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Streit um Stahlfusion Arbeitnehmer und Thyssen-Krupp einigen sich

Bei der Stahlfusion von Thyssen-Krupp und Tata Steel sollen betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen über neun Jahre ausgeschlossen werden. Darauf haben sich Arbeitnehmer und Thyssen-Krupp geeinigt.
Update: 22.12.2017 - 09:15 Uhr Kommentieren
Die IG Metall hatte dem Vorstand ein Ultimatum für den Abschluss der Verhandlungen mit den Arbeitnehmern bis zum 22. Dezember gestellt – nun einigten sich beide Seiten auf die Eckpunkte. Quelle: dpa
IG Metall

Die IG Metall hatte dem Vorstand ein Ultimatum für den Abschluss der Verhandlungen mit den Arbeitnehmern bis zum 22. Dezember gestellt – nun einigten sich beide Seiten auf die Eckpunkte.

(Foto: dpa)

DüsseldorfNach dem monatelangen Streit um die Stahlfusion wächst bei Thyssen-Krupp kurz vor Weihnachten die Vorfreude: Vorstandschef Heinrich Hiesinger hat den Stahlkochern des Konzerns für das Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel eine Reihe von Zugeständnissen gemacht. Im Schulterschluss mit der mächtigen IG Metall sagte der Manager den Beschäftigten unter anderem für neun Jahre den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen zu. Die Aktie lag am Freitagmorgen kaum verändert bei 24,18 Euro.

Die am Abend zuvor geschlossene Vereinbarung sei eine wesentliche Voraussetzung zur Umsetzung der strategischen Ziele, betonte Hiesinger. Die Fusionspläne sorgen seit anderthalb Jahren für heftige Proteste in der Belegschaft. Tausende Stahlkocher waren dagegen auf die Straße gegangen.

In trockenen Tüchern ist die nun erzielte Einigung noch nicht, sollen doch die IG-Metall-Mitglieder darüber im Januar noch abstimmen. Zudem steht eine Zustimmung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat zu den Fusionsplänen noch unter Vorbehalt. Wirtschaftliche Gutachten müssen bestätigen, dass das Joint Venture tragfähig ist. Hiesinger kann die Pläne zwar auch gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter vom Aufsichtsrat absegnen lassen. Er würde damit aber einen Bruch mit den Gewerkschaften riskieren, auf deren Unterstützung er bei der Umsetzung der Pläne setzt. Schließlich sollen dabei - sowohl bei Thyssen wie auch bei Tata - bis zu 2000 Jobs abgebaut werden.

„Die Einigung entspricht damit unserem Verständnis von unternehmerischer Verantwortung“, betonte der Vorstandschef. „Sie gibt uns zum einen die Möglichkeit, die für das Joint Venture angekündigten wirtschaftlichen Vorteile und Synergien zu erzielen und damit wie geplant Mehrwert für Thyssen-Krupp und seine Aktionäre zu schaffen.“

Hiesinger kam der IG Metall weit entgegen. Diese hatte zehn Jahre Sicherheit gefordert. Neben betriebsbedingten Kündigungen sollen auch Standortschließungen neun Jahre ausgeschlossen werden, wenn die beiden Firmen ihre Stahlsparte zusammenlegen. „Das hat es auch im Stahl so noch nie gegeben“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef von Thyssen-Krupp Steel Europe, Detlef Wetzel, der Nachrichtenagentur Reuters. Thyssen-Krupp gebe den Beschäftigten „eine gute Zukunftsperspektive und sichert Arbeitsplätze“, erklärte Hiesinger. „Mit dieser Einigung wird eine Beschäftigungssicherung bis zum 30.09.2026 vereinbart.“

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