Studie der Commerzbank Schwere Zeiten für deutsche Autozulieferer

Die deutschen Autozulieferer waren 2014 so profitabel wie lange nicht. Eine Commerzbank-Studie zeigt: Das schwache Wachstum in China und steigende Anforderungen dürften dem Trend nun aber ein Ende setzen.
Kommentieren
Der steigende Kostendruck und die staatliche Reglementierung in China belasten die deutschen Autobauer. Quelle: dpa
Vorderradachsen für Mercedes

Der steigende Kostendruck und die staatliche Reglementierung in China belasten die deutschen Autobauer.

(Foto: dpa)

StuttgartDas schwächere Wachstum auf dem chinesischen Automarkt dürfte nach Einschätzung von Experten nicht spurlos an den deutschen Zulieferern vorbeigehen. Die Märkte in China und Nordamerika, die bislang stark zum Gewinn der Unternehmen beigetragen hätten, zeigten ein geringeres Wachstum, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Commerzbank.

Gerade in China stiegen der Kostendruck und die staatliche Reglementierung. Hinzu komme ein höherer Kostendruck durch die verschärfte CO2-Regulierung und strengere Sicherheitsbestimmungen.

In Europa gehe es nach dem Einbruch während der Finanzkrise zwar weiter aufwärts. „Aber mit Ausnahme von Osteuropa ist langfristig größtenteils nur mit Aufholprozessen und nicht mit echtem, nachhaltigem Marktwachstum zu rechnen“, erklärte Michael Kotzbauer, Bereichsvorstand der Commerzbank-Mittelstandsbank Süd.

Insgesamt sei die Ertragskraft bei den Zulieferern 2014 weiter gestiegen. Die durchschnittliche Rendite - also der Anteil des Gewinns am Umsatz - liege bei 7 bis 7,5 Prozent, sagte Commerzbank-Analyst Thomas Gronemeier. „Das ist seit langem das höchste Niveau.“ In den kommenden Jahren werde die Profitabilität stark von den einzelnen Produkten und Wachstumsmärkten abhängen.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
1 von 14

14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
2 von 14

Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
3 von 14

Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
4 von 14

Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
5 von 14

Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
6 von 14

Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
7 von 14

Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Bislang machen die Autozulieferer etwa 36 Prozent ihrer Umsätze im Ausland. China ist nach den EU-Nachbarn der wichtigste Einzelmarkt. Gleichzeitig werden die deutschen Anbieter in den kommenden Jahren aber noch mehr als bislang im Ausland produzieren müssen.

Auch Zulieferer aus der zweiten oder dritten Reihe müssten künftig ihren Kunden ins Ausland folgen, so die Experten. Denn immer mehr Vorprodukte und Teile müssten vor Ort beschafft werden. Das beziehe sich vor allem auf die stark wachsenden Produktionsländer wie China und Mexiko, heißt es in der Studie.

Gerade kleinere Mittelständler müssten daher regelmäßig ihr Geschäftsmodell überprüfen, sagte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbands des Automobilindustrie (VDA). Denn sie müssten sich die Frage stellen, ob ihnen Aufträge in Deutschland verloren gehen, wenn sie ihre Kunden in China nicht versorgen können. Das Ausland sei auch wichtig, um Standorte in Deutschland zu halten, so Bräunig.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Studie der Commerzbank - Schwere Zeiten für deutsche Autozulieferer

0 Kommentare zu "Studie der Commerzbank: Schwere Zeiten für deutsche Autozulieferer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%