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Streit um Kohleprojekt Siemens-Chef Kaeser trifft Klima-Aktivistin Neubauer

Der Konzern ist an einem umstrittenen Projekt in Australien beteiligt. Fridays for Future hatte deswegen zu Demonstrationen aufgerufen. Jetzt kommt Bewegung in die Diskussion.
09.01.2020 - 10:26 Uhr 4 Kommentare
Siemens-Chef Joe Kaeser trifft Klima-Aktivistin Luisa Neubauer Quelle: dpa
Joe Kaeser

Der Siemens-Chef hatte Luisa Neubauer und die Initiative Fridays for Future Anfang der Woche zu einem Gespräch eingeladen.

(Foto: dpa)

München Im Streit um das Kohleprojekt in Australien will Siemens-Chef Joe Kaeser am Freitag die deutsche Umweltaktivistin Luisa Neubauer treffen. Kaeser habe Neubauer und die Initiative Fridays for Future Anfang der Woche zu einem Gespräch eingeladen, bestätigte ein Siemens-Sprecher dem Handelsblatt.

Siemens steht seit Wochen wegen der Beteiligung an dem umstrittenen Kohlebergwerk in Australien in der Kritik. Am Freitag will Fridays for Future an verschiedenen Standorten des Technologiekonzerns demonstrieren. Neubauer hatte zuvor an Kaeser persönlich appelliert, sich aus dem Projekt zurückzuziehen.

Siemens ist mit einem vergleichsweise kleinen Auftrag an dem Projekt beteiligt. Laut Industriekreisen geht es um etwa 20 Millionen Euro für eine Zugsignalanlage. Zum Vergleich: Im vergangenen Geschäftsjahr erzielten die Münchener fast 87 Milliarden Euro Umsatz.

Kaeser hatte im Dezember erklärt, er werde die Kritik prüfen und dann entscheiden. In Industriekreisen wird damit gerechnet, dass der Siemens-Chef am Freitag verkünden könnte, wie diese Entscheidung ausgefallen ist. Es gilt als gut möglich, dass der Konzern aus Vertragstreue gegenüber dem Kunden an dem Auftrag festhalten wird.

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    Noch ist aber keine Entscheidung gefallen. Kaeser wolle sich die unterschiedlichen Perspektiven anhören. Nach Einschätzung in Industriekreisen könnte das Treffen in Berlin stattfinden. Es wird vermutet, dass Kaeser mit der Einladung an Neubauer zeigen will, dass der Konzern die Klimaschutzbewegung und ihre Ziele ernst nimmt.

    Man stehe auf der selben Seite. Siemens habe als einer der ersten Großkonzerne weltweit angekündigt, bis 2030 klimaneutral sein zu wollen. Der Konzern helfe seinen Kunden zum Beispiel mit besonders effizienten Gasturbinen, mit Windrädern oder moderner Gebäudetechnik mehr CO2 einzusparen, als ganz Australien im Jahr produziere.

    Der indische Industriekonzern Adani will in Australien eines der größten Kohlebergwerke der Welt errichten, das jährlich bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle fördern soll. Das Projekt wird von Umweltschützern seit Jahren bekämpft. „Siemens schür kein Feuer“ prangte nun auf der Homepage von Fridays for Future, mit einem Bild von einem Känguru und einem Koala vor brennendem Busch.

    Siemens unterstütze „ein rückwärtsgewandtes Vorhaben und die Zerstörung unseres Planeten und unserer Zukunft“, heißt es in einem Muster-Protestbrief an Kaeser. Die Mine zerstöre die Natur, verdrecke Luft und Grundwasser und der Schiffsverkehr bedrohe die Ökosysteme und Lebewesen im Great Barrier Reef, einem Unesco-Weltnaturerbe.

    Der Bau neuer Kohlekraftwerke stehe zudem in Widerspruch zu den Zielen im Pariser Klima-Abkommen.

    Mehr: Vor der Abspaltung der Energiesparte muss Siemens noch viel Überzeugungsarbeit leisten. Der verbleibende Konzern kann auf eine Höherbewertung hoffen.

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    4 Kommentare zu "Streit um Kohleprojekt: Siemens-Chef Kaeser trifft Klima-Aktivistin Neubauer"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich glaube es geht weniger um sich erpressen zu lassen, als einfach mal mit einander Reden. Ich glaube das würde vielen Kommentatoren hier gut tun, wenn sie mal mehr mit der "Gegenseite" Reden würden anstatt Aktivisten genauso zu verteufeln, wie es selbige mit Vorständen tun.

      Verantwortung hat Herr Kaeser auch der Welt gegenüber, deren Teil die Aktionäre. Aber wie gesagt, es geht doch erstmal um das miteinander und nicht übereinander reden.

    • Kaeser hat vor allem eine Verantwortung den Aktionären gegenüber. Er ist ein Angestellter der Aktionäre der Siemens AG und als solcher hat er sich zu verhalten. Da darf man nicht jede unternehmerische Entscheidung bei Gegenwind kleinlaut wieder einkassieren. Aber mal abwarten vor wem Herr Kaeser am Ende kuscht, vor einer Klimaaktivistin oder vor den Aktionären. Sind Sie auch so gespannt auf das Ergebnis wie ich? Herr Schröder!

    • Nur mal zur Erinnerung,
      2019 war das wärmste Jahr seit 1880 in Europa und das Gleiche gilt für Australien.
      Und Rückrat haben die Leute, die unpopuläre Wahrheiten aussprechen und auch völlig unpopulistisch schmerzhafte Konsequenzen für uns hier in den Ländern mit dem weltweithöchsten Kohlendioxidausschuß pro Kopf fordern. Und diese Leute haben nicht nur Rückrat sondern darauf sitzt ein Kopf, der durchaus in der Lage ist zu verstehen, was 95 Prozent aller Klimawissenschaftler bestätigen - es ist dringend erforderlich einschneidende Maßnahmen zu Kohlendioxideinsparungen durchzuführen und die sind dort am zielführensten wo die größten Verursacher sind.

    • Kein Unternehmen sollte sich von Aktivisten, welcher Couleur auch immer, erpressen lassen. Vertragstreue und Verlässlichkeit stehen auf dem Spiel.

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