Susanne Klatten und Stefan Quandt Quandt-Kinder erben BMW-Anteile gemeinsam

Die BMW-Erbin Johanna Quandt ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Ihre Anteile erben ihre Kinder gemeinsam. Ein Pflichtangebot zur Übernahme des Autobauers will Stefan Quandt aber nicht abgeben.
Update: 11.08.2015 - 15:48 Uhr Kommentieren
Stefan Quandt und Susanne Klatten erben die BMW-Anteile ihrer Mutter. Quelle: ap
Johanna Quandt mit ihren Kindern

Stefan Quandt und Susanne Klatten erben die BMW-Anteile ihrer Mutter.

(Foto: ap)

FrankfurtDie Anteile der verstorbenen BMW-Großaktionärin Johanna Quandt an dem Münchener Autobauer werden unter ihren Kindern aufgeteilt. Die Firma, in der die Witwe von Herbert Quandt ihr BMW-Aktienpaket geparkt hatte, werde voraussichtlich zwischen Stefan Quandt und Susanne Klatten geteilt, sagte ein Sprecher der Familie am Dienstag in Bad Homburg.

Die vor einer Woche mit 89 Jahren gestorbene Johanna Quandt hatte allerdings den größten Teil der Aktien unbemerkt von der Öffentlichkeit bereits von 2003 bis 2008 an die beiden Kinder verteilt, die Stimmrechte für das gesamte Paket von mehr als 16 Prozent an BMW aber behalten. Persönlich hielt sie zuletzt nur noch 0,4 Prozent der Aktien.

Stefan Quandt dürfte künftig mit knapp 26 Prozent an BMW beteiligt sein, seine Schwester mit knapp 21 Prozent. Insgesamt hält die Familie weiterhin fast 47 Prozent an dem Autobauer, bei dem der Vater von Stefan Quandt und Susanne Klatten Ende der 1950er-Jahre eingestiegen war.

Formal werden beide durch die Erbschaft zunächst gemeinsam Eigentümer der Holding ihrer Mutter, in der die BMW-Anteile geparkt waren, wie der Sprecher erläuterte. Dadurch müsste Stefan Quandt ein milliardenschweres Übernahmeangebot für den gesamten Konzern abgeben, weil er mit 34,2 Prozent der Stimmrechte über die Schwelle von 30 Prozent kommt. Er habe aber bei der Finanzaufsicht Bafin beantragt, von der Pflicht befreit zu werden, sagte der Familiensprecher. „Wir sind auch zuversichtlich, dass dem stattgegeben wird“, fügte er hinzu. Bei Erbfällen sei eine solche Befreiung nach dem Gesetz möglich.

BMW-Erbin und Mäzenatin
Johanna Quandt ist gestorben
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Familie Quandt
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Zusammen mit ihren Kindern Stefan Quandt und Susanne Klatten hielt Johanna Quandt knapp die Hälfte der BMW-Stammaktien. Die Geschwister sitzen auch im Aufsichtsrat des Autobauers. Die starke Stellung der Familie hat in den vergangenen Jahren für große Kontinuität bei dem Münchner Konzern gesorgt.

Eheleute Quandt 1971
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Johanna Maria Quandt, so ihr vollständiger Name, arbeitete in den 1950er Jahren für den Unternehmer Herbert Quandt, den sie 1960 heiratete. Nach seinem Tod 1982 übernahm Johanna Quandt die Mandate in den Aufsichtsräten von BMW, Altana und anderen Gesellschaften.

Mit Sohn Stefan
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Ende der 1990er Jahre übergab sie die unternehmerische Verantwortung an ihre beiden Kinder. Auf öffentliche Auftritte legte sie keinen großen Wert. Ihr Sohn Stefan merkte dazu in einer Rede zu ihrem 80. Geburtstag an, so groß das Interesse seiner Mutter an anderen Menschen sei, so wenig leuchte ihr ein, dass sich jemand für sie interessieren könnte. So laute ihre Lieblingsantwort auf die Frage, ob sie „die“ Frau Quandt sei: „Ach ja, schön wär's“.

Die Chefin
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Die Tochter eines Kunsthistorikers machte sich auch einen Namen durch ihr gemeinnütziges Engagement. Unter anderem förderte sie junge Journalisten. Darüber hinaus engagierte sie sich für die Medizin und die medizinisch-wissenschaftliche Forschung. Johanna Quandt erhielt zahlreiche Ehrungen, darunter das Große Bundesverdienstkreuz. „Ein Vermögen zu besitzen, das bedeutet auch, gesellschaftliche Verantwortung zu tragen“, sagte sie bei der Verleihung 2009.

BMW-Logo
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BMW ist einer der erfolgreichsten Autokonzerne der Welt. Auch in diesem Jahr steuern die Münchner auf neue Bestmarken bei Verkäufen, Umsatz und Gewinn zu. Nach Schätzung des US-Wirtschaftsmagazins „Forbes“ war Johanna Quandt mit umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro Vermögen eine der reichsten Deutschen, dazu zählen demnach auch ihre beiden Kinder.

Harald Krüger
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Die Großaktionärin habe dem Unternehmen „Begeisterung und Leidenschaft“ entgegengebracht sowie Rückhalt und Sicherheit gegeben“, sagte der neue BMW-Vorstandsvorsitzende Krüger der „Süddeutschen Zeitung“ (Online).

Johanna Quandt war am 3. August im Alter von 89 Jahren in Bad Homburg bei Frankfurt gestorben. Sie hatte 1960 den Unternehmer Herbert Quandt geheiratet und nach dessen Tod das Erbe weitergeführt. Die Quandts gehören mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 30 Milliarden Euro zu den reichsten Familien Deutschlands. Sie besitzen neben ihren Anteilen an BMW unter anderem den Chemiekonzern Altana, sowie Anteile an SGL Carbon und Nordex.

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