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Streit um Avir Guss Gusswerke Saarbrücken melden Insolvenz an

Seit Wochen warten 1000 Mitarbeiter auf ihren Lohn. Nun melden sich die Gusswerke Saarbrücken insolvent. Es ist das vorerst letzte Kapitel eines komplizierten Streits.
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1000 Mitarbeiter sind von der Insolvenz des Unternehmens betroffen. Quelle: imago/Becker&Bredel
Produktionsanlage Gusswerke Saarbrücken

1000 Mitarbeiter sind von der Insolvenz des Unternehmens betroffen.

(Foto: imago/Becker&Bredel)

Düsseldorf Frank Günther hat gekämpft bis zur letzten Minute. Über Wochen verhandelte der Geschäftsführer von Avir Guss mit Investoren über dringend benötigte Gelder für die Zahlung von Löhnen, Abfindungen und Investitionen. Doch am Ende hat die Zeit nicht mehr gereicht.

Am Freitag meldeten die Gusswerke Saarbrücken, die zusammen mit den Gusswerken Leipzig die Avir Guss bilden, Insolvenz an. Damit endet für die dort rund 1000 Mitarbeiter das vorerst letzte Kapitel eines komplizierten Streits, der sie am Ende nicht nur um ihr Gehalt, sondern auch um den Job gebracht hat.

Die Geschichte beginnt mit einem Streit des früheren Eigentümers Prevent und dem Großkunden VW. In einem erbitterten Kampf, den sich der Zulieferer und der Autobauer im vergangenen Jahr lieferten, erwarb der Konzern aus Bosnien die damalige „Neue Halberg Guss“ (NHG), die heute unter Avir firmiert. Anschließend trieb der Zulieferer die Preise drastisch hoch, um VW unter Druck zu setzen. Und sorgte damit am Ende für einen Lieferstopp.

Ende 2018 formierte sich ein Konsortium aus Großkunden der Gießerei, die den späteren Kauf des Unternehmens durch die Sanierungsberatung One Square mit 50 Millionen Euro finanzierte. So kam Frank Günther zu seinem Job: Er ist Managing Partner bei One Square.

Zum Kreis der Investoren gehörten unter anderem der Autohersteller General Motors sowie der Motorenbauer Deutz – aber nicht Volkswagen. Und so kam es auch bei der späteren Verteilung der Sanierungskosten zu Streit, etwa in der Frage, zu welchen Bedingungen sich die Unternehmen an der Rettung beteiligen.

Zum Schluss war eine Einigung offenbar nicht möglich. Am Freitag endete die gesetzliche 21-Tage-Frist, die es Günther erlaubte, nach dem ersten Zahlungsausfall die Verhandlungen weiterzuführen, ohne sich der Insolvenzverschleppung schuldig zu machen.

Bereits am Mittwoch berichtete das Handelsblatt, dass eine Einigung womöglich knapp werden würde. Nach Informationen des Handelsblatts fehlte zu diesem Zeitpunkt die Zusage über einen einstelligen Millionenbetrag, um die Anforderungen für die benötigte Landesbürgschaft zu erfüllen.

Bitter ist der Ausgang auch für den Kölner Motorenhersteller Deutz: Der vermeldete infolge der Insolvenz der Gusswerke Saarbrücken am Freitagabend eine Gewinnwarnung – und stellte eine Ebit-Marge von nunmehr vier bis fünf Prozent in Aussicht, nachdem zuvor fünf Prozent erwartet worden waren. Dabei bestätigte das Unternehmen die Umsatzprognose von mehr als 1,8 Milliarden Euro.

Mehr: Die Gusswerke Saarbrücken sind der dritte Automobilzulieferer, der in den vergangenen Monaten insolvent ging. Für die Kleinen in der Branche wird es eng.

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