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Streit mit Zulieferer Ermittler prüfen Verbindung von VW-Abhöraffäre und Wohnhausbrand

Strafverfolger prüfen einen möglichen Zusammenhang zwischen der VW-Abhöraffäre und einem möglichen Brandanschlag. Nähere Details sind noch nicht bekannt.
10.08.2020 Update: 10.08.2020 - 17:45 Uhr Kommentieren
In welchem Zusammenhang zu dem Abhörverfahren die mutmaßliche Brandstiftung stehen könnte, blieb vorerst offen. Auch ist nicht klar, ob es konkrete Hinweise auf einen Tatverdächtigen oder ein Motiv gibt. Quelle: Reuters
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In welchem Zusammenhang zu dem Abhörverfahren die mutmaßliche Brandstiftung stehen könnte, blieb vorerst offen. Auch ist nicht klar, ob es konkrete Hinweise auf einen Tatverdächtigen oder ein Motiv gibt.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Die Abhöraffäre beim Wolfsburger Autobauer Volkswagen wird immer mysteriöser: Strafverfolger gehen jetzt auch den Umständen eines möglichen Brandanschlags auf das Haus des mutmaßlichen konzerninternen Spitzels auf den Grund. Das erklärte die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Montag. „Ein möglicher Zusammenhang zu dem Brandverfahren wird von uns geprüft“, teilte eine Sprecherin mit.

Erst in der vergangenen Woche hatte Volkswagen Strafanzeige gegen den mutmaßlichen Maulwurf gestellt, der in den Jahren 2017 und 2018 interne Sitzungen aufgenommen haben soll. In den Gesprächen ging es um den Umgang mit dem missliebigen Lieferanten Prevent.

Der Konzern hatte den Mitarbeiter als mutmaßlichen Spitzel identifiziert. Er arbeitete in der Beschaffungssparte und soll zuletzt mit Compliance-Aufgaben befasst gewesen sein.

Nun wurden durch einen Bericht des Online-Wirtschaftsmagazins „Business Insider“ Untersuchungen rund um ein mögliches Branddelikt im Wohnhaus des Mitarbeiters bekannt. Anwohner stellten in einer Nacht Ende Mai ein Feuer in dem Fachwerkhaus in einem kleinen niedersächsischen Dorf fest. Rund 100 Feuerwehrleute brauchten mehrere Stunden, um den Brand zu löschen.

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    Der Schaden soll sich nach jüngsten Erkenntnissen auf etwa 600.000 Euro belaufen. „Wir sind inzwischen sicher, dass es sich um Brandstiftung handelt“, sagte ein Polizeisprecher einige Tage später.

    Welchen Hintergrund die mutmaßliche Brandstiftung haben könnte, erscheint indes völlig unklar. Spekuliert wurde dabei inzwischen sowohl über Druck auf den mutmaßlichen Spitzel als auch über Geldsorgen und eine Versicherungssumme, die er einstreichen könnte.

    Die Staatsanwaltschaft Braunschweig teilte mit, dass man noch keine Details zu einer möglichen Verbindung zwischen dem Feuer und der Abhöraffäre nennen könne. Allerdings führt sie den freigestellten VW-Mitarbeiter in dem Verfahren als Geschädigten. Die Behörde ermittelt gegen unbekannt.

    Prevent prüft selbst rechtliche Schritte

    Die Suche nach den Motiven des mutmaßlichen Spions geht unterdessen weiter. In den mitgeschnittenen Gesprächen ging es vor allem um Strategien von VW in der Auseinandersetzung mit seiner unliebsamen Zuliefergruppe Prevent. Es soll fast 50 Stunden des brisanten Tonmaterials geben, das demnach aufzeigt, wie der VW-Konzern sich in dem Streit mit dem Unternehmen am Rande der Legalität oder womöglich auch darüber hinaus bewegt haben soll.

    Volkswagen teilte mit, dass der Konzern „Opfer einer illegalen Abhörattacke“ wurde. Das Unternehmen stelle sich nun „selbstverständlich die Frage“, wer an den Inhalten der Sitzungen ein Interesse haben könnte und zu „derlei Mitteln greifen würde“.

    Prevent selbst hatte mitgeteilt, nicht an der Entstehung der Aufnahmen beteiligt gewesen zu sein und deren Inhalte auch nicht zu kennen. Der Zulieferer kündigte an, wegen der Aufnahmen nun selbst rechtliche Schritte gegen VW zu prüfen. „Den Medienberichten zufolge stehen hier Verstöße gegen das Kartellrecht, mögliche Aktien-Insider-Transaktionen, Falschaussagen gegenüber Behörden und Gerichten sowie ein inakzeptabler Umgang mit vielen Zulieferern im Raum“, sagte ein Sprecher.

    Mehr: Konzernsicherheit enttarnt VW-Manager als mutmaßlichen Maulwurf

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