem eine lange gerichtliche Auseinandersetzung abwenden.

Damals ging es um Dieselfahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi und Porsche mit Zwei- und Drei-Liter-Motoren. Die Entscheidung, den Vergleich zu schließen, sei „nach sorgfältiger Abwägung aller Gesichtspunkte“ gefallen, erklärte Bosch-Chef Volkmar Denner vor zwei Jahren. Damals hieß es bei Bosch, dass mit der Einigung der „überwiegende Anteil“ der Zivilverfahren gegen das Unternehmen in den USA beigelegt sei.

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