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Streit um Kältemittel Gericht stoppt Zulassungsblockade für Daimler

Der Kältemittelstreit zwischen dem Autobauer Daimler und der französischen Regierung könnte bald beendet sein. Ein französisches Verwaltungsgericht hat den Zulassungsstopp für einige Baureihen vorerst ausgesetzt.
25.07.2013 Update: 25.07.2013 - 17:48 Uhr 4 Kommentare
Daimler-Chef Dieter Zetsche mit der neuen A-Klasse von Mercedes: Die Modellreihe könnte bald auch in Frankreich wieder zugelassen werden. Quelle: dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche mit der neuen A-Klasse von Mercedes: Die Modellreihe könnte bald auch in Frankreich wieder zugelassen werden.

(Foto: dpa)

Stuttgart Der Autobauer Daimler hat nach eigenen Angaben im Kältemittel-Streit mit Frankreich einen wichtigen Teilerfolg erzielt. Demnach hat ein französisches Gericht den Zulassungsstopp für einige Modelle zurückgewiesen. „Der Behörde wurden jetzt zehn Tage Übergangszeit eingeräumt, ihre Haltung zu überdenken“, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass die französische Verwaltung der Meinung des Gerichts folgen wird und unsere Fahrzeuge in Kürze wieder in Frankreich zugelassen werden können.“

Frankreich weigert sich seit Anfang des Monats, Modelle der Mercedes A-, B- und SL-Klasse zuzulassen, die vom deutschen Kraftfahrtbundesamt (KBA) nachträglich mit dem alten Kältemittel R134a zertifiziert worden waren. Aus Brüssel hatte Paris für dieses Vorgehen zunächst Rückendeckung bekommen. Nach Sicht von Daimler und auch des KBA haben diese Typgenehmigungen aber europaweit Gültigkeit.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte am Mittwoch betont, der Konzern habe bislang noch keine offizielle Begründung erhalten, warum die Behörden die Zulassungen verweigerten. Nachdem die Stuttgarter im Jahresverlauf zunächst gute Verkaufszahlen aus dem Nachbarland vorgelegt hatten, bremste der Zulassungsstopp die Geschäfte empfindlich. Auch mussten die Schwaben ihre Kunden zunächst mit Ersatzautos versorgen. „Das ist natürlich mit Kosten verbunden“, hatte Zetsche bekannt.

Zudem erwägt Daimler, den Streit mit einem Kompromissvorschlag zu entschärfen. Nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ will der Autobauer den Vorwurf entkräften, Daimler wolle ein neues Kühlmittel in seinen Klimaanlagen nicht verwenden, weil es teurer als das alte ist. Als Zeichen des guten Willens wollen die Stuttgarter demnach mit der Differenz den Umweltschutz unterstützen oder CO2-Zertifikate kaufen. „Das ist sicherlich eine Option von vielen“, sagte ein Daimler-Sprecher am Donnerstag auf Anfrage.

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    Die EU-Kommission gab sich am Donnerstag zugeknöpft. Die Kommission nehme die Entscheidung des französischen Gerichts zur Kenntnis, hieß es in einer Stellungnahme. Die Brüsseler Behörde erinnerte daran, dass der Bundesregierung wegen der Zulassung von nicht-konformen Autos ein Verfahren wegen Verletzung von EU-Recht droht. „Diese Entscheidung [des Gerichts] hat keinen direkten Einfluss auf das oben beschriebene Verfahren.“

    Hintergrund der Blockade der Franzosen ist der Streit um das möglicherweise gefährliche Klimaanlagen-Kältemittel R1234yf. Daimler will es nicht einsetzen, weil es in eigenen Unfall-Simulationen Feuer fing. Die Chemikalie ist aber das derzeit einzige verfügbare Mittel, um eine EU-Richtlinie zu erfüllen, die die Treibhausgas-Emissionen aus Autoklimaanlagen reduzieren soll. Weil Daimler stattdessen das ältere und klimaschädlichere Mittel R134a verwendet, liegt der Konzern im Zwist mit der EU-Kommission sowie den US-Chemieriesen Honeywell und Dupont, die das neue Mittel herstellen.

    • rtr
    • dpa
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    4 Kommentare zu "Streit um Kältemittel: Gericht stoppt Zulassungsblockade für Daimler"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Genau dazu haben wir ja die EU:
      Um dem lieben Nachbarn direkt und ohne Umschweife die Eier quetschen zu können.
      Früher brauchte man dafür Schlachtschiffe.

    • Wirtschaftskrimi
      Das ganze ist ein Wirtschaftskrimi auf höchstem Niveau. Nachdem sich die deutsche Automobilindustrie schon auf CO2 als zukünftiges Kältemittel geeinigt hatte, zauberte die Chemieindustrie schnell ein neues Kältemittel aus dem Hut, um ein Millionengeschäft zu retten. Gleichzeitig wird man in manchem Europaland einen deutschen Entwicklungsvorsprung mit Sorge gesehen haben. Also wurde das unselige 12345y als Ersatzkältemittel in Europa zugelassen und in Konsequenz alle Entwicklungsarbeiten an PKW-CO2 Kälteanlagen weil nicht konkurrenzfähig eingestellt. Die C02 Anlagen hätten schon längst Serienfreif sein können.


    • Zitat : Frankreich hatte sich geweigert, einige Mercedes-Modelle zuzulassen, die vom deutschen Kraftfahrtbundesamt (KBA) nachträglich mit dem alten Kältemittel R134a zertifiziert worden waren.

      - so geht Binnenmarkt in Europa heute...........!

      Abzocke durch €, Nazibeschimpfungen, Verbot des freien Handels !

      Was muss den noch kommen ?

      Zur Wahl gehen, den Shit ABWÄHLEN !

    • "Aus Brüssel hatte Frankreich für sein Vorgehen zunächst Rückendeckung bekommen"

      Welche Überraschung...!

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