Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Streit um Opel-Sparkurs „Es könnte etwas Lärm geben“ - PSA-Chef Tavares sucht Konflikt mit der IG Metall

Der Umsatz von PSA steigt dank der Opel-Übernahme deutlich. Trotzdem demonstriert der Autokonzern im Streit um die Arbeitsplätze Härte.
24.04.2018 Update: 24.04.2018 - 16:24 Uhr Kommentieren
PSA: Opel-Übernahme treibt Peugeot-Umsatz Quelle: Reuters
Peugeot-Messestand

Opel gehört zur PSA-Gruppe – ein Stellenabbau bei der deutschen Marke ist in Diskussion.

(Foto: Reuters)

Paris Peugeot SA (PSA) demonstriert auch nach einem Umsatzsprung dank der neuen Tochter Opel Härte im Streit über den Erhalt von Arbeitsplätzen in Deutschland. PSA bemühe sich weiter, bei der IG Metall Ausnahmeregelungen bei den Tarifen zu erreichen, erklärte PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon am Dienstag bei Vorlage der Zahlen vom ersten Quartal.

In diesem Zeitraum trugen die im vergangenen Jahr übernommenen Töchter Opel und Vauxhall maßgeblich zu einem Umsatzplus von 42 Prozent auf knapp 18,2 Milliarden Euro bei. PSA verkaufte insgesamt über eine Million Autos, fast ein Viertel davon kamen von den neuen Sparten in Deutschland und Großbritannien. Nach einer eigenen Rosskur hin zu mehr Rentabilität sieht PSA auch die Pläne für eine Trendwende bei den beiden Neuzugängen auf Kurs.

Opel und Vauxhall allein brachten PSA Erlöse von gut 4,8 Milliarden Euro ein. Ohne die neuen Unternehmensteile, also nur mit den ursprünglichen Kernmarken Peugeot, Citroën und DS, musste sich PSA im Autogeschäft mit einem Umsatzplus von 13,3 Prozent auf 10,21 Milliarden Euro begnügen. Angaben zu Gewinnen oder Verlusten gab es zunächst nicht. An der Pariser Börse gaben die Peugeot-Aktien im frühen Handel 0,6 Prozent nach.

PSA pocht auf Lohnverzicht

Die Pläne für Opel und Vauxhall entwickelten sich wie vorgesehen, um „diese starke Leistung zu einer soliden Basis für die Zukunft zu machen“, erklärte der PSA-Finanzvorstand. Sein Konzern hatte Opel im vergangenen Jahr von General Motors übernommen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    Das sind die beliebtesten PSA-Modelle im ersten Quartal
    Platz 10: Citroen Berlingo
    1 von 10

    Für ein Nutzfahrzeug kommt der Berlingo relativ ungewöhnlich daher. Der Hochdachkombi hat aber eine überzeugte Fangemeinde: 40.110 Fahrzeuge konnte PSA in den ersten drei Monaten 2018 wieder verkaufen. Auch, weil der ehemalige Kleinlaster immer Pkw-ähnlicher wird. Heute ist er 4,38 Meter lang und 1,80 hoch, mit moderner Inneneinrichtung und schon ab 17.600 Euro zu haben.

    (Foto: AP)
    Platz 9: Peugeot 206
    2 von 10

    1998 trat der Peugeot 206 als Nachfolger des erfolgreichen 205 ein großes Erbe an. Doch diese Herausforderung meisterte er nicht nur, sondern wurde sogar noch beliebter als sein Vorgänger. In Deutschland war der Franzose sogar mehrere Jahre lang das meistverkaufte Importauto in Deutschland. 20 Jahre später werden immer noch 46.164 des 206er verkauft - vor allem im Schwellenländern.

    (Foto: AFP)
    Platz 8: Opel Astra
    3 von 10

    Auch beim neuen Mutterkonzern schafft es der Astra unter die meistverkauften Modelle. Auch wenn der Absatz sich schlechter entwickelte, als man es in Rüsselsheim erwartet hat. 50.915 Neuwagen kamen 2018 bereits dazu.

    (Foto: AP)
    Platz 7: Peugeot 2008
    4 von 10

    Seit 2013 spielt Peugeot mit dem 2008 in der Liga der Mini-SUV mit. Als Nachfolger des Kombis 207 SW bietet er zwar im Vergleich mit dem Großen weitaus weniger Platz; dem Käufer scheint das aber nichts auszumachen. 54.156 Exemplare des Kleinwagens verkaufte PSA in diesem Jahr, und damit 6,2 Prozent weniger als zum Jahresende 2017.

    (Foto: Reuters)
    Platz 6: Peugeot 308
    5 von 10

    Im letzten Herbst schickten die Franzosen eine überarbeitete Version des 308er auf den Markt. Dabei hat sich Peugeot auf die inneren Werte konzentriert: Neue Assistenten und saubere Motoren sollen den Kompaktwagen modern machen. Mit einem Absatz von 54.620 im ersten Quartal scheint sich diese Idee bereits auszuzahlen: Das Modell landet mit einem Absatzplus von 58 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal auf dem sechsten Platz der meistverkauften PSA-Fahrzeuge.

    (Foto: Reuters)
    Platz 5: Citroen C3
    6 von 10

    Der C3 gehört für Citroën seit Jahren zu den erfolgreichsten Modellen in Europa. 58.645 mal fand der Stadtflitzer in diesem Jahr bereits einen neuen Eigentümer. Im Vergleich zum letzten Quartal ist der Absatz damit aber um zwei Prozent zurückgegangen.

    (Foto: dpa - picture alliance)
    Platz 4: Opel Corsa
    7 von 10

    Das meistverkaufte Auto von Opel wird derzeit noch in Eisenach, bald aber in Spanien gebaut. 57.872 Exemplare des Corsa verkaufte der Konzern im ersten Quartal weltweit. Seit 1982 der erste Corsa A vom Band lief, hat sich das Modelldesign stetig verändert. Sein Nachfolger soll allerdings erstmals auf einer PSA-Plattform gebaut werden.

    (Foto: dpa)

    Nachdem PSA 2014 selbst noch mit Kapitalspritzen gestützt werden musste, legt das Unternehmen inzwischen Rekordrenditen vor. Konzernchef Carlos Tavares setzte dafür in Frankreich und auch Großbritannien harte Einsparungen durch und will nun auch die deutschen Werke auf Kurs bringen. So pocht er auf Lohnverzicht der Beschäftigten, um die Arbeitskosten hierzulande auf das niedrigere Niveau des Gesamtkonzerns zu drücken.

    Deshalb liegt die Opel-Belegschaft mit der neuen Muttergesellschaft über Kreuz: Betriebsrat und IG Metall werfen den Franzosen nach gut einem halben Jahr ergebnisloser Verhandlungen vor, mit einem Kahlschlag in Deutschland die Marke mit dem Blitz zu gefährden. Laut Gewerkschaften steht in Deutschland vor allem das kleinste Werk, Eisenach, auf der Kippe.

    Seine Aktionäre schwört PSA-Chef Tavares auf von wochenlange Verhandlungen mit der IG Metall ein. Die Gespräche mit den deutschen Gewerkschaften könnten „in den kommenden Wochen etwas Lärm“ verursachen, sagte der 59-Jährige am Dienstag auf der Hauptversammlung des französischen Unternehmens. „Seien Sie nicht überrascht“, riet er den Aktionären und pries das Vorgehen in Deutschland als wichtig für den Erfolg von Opel.

    Um die neue Tochter „wieder auf Kurs zu bringen“, seien diese intensiven Verhandlungen nötig. „Wir müssen das tun, was notwendig ist, um das Management wieder ins Zentrum des Systems zu bringen, damit Opel vom Management geleitet wird“, erklärte der gebürtige Portugiese.

    Insgesamt laufen die Geschäfte gut: PSA brachte im ersten Quartal insgesamt knapp 1,1 Millionen Autos an die Kunden. Davon kamen fast 275.000 von Opel oder Vauxhall. Insgesamt belief sich die Absatzsteigerung auf 44 Prozent, bei Opel und Vauxhall gab es zunächst keine Zahlen zur Entwicklung.

    Doch dass die beiden neuen Töchtern einen maßgeblichen Anteil an den steil gestiegenen Verkaufszahlen hatten, ergibt sich aus den Statistiken für Europa: Hier erhöhten Peugeot, Citroën und DS ihren Absatz um 8,7 Prozent, während er insgesamt – also mit Opel und Vauxhall – um fast 66 Prozent in die Höhe schoss.

    Vor dem Thüringer Opel-Standort Eisenach protestierten am Dienstag Beschäftigte, Metaller sowie Landespolitiker gegen drohenden Stellenabbau. Nach Angaben der IG Metall ist bisher nur die Produktion eines großen Geländewagens mit einer Jahresstückzahl von unter 100-000 Fahrzeugen für Eisenach im Gespräch. Damit hätten nur knapp 1000 der derzeit 1800 Beschäftigten eine Perspektive, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

    Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) rief Unternehmens- und Arbeitnehmervertreter zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. „Die Differenzen müssen dort ausgeräumt werden“, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur.

    • rtr
    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Streit um Opel-Sparkurs - „Es könnte etwas Lärm geben“ - PSA-Chef Tavares sucht Konflikt mit der IG Metall
    0 Kommentare zu "Streit um Opel-Sparkurs: „Es könnte etwas Lärm geben“ - PSA-Chef Tavares sucht Konflikt mit der IG Metall"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%