Streik bei Porsche IG Metall ruft zu Warnstreiks auf

Porsche droht unbefristeter Streik: Die IG Metall will die Warnstreiks ab Aschermittwoch wieder ausweiten. Betriebsratschef Uwe Hück hält eine Urabstimmung für wahrscheinlich. Großer Streitpunkt ist die Altersteilzeit.
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Die IG Metall fordert für die Beschäftigten 5,5 Prozent mehr Geld, einen verbesserten Zugang zur Altersteilzeit und eine bezuschusste Weiterbildungsteilzeit. Quelle: dpa
Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück vor dem Hauptsitz in Stuttgart

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten 5,5 Prozent mehr Geld, einen verbesserten Zugang zur Altersteilzeit und eine bezuschusste Weiterbildungsteilzeit.

(Foto: dpa)

StuttgartDie IG Metall hat am Montagmorgen erneut zu Warnstreiks bei Porsche aufgerufen. Rund 2500 Teilnehmer hätten sich zu einer Kundgebung vor dem Porsche-Museum versammelt, wie eine IG-Metall-Sprecherin sagte.

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück warnte dort erneut vor einem möglichen Streik. Schon am Wochenende hatte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur gesagt: „Ich bin überzeugt, dass wir in zwei Wochen eine Urabstimmung abhalten müssen.“

Am 23. Februar treffen sich die Tarifparteien im Südwesten wieder zu Gesprächen. Ein großer Streitpunkt sei die Altersteilzeit. „Die Arbeitgeber wollen ihren Beitrag zur Altersteilzeit über das Weihnachtsgeld finanzieren.“ Der Verhandlungsführer, IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger, wollte bislang noch nicht von einer Urabstimmung, die zu einem unbefristeten Streik führen würde, sprechen.

Die IG Metall fordert für die 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche 5,5 Prozent mehr Geld, einen verbesserten Zugang zur Altersteilzeit sowie eine bezuschusste Weiterbildungsteilzeit. Die Arbeitgeber hielten zuletzt an ihrem bisherigen Angebot eines Gehaltsplus' von 2,2 Prozent fest. Die Gewerkschaft will die Warnstreiks von Aschermittwoch an wieder ausweiten.

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  • Dass stets dann, wenn die IG Metall zu Warnstreiks aufruft, ein eklatanter Mangel an Ernstlichkeit vorherrscht, ist nicht neu. Bereits die frühen Warnstreiks im Jahr 1981, an denen ich noch als Auszubildender zum Mechaniker bei der AEG-Telefunken AG teilnahm, stießen damals in Ulm in den umliegenden Firmen wie Magirus oder Kässbohrer zwar auf große Resonanz. Infolge dessen legten an einem einzigen Tag rund 10.000 die Arbeit befristet nieder und versammelten sich. Danach trat aber der stellvertretende Ausbildungsleiter vor das Ausbildungsjahr und kündigte arbeitsvertragliche Konsequenzen an, die in der späteren Nichtübernahme in ein festes Arbeitsverhältnis einmündeten. Angesichts dieser unerbittlichen Härte eines Arbeitskampfes mutet es befremdlich an, wenn gegenwärtig die Gewerkschaft die soziale Auseinandersetzung in für den Einzelnen existenziellen Fragen erst wieder an Aschermittwoch fortsetzen will.

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