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Studie Weibliche Dax-Vorstände rücken stärker in zentrale Rollen

Ein neuer Karriere-Report analysiert die Vorstände der 30 Dax-Konzerne: Frauen übernehmen zunehmend operative Verantwortung.
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Studie: Weibliche Dax-Vorstände rücken stärker in zentrale Rollen Quelle: Reuters
Melanie Kreis und Frank Appel

Die Managerin steht bei der Deutschen Post dem Bereich Finanzen vor.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Es ist ein viel diskutiertes Thema im Topmanagement: Unternehmen achten zwar darauf, dass sie Frauen in ihre Vorstände holen. Dort werden sie aber oft nicht mit den wichtigen operativen Funktionen betraut, sondern verantworten Personal- oder Rechtsthemen. Doch dieser Trend löst sich nun offenbar langsam auf.

Nach einer Analyse der Personalberatung Odgers Berndtson bekommen Frauen in den Vorständen der 30 Dax-Konzerne zunehmend verantwortungsvollere Aufgaben. Zwar ist in diesem Jahr der Anteil der Vorständinnen nicht weiter gestiegen, er verharrt bei nur 14 Prozent. Zugleich aber rücken die Managerinnen in den Gremien stärker in zentrale Rollen.

18 der 28 weiblichen Dax-Vorstände haben mittlerweile Verantwortung für operative Geschäfte, Regionen oder fürs Finanzwesen, zeigt die Untersuchung. So stehen etwa Dessi Temperley (Beiersdorf), Melanie Kreis (Deutsche Post), Rachel Empey (Fresenius) und Helene von Roeder (Vonovia) dem wichtigen Bereich Finanzen vor. Die gebürtige Inderin Sucheta Govil führt bei Covestro als Chief Commercial Officer seit August das operative Geschäft der drei Kunststoff-Bereiche. Britta Seeger leitet im Daimler-Vorstand den Vertrieb von Mercedes-Benz Cars.

„Die alten Verhaltensmuster bei der Rekrutierung von weiblichen Top-Managern brechen auf – wenn auch nur langsam“, beobachtet Klaus Hansen, Partner bei Odgers Berndtson. „Zudem trägt die Förderung von Frauen, in welche die Unternehmen seit vielen Jahren investieren, langsam Früchte.“ Sieben Dax-Konzerne haben allerdings noch immer keine Frau im Vorstand – so etwa Eon, die Deutsche Bank und Bayer.

Mit der Übertragung von mehr Verantwortung geht einher, dass die weiblichen Vorstände im Schnitt auch mehr verdienen. Allerdings ist der Gehalts-Unterschied zu den Männern noch immer signifikant: Rund 3,5 Millionen Euro verdiente ein Dax-Vorstand 2018 im Schnitt. Die Frauen in den Führungsgremien verdienten im Mittel 327.000 Euro jährlich weniger als ihre männlichen Kollegen.    

Odgers Berndtson analysiert in dem am Montag vorgelegten Vorstandsreport die Karrieren aller Dax-Vorstände. Die Ergebnisse sind ein Hinweis darauf, wie der Weg an die Spitze der Unternehmen aussieht und was Kandidaten dafür mitbringen müssen.

Alte Karrieremuster dominieren

Ein ernüchterndes Ergebnis dabei: Trotz großer neuer Herausforderung wie der Digitalisierung dominieren in den Unternehmen noch immer alte Karrieremuster. Das fängt schon mit dem Alter an. Ein echter Trend zur Verjüngung ist noch nicht festzustellen. Das Durchschnittsalter eines Dax-Vorstandes ist seit 2005 praktisch unverändert und liegt bei 53 Jahren.

Betrachtet man die Ausbildung der Vorstände, so ähneln sich ihre Wege immer stärker: 60 Prozent haben Wirtschaftswissenschaften studiert. Ingenieure und Juristen sind in den Top-Gremien deutlich weniger zu finden als noch vor zehn Jahren. Informatiker spielen in den Führungsgremien praktisch überhaupt keine Rolle.

Nach wie vor zählt bei der Berufung zum Vorstandsvorsitzenden, dass der Kandidat eine jahrelange Tour durch verschiedene Positionen im Unternehmen absolviert hat. Vor der Berufung war ein Dax-CEO im Schnitt bereits seit zwölf Jahren im Unternehmen tätig und hat tiefe Branchenkenntnis erworben. 80 Prozent der CEOs im Dax kommen aus den eigenen Reihen, Quereinsteiger gibt es kaum. „Die Firmen setzen auf den kontinuierlichen Aufbau von innen“, sagt Hansen.

Aufschlussreich ist auch die Ausbildung der Dax-Vorstände: Noch vor 15 Jahren trug mehr als die Hälfte von ihnen einen Doktortitel. Doch dies wird immer weniger relevant. Stattdessen nimmt die Zahl der Manager mit MBA-Abschluss kontinuierlich zu.

Fast alle Dax-Vorstände haben studiert, und zwar vorwiegend an der LMU München, der RWTH Aachen, der TU Darmstadt sowie an den Unis in Hannover und Köln. Jeder fünfte hat vorher bei Unternehmensberatungen gearbeitet – vor allem McKinsey ist in den Führungsgremien stark vertreten.

Mehr: Geht es um die Führung, bleiben deutsche Vorstände und Aufsichtsräte oft unter sich. Doch nun kommen bei Neubesetzungen vermehrt Ausländer zum Zug – und die bringen Resultate.

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