Strafzölle in den USA Harter Schlag für Chinas Solarkonzerne

Solarworld feiert einen Erfolg in den USA: Der deutsche Solarkonzern hat erreicht, dass die USA Schutzzölle auf Solarmodule aus China verhängen. Das kommt oft einem Importverbot gleich. In China regt sich Widerstand.
Update: 18.05.2012 - 11:10 Uhr 24 Kommentare
Die US-Schutzzölle sind ein harter Schlag für Chinas Solarindustrie. Quelle: AFP

Die US-Schutzzölle sind ein harter Schlag für Chinas Solarindustrie.

(Foto: AFP)

FrankfurtDie USA haben hohe Schutzzölle gegen Solarimporte aus China verhängt. Je nach Hersteller lägen diese zwischen 31 und 250 Prozent, teilte das US-Handelsministerium gestern mit. Eine Gruppe von Solarkonzernen um die deutsche Solarworld AG hatte sich für Strafzölle auf chinesische Solarmodule starkgemacht, da aus ihrer Sicht die asiatischen Anbieter von ihrer Regierung massiv subventioniert werden.

Diese Vorwürfe sieht die US-Regierung nun als erwiesen an. Betroffen sind von den Zöllen auch der weltgrößte Modulhersteller Suntech sowie Trina Solar, deren Produkte mit Zöllen von 31 Prozent belegt wurden. Die beiden Firmen hatten mit den US-Behörden kooperiert; Unternehmen, die dies nicht taten, wurden mit Strafzöllen in Höhe von 250 Prozent bestraft.

Die Zölle gelten ab sofort und für Solarzellen, die vor bis zu drei Monaten hergestellt wurden. Für einige Solarfirmen kommt die Entscheidung faktisch einem Importverbot gleich. Der Schritt dürfte zu einer Verschärfung der ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den USA und China sorgen.

Für die Chinesen ist dies ein harter Schlag, denn die Unternehmen sind stark vom Export abhängig. Nachdem Deutschland seine Subventionen für Sonnenstrom eindampfen will, gelten die USA als einer der wichtigsten Märkte. Die Regelung gilt ab sofort, im Oktober soll die Höhe der Zölle noch einmal überprüft werden. Suntech kritisierte die Entscheidung der USA. Sie spiegele nicht die Realität wider, sagte Suntech-Vertriebsvorstand Andrew Beebe.

Für Solarworld-Chef Frank Asbeck haben die USA auf ihrem Markt die Chancengleichheit wieder hergestellt. „Wie hoffen nun, dass die EU-Kommission deren Sicht folgt“, sagte er dem Handelsblatt. Der Bonner Konzern macht sich in Brüssel ebenfalls für eine Verhängung von Strafzöllen gegen chinesische Solarmodulimporte stark.

„Illegale chinesische Handelspraktiken zerstören den Solarmarkt und gefährden zahlreiche Arbeitsplätze“, sagte er. Eine Entscheidung darüber, ob ein Verfahren eröffnet wird, soll in diesem Sommer fallen. Solarworld betreibt neben den Standorten in Deutschland auch eine größere Solarfabrik in den USA.

Kurse von Solaraktien steigen
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24 Kommentare zu "Strafzölle in den USA: Harter Schlag für die chinesische Solarindustrie"

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  • Eine sehr nichtsaussagende Bemerkung. Vorschlag: Unterfüttern Sie doch ihre Polemik mit paar Argumenten, dann können auch andere Leute, die "nichts begreifen" Ihnen folgen. Ich kann mir gerade schwer vorstellen, dass Sie überhaupt eine erwachsene Person sind, so aggressiv und beleidigt Sie an die ganze Sache gehen. Falls Sie es noch nicht verstanden haben, es geht in dem Artikel um die Solarbranche. Zeigen Sie mir doch ein Beispiel für Produktpiraterie in der Solarbranche auf. Sie kommen hier einfach mit übelsten Stammtisch-klischees ohne, dass es Ihnen peinlich wird. Alle Achtung!

  • hallowach,
    Frank Asbeck ein Fuchs, daß ich nicht lache! In den Zeiten einer gigantischen Subventionierung der Photovol-
    taik konnte der "Sonnenkönig von Bonn" den erfolgreichen Unternehmer spielen. Alle Schleimer und Grün-Wichtigtuer sonnten sich ebenfalls im Glanze von Solarworld und den deutschen Nachahmer-Firmen. Fast besoffen von dem High-Tech-Gefasel wurde fast wie im re-
    alen Sozialismus eine Technik in Sachsen-Anhalt hochge-
    zogen, die ausschließlich von Staatssubventionen ab-
    hängig war und technologisch Massenware darstellt. Das
    einzig anspruchsvolle ist die Photozelle und deren Wir-
    kungsgrad, der Rest ist kostengünstige, automatisierte
    Fertigung (Kuchenbleche)! "Sun-Valley" in Sachsen Anhalt ist ein dem "Silikon-Valley" nachgeäffter Witz!
    Frank Asbeck sollte unternehmerisch glänzen, stattdes-
    sen greift er in die Mottenkiste der Schutzzölle. Wie
    international ist seine "Solarworld" aufgestellt?
    Die "Linke" sucht noch Führungsnachwuchs! Wie wär's mit
    einer Lehre bei Lafontaine?
    Nichts für ungut.

  • Noch eine kurze Ergänzung: ich habe mal überschlägig gerechnet, wieviel Kupfer bzw. Aluminium für 100 GW PV-Leistung ungefähr benötigt werden: ca. 2 Mio. t Cu und ca. 140.000 t Al. Die weltweite Jahresproduktion beträgt ungefähr das 10fache(Cu) bzw. 20fache(Al) dieser Mengen, ganz abgesehen davon, dass 100 GW nicht in einem Jahr gebaut werden (zumindest noch nicht).

  • ...das ist auch mein Kenntnisstand. Allein die geeigneten Dachflächen in Deutschland reichen aus, um den Strom für alle privaten Haushalte zur Verfügung zu stellen. Schon mit den heutigen Speichertechniken ist es bereits möglich, 70% des erzeugten Stroms aus der eigenen PV-Anlage als Eigennutzungsanteil abzuzweigen.

    Aber warum Speichern? Mit dem Strom ist es wie mit dem Sekt (nach dem Öffnen einer Flasche): Am besten direkt verbrauchen.

    Die Notwendigkeit zum Speichern des Solarstroms besteht noch lange nicht. Sinnvoller ist es zunächst, die regelbaren Kraftwerke runterzufahren, um fossile Brennstoffe zu sparen. Der nächste Schritt wird die Umstellung des Stromverbrauchs von einem bedarfsabhängigen zu einem angebotsabhängigen Verbrauch hin sein. Die Waschmaschine oder die Spülmaschine oder der Thermospeicher läuft dann halt nur noch, wenn viel Strom erzeugt wird und gerade günstig ist. Dann kann man auch die schlecht regelbaren Kraftwerke getrost vom Netz nehmen. Im dritten Schritt werden dann zusätzlich die ganzen Batterien der Elektroautos als Speicher oder Stromlieferanten genutzt. Dazu kommen Pumpspeicherkraftwerke, Druckluftspeicherkraftwerke und die Umwandlung von elektrischer Energie in Wasserstoff zum späteren Verbrauch.

    Wenn man dann noch das Ganze in ein intelligentes Stromnetz innerhalb Europas und Nordafrikas integriert, steht einer zu 100% auf erneuerbaren Energien basierenden Stromversorgung nichts mehr im Weg.

    Das ist doch eine echte Zukunftsperspektive, die man einfach nur umsetzen muss. An der Technik scheitert es nicht … höchstens an der Kurzsichtigkeit unserer Volksvertreter.

  • Die Kraftwerke benötigen vielleicht wenig Platz, dafür ist der Flächenverbrauch beim Abbau der Brennstoffe umso größer (Braunkohle, Ölsand, Uran etc.).

    Es gibt in Deutschland genug geeignete Dachflächen, um Photovoltaikanlagen für mehr als 100 GW Leistung bauen zu können. Stahl benötigen sie auch keinen, die Unterkonstruktionen bestehen i.d.R. aus Aluminium. Bei Aluminium oder Kupfer wird es auf absehbare Zeit keinen Engpass geben, aher bei einigen Halbleitern und Seltenen Erden. Allerdings können PV-Module auch nahezu zu 100% recycelt werden, Großkraftwerke sicher nicht!

  • interessant, was heisst "bald"? Ich habe von neuen Speichern nichts gehört

  • Das mit der Sonneneinstrahlung stimmt, aber es ist immer eine Frage der Dimensionen und des Platzbedarfs. Konventionelle Kraftwerke sind nur winzige "Punkte" auf einer Landkarte - sie benötigen für das was sie leisten (Strom für Millionen von Haushalten) extrem wenig Platz (ausgenommen die grossen Stauseen für die Wasserkraft). Dennoch sind die Materialkosten allein für den Beton, den hochwertigen Stahl usw. für den Bau eines Kraftwerks enorm.
    Die Idee, gigantische Flächen mit Solaranlagen zu pflastern, scheitert genau daran - der Materialverbrauch wäre gigantisch, nicht zu bewältigen. Es würde auf der ganzen Welt nicht soviel Stahl geben allein um die Gestelle für die Solarzellen herzustellen, es gäbe in allen Minen der Welt nicht genug Kupfer für die Kabel usw.

    Praktisch läßt sich die Sonneneinstrahlung nur nutzen, indem man diese Energie dort abgreift, wo sie bereits gesammelt vorliegt, also z.B. mit Wasserkraft. Eine andere Variante wäre, die gesammelte Wärme, etwa in der Sahara zu nutzen, wenn denn eines Tages ein Wärmetauscher (heißer Sand = Energie + kalter Sand) erfunden wird der die Energie extrahieren kann.

  • ... nicht ganz, gegen die geplanten und im Bau befindlichen Wasserkraftwerke sind die geplanten Kernkraftwerke kleine Wasserkocher.

  • Seit dem Einspruch des Bundesrats gegen die Solarkürzung ist der Strompreis an der Börse auf ein 8-Jares-Tief gefallen. Inflationsbereinigt ist es sogar ein 12-Jahres-Tief.

    Das sagt doch schon alles.

    Die erneuerbaren Energien sind derzeit zu erfolgreich.
    Und vor allem die Photovoltaik ist zu erfolgreich, weil die Chinesen zum einen unsere Technologie geklaut haben und zum anderen durch Staatskredite und Hungerlöhne die Solaranlagen zu minimalst möglichen Kosten herstellen und dann auch noch zu Dumpingpreisen verkaufen.

    Deswegen müssen die deutschen Hersteller vor sowas geschützt werden.

    Man muss aber auch sagen, dass mit chinesischen Photovoltaikanlagen und Nachführsystemen in Baden-Württemberg/Bayern Photovoltaikstrom zu 8 Cent/KWh hergestellt wird.

    Und das ist der Punkt bei dem Röttgen zu 100% Recht hat. Die Produzenten von Photovoltaik-Strom sollen einen Teil des produzierten Stroms selbst vermarkten. 20% ist durchaus angemessen und sollte jährlich um 5%-10% erhöht werden.

  • Hallo Steuerklasse 1...der Stromverbrauch eines Haushalts schwankt zwischen 0 und 6 kW, im Mittel einige 100 W. Eine private Stromversorgung ist demzufolge gnadenlos überdimensioniert. Eine zentrale Stromversorgung kann in Grosskraftwerken preiswerte Brennstoffe wie Braunkohle, Kernbrennstoff, nutzen. Die Betriebskosten einer Grossanlage sind wesentlich günsitger.

    Eine Eigenversorgung macht lediglich abseits der Netze, oder durch extreme regulatorische Eingriffe Sinn.

    Vandale

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