Streit mit Betriebsrat Daimler verteidigt Beschäftigung von Leiharbeitern

Der Autohersteller kann es sich nach Angaben der Personalabteilung nicht leisten, alle Mitarbeiter nach Tarif zu bezahlen, und beschäftigt deshalb Leiharbeiter. Der Betriebsrat kritisiert diesen Trend.
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Im Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen arbeiten die Beschäftigten an der C-Klasse. Im Betriebsablauf bei Daimler kommen auch Leiharbeiter zum Einsatz. Quelle: dpa

Im Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen arbeiten die Beschäftigten an der C-Klasse. Im Betriebsablauf bei Daimler kommen auch Leiharbeiter zum Einsatz.

(Foto: dpa)

FrankfurtDaimler-Personalchef Wilfried Porth hat die Auslagerung von Arbeit an Fremdfirmen verteidigt. „Daimler kann es sich im internationalen Wettbewerb nicht leisten, in der gesamten Wertschöpfungskette Metalltarife zu zahlen“, sagte Porth den „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstagsausgabe) laut Vorabbericht. Der Autobauer müsse weiter an seiner Wettbewerbsfähigkeit arbeiten und weniger Dienstleistungen selbst erbringen. „Das Instrument dafür sind externe Anbieter.“

Der Konzern liegt deswegen mit seinem Betriebsrat im Streit. Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass im Unternehmen immer mehr Arbeit in der Produktion von Fremdfirmen übernommen wird. „Überall dort, wo es ums Kommissionieren, Auflegen und Abnehmen am Band geht, versucht Daimler mit Werkverträgen zu arbeiten“, sagt Daimler-Betriebsrat Michael Clauss. Solche einfachen Jobs ziehe das Unternehmen aus der Gruppenarbeit heraus, um Geld zu sparen, „das könnte um die zehn Prozent der Produktionsarbeitsplätze kosten“. Dieser Trend ist in der Branche durchaus üblich: So beschäftigt auch Rivale BMW Tausende Leiharbeiter.

Kürzlich hatte der SWR berichtet, dass an den Fließbändern bei Mercedes-Benz Arbeitnehmer beschäftigt würden, die so wenig verdienten, dass sie davon nicht leben könnten und ihren Unterhalt durch Hartz-IV-Aufstockung sichern müssten. Dazu hatte sich ein Reporter von einer Leiharbeitsfirma einstellen lassen, die diesen an die Spedition Preymesser verlieh, wo er nach Darstellung des Senders Hand in Hand mit der Stammbelegschaft von Daimler zusammenarbeitete. Bei der Stuttgarter Staatsanwaltschaft war nach der Sendung eine Strafanzeige wegen des Vorwurfs illegaler Arbeitnehmerüberlassung eingegangen. Daneben hat die Staatsanwaltschaft auch einen Beobachtungsvorgang – eine Vorstufe zu formellen Ermittlungen – aufgenommen.

Daimler hat der Darstellung der ARD widersprochen, der Autobauer trenne nicht zwischen eigenen und fremden Beschäftigten. Die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorgaben zur Abgrenzung von Tätigkeiten von Drittfirmen genieße bei dem Dax-Konzern höchste Aufmerksamkeit. Der Geschäftsführer der Spedition Preymesser betonte, die Werkverträge seien „korrekt nach Gesetzeslage abgewickelt“ worden.

  • rtr
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16 Kommentare zu "Streit mit Betriebsrat: Daimler verteidigt Beschäftigung von Leiharbeitern"

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  • 01.06.2013, 09:50 Uhr @Jens
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    Ihre Menschenverachtung zeugt von keiner Intelligenz!

    Falls sie studiert haben sollten,
    besitzen sie trotzdem keine Intelligenz!

    Schon vor 150 Jahren hat Arthur Schopenhauer gewusst:
    "Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen –
    aber kein Grad von Bildung ersetzt natürlichen Verstand."

    Wenns keine Hohlis gäbe,
    hätten die Intelligenten nichts zu lachen!

    Sie haben sich hier selbst vorgeführt!

  • UMFRAGE

    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/umfragen/id_63395934/forsa-umfrage-beide-politischen-lager-ohne-mehrheit.html

    Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?
    STAND: Sonntag, 02.06.2013/ 10.03h
    Es haben 17583 Besucher abgestimmt

    CDU/CSU
    25.6%
    (4498 Stimmen)

    SPD
    12.9%
    (2275 Stimmen)

    Die Grünen
    4%
    (707 Stimmen)

    FDP
    3.1%
    (545 Stimmen)

    Piratenpartei
    1.8%
    (294 Stimmen)

    AfD
    39.4%
    (6935 Stimmen)

    Die Linke
    3.8%
    (672 Stimmen)

    Keine Partei
    3.9%
    (693 Stimmen)

    Andere Parteien
    5.5%
    (964 Stimmen)

    * Diese Nutzerumfrage ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Online-Umfragen sind einem hohen technischen Missbrauchsrisiko ausgesetzt, die Ergebnisse dieser Umfrage könnten eventuell von Dritten manipuliert worden sein.
    ------------------------------------
    Schaut mal rein, anklicken und wählen geht auch!

  • Bilderberger Jürgen Schrempp & Dieter Zetsche wissen genau was sie getan haben und tun!

  • @Recovery: Bingo, Sie kratzen als einer der Wenigen an der Wahrheit. Wenn jemand 25.- pro h für einen Leiharbeiter in der Putzkolonne bezahlt, muss das billiger sein, als wenn er den Mann direkt anstellt. Denn der Rattenschwanz an Nebenkosten, den Firmen in diesem Land bezahlen müssen, macht Deutschland kaputt. Und mit diesen "Nebenkosten" meine ich AUSDRÜCKLICH nicht der Arbeitgeberanteil an der Sozialversicherung!!!

  • Auf dem Ingenieursektor ist es Dasselbe! Mercedes lagert alles an die hauseigene MB-Tec aus, Porsche an die PE, um gute deutsche Entwickler zu bekommen, ohne dort Pensionsansprüche wachsen zu lassen. So hält man die neuen Mitarbeiter vom Trog fern und darum geht es: Die immer kleiner werdende Masse zu verteilen und das weiss auch der Betriebsrat: Während man offiziell meckert, ist man insgeheim froh, dass wenigstens die Stammbelegschaft noch gut vrdient. Nun ist das Ende der Fahnenstange erreicht und es finden sich keine dumme Ingenieure mehr, die fürs kleine Geld beim Zeitarbeiter schufen wollen, um sich dann mit 40 aus dem Abeitsmarkt zu verabschieden. Die Zulieferfirmen bekommen keine mehr, nun schreien sie nach den billigen Spanieren und erzählen uns das Märchen vom Ingenieurmangel. Es ist furchtbar, was bei uns ab geht!

  • Nicht leisten? Warum nimmt sich das Management extreme Bezüge für ihr Versagen (USA) und zusätzliche Boni? Wieso wird Pfusch angeordnet( neue A-Klasse)? Was wird mit dem erlös der überzogenen Preisen gemacht?

  • "Das ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen".
    Genau so ist es! Selbst der kleinste "Anleger" bekommt $-Zeichen in den Augen, wenn er irgendwo ein halbes Prozent mehr Rendite haben kann (siehe Kaupting-Bank) und jammert bei Verlust. Ein CEO muss das Maximale rausholen, ohne Rücksicht auf Verluste (heteronom determinierte Autonomie), sonst wird er abgesägt. Ein richtiger Unternehmer argumentiert wie Herr Grupp (trigema), der sinngemäss sagte: Ein Unternehmer, der den Mitarbeitern bei Vollzeit nicht soviel zahlen kann, dass sie davon leben können, ist kein Unternehmer. Da sehen wir mal, wer Unternehmer ist!

  • @Jens

    Haben Sie schon mal ein ganzes Bürohaus geputzt? Wahrscheinlich nicht, denn sonst würden Sie hier nicht solchen Unsinn schreiben.

    Putzen - vorausgesetzt man macht es richtig - ist eine körperlich sehr anstrengende Arbeit. Alle wollen es sauber haben, aber keiner ist bereit dafür einen anständigen Lohn zu zahlen. Wer bestimmt eigentlich, was ein gering qualifizierter Job ist?

    Ketzerisch könnte ich jetzt sagen: Herr Fitschen von der Deutschen Bank ist zu gering qualifiziert für den Job den er ausübt. Dem spreche ich nämlich seine soziale Kompetenz ab die man für einen Vorstandsposten normalerweise - neben Sachverstand versteht sich - braucht. Und trotzdem bekommt er viel mehr als er verdient.

    Zum Thema:

    Einen grossen Vorwurf muss man - neben den Unternehmen die sich solcher Leiharbeiter bedienen - auch den Leiharbeitsfirmen machen. Die sind es doch, die den geringen Lohn an die Beschäftigten zahlen.

    Beispiel:

    Eine Überlassungsfirma bekommen für einen Arbeitnehmer EUR 25,00 pro Stunde. Es kommen aber nur zwischen EUR 5,00 und 7,00 beim Arbeiter an. Das ist nach Adam Ries weniger als ein Drittel. Selbst wenn ich jetzt noch die Sozialabgaben drauf rechne, bleibt immer noch genug hängen in diesen Firmen. Und sollte man den Arbeiter mal nicht bei einer Firma unterbringen können, wird er kurzerhand rausgeschmissen. Bringt ja keinen Profit der Gute.

    Jetzt spinnen wir den Faden mal weiter: Der Arbeiter muss nun zum Arbeitsamt und Arbeitslosengeld beantragen. Der kann sich doch erschiessen. Denn das was er/sie dann bekommt, ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.

    Das ist Kapitalismus pur. Das ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. mal schwer drüber nachdenken, wer das einmal gesagt hat .....

  • Wir wählen das Parlament, die Abgeordneten. Wenn wir den Eindruck haben, dass es nicht seriös zugeht, dann dürfen wir diesen Abgeordneten im Parlament nicht unsere Stimme geben.

    Bei solch schwachen Wählern, wie wir Deutsche es sind, dürfen wir uns nicht wundern, wenn uns die Parlamentarier derart über den Tisch ziehen. Denken wir an deren Diäten und Pensionen, denken wir an die Agenda 2010, die ja direkt mit diesem Thema verknüpft ist. Aber denken wir auch daran, dass die Abgeordneten nicht bereit sind, die Abgeordnetenkorruption ins deutsche Strafgesetzbuch aufzunehmen. Es ist eine internationale Forderung bei der die Bundesregierung bereits seit 2003 säumig ist.

    Es liegt nahe, dass die Abgeordneten mit Mehrheit korrupt sind. Wie will man dann einen Konzernchef einer Nobelmarke ins Gewissen reden und auf den Weg der Tugend zurückführen? Aus der Minderzahlung erhält er seinen Bonus. Wenn es gesetzlich erlaubt ist, wer will ihn hindern, Sozialschwache auszuplündern? In dem vorgelebten Beispiel aus der Politik wird dies in unserer Gesellschaft als Geschäftstüchtigkeit "verkauft".

    Man muss nicht Links oder Rechts stehen, um diese soziale Ungerechtigkeit zu erkennen. Dabei muss uns klar sein, dass nicht die Anderen schlecht sind. Wir sind schlecht, weil wir uns nicht solidarisieren und Druck auf Abgeordnete und Parteien ausüben, weil wir keine sozialen Anforderungen einfordern.

  • @Jens

    Ihr Beitrag zerlegt sich von selbst !

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