Takata-Defekt VW ruft weitere Airbags in USA zurück

Das Debakel um defekte Airbags des japanischen Herstellers Takata zieht weitere Kreise. Auch VW ist von der jüngsten Ausweitung des Mega-Rückrufs in den USA betroffen. Noch stärker hat es General Motors erwischt.
Bei den fehlerhaften Takata-Airbags besteht Explosionsgefahr. Quelle: Reuters
Defekter Airbag

Bei den fehlerhaften Takata-Airbags besteht Explosionsgefahr.

(Foto: Reuters)

HerndonDie Probleme rund um den Autozulieferer Takata nehmen kein Ende. Der deutsche Hersteller Volkswagen muss in den USA 217.000 weitere Autos mit Airbags aus der Produktion der Japaner zurückrufen, wie aus am Donnerstag bei der US-Verkehrsaufsicht NHTSA eingereichten Dokumenten hervorgeht. Andere Autobauer, allen voran General Motors (GM), sind noch stärker betroffen. Beim US-Branchenführer werden 1,9 Millionen Fahrzeuge weitere zurückgerufen.

Damit käme das Unternehmen der jüngst von der NHTSA angeordneten Ausweitung des landesweiten Takata-Rückrufs nach, erklärte ein Sprecher. Bei einigen Takata-Airbags besteht das Risiko, dass sie zu kräftig auslösen und bei der Explosion Teile der Verkleidung durch das Innere des Fahrzeugs geschleudert werden können.

Der Defekt wird weltweit mit mindestens elf Todesfällen und zahlreichen zum Teil schweren Verletzungen in Zusammenhang gebracht – die meisten in den USA. Takata muss in den Vereinigten Staaten nach derzeitigem Stand rund 70 Millionen Airbags zurückrufen, und die NHTSA betont, dass es durchaus noch mehr werden könnten. Es handelt sich bereits um den größten Rückruf der US-Unternehmensgeschichte.

Auch die deutschen Hersteller Daimler und BMW hat der Takata-Rückruf stark erwischt. Beide Unternehmen hatten schon in den Vorwochen bekanntgegeben, deshalb weitere 200.000 beziehungsweise 120.000 Autos in den USA zurückzurufen. Bereits zuvor waren die Hersteller mit jeweils über 800.000 und VW mit rund 680.000 Wagen betroffen gewesen. Insgesamt machen die Takata-Probleme mindestens 14 Autobauern zu schaffen, am stärksten dem japanischen Hersteller Honda.

Das sind die zehn umsatzstärksten Konzerne Deutschlands
Platz 10: Audi
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Die Ingolstädter sind die Cashcow des Wolfsburger Autobauers Volkswagen, zu dem Audi seit 1969 gehört. Dem Konzern ist es gelungen, den Umsatz im vergangenen Jahr (im Vergleich zu 2014) um 8,6 Prozent zu steigern. Im gesamteuropäischen Ranking hat sich Audi deswegen um einen Platz auf den 26. Rang verbessert.

Umsatz (2015): 58,4 Milliarden Euro
Umsatzentwicklung (im Vergleich zu 2014): + 8,6 Prozent

Platz 9: Metro
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Metro spielt nicht mehr in der ersten Börsenliga mit. Doch obwohl der Großhandelskonzern mittlerweile im MDax notiert ist, ist er hinsichtlich des Umsatzes in Deutschland immer noch erstklassig. Auf europäischer Ebene kommt Metro immerhin auf den 24. Platz und konnte sich damit um einen Platz verbessern – und das obwohl der Umsatz um mehr als ein Prozent gesunken ist. Damit hat sich Metro allerdings besser entwickelt als der Schnitt. In Europa ist der Gesamtumsatz der Top-300-Konzerne um 4,2 Prozent von 7,3 auf knapp sieben Billionen Euro gesunken.

Umsatz: 59,2 Milliarden Euro
Entwicklung: - 1,2 Prozent

Platz 8: Deutsche Post
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Die Deutsche Post hat ein durchwachsenes Jahr hinter sich. 2015 sank der operative Gewinn um 19 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Der Umsatz hingegen legte über fünf Prozent zu.

Umsatz: 61,6 Milliarden Euro
Entwicklung: + 5,1 Prozent

Platz 7: Deutsche Telekom
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Die Deutsche Telekom konnte ihren Umsatz um über zehn Prozent steigern. Während hierzulande das Geschäft schleppend verläuft, sorgt vor allem die florierende US-Mobilfunksparte für diesen Umsatzsprung. Der Erfolg kommt überraschend. T-Mobile USA war einst ein Verkaufskandidat der Deutschen Telekom. Das US-Kartellamt verhinderte damals diesen Verkauf – mittlerweile zur Freude des deutschen Telekomkonzerns.

Umsatz: 69,2 Milliarden Euro
Entwicklung: + 10,5 Prozent

Platz 6: BASF
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Die Chemiebranche steht derzeit unter großem Druck. Der Preisverfall an den Rohölmärkten und Rezessionen in vielen Schwellenländern belasten die Geschäfte und sorgen für eine Konsolidierungswelle. Große Konzerne wie BASF gehen auf Einkaufstour. Auch Konkurrent Bayer sucht nach Kaufgelegenheiten. Als heißer Übernahmekandidat gilt Monsanto, der sowohl bei Bayer als auch bei BASF auf der Liste steht.

Umsatz: 70,4 Milliarden Euro
Entwicklung: - 5,2 Prozent

Platz 5: Siemens
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Das starke Industriegeschäft lässt die Kassen bei Siemens klingeln. Sowohl Umsatz als auch Gewinn konnte der Konzern steigern. Besonders gut liefen die Sparten Power, Gas und Windenergie. Profitieren konnte Siemens auch von der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran.

Umsatz: 75,6 Milliarden Euro
Entwicklung: + 6,2 Prozent

Platz 4: BMW
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Die Autobranche gehört nach wie vor zu den größten Branchen in Europa. BMW kommt im gesamteuropäischen Ranking auf den neunten Platz. Der Umsatz ist im vergangenen Jahr um fast 15 Prozent gestiegen – auch dank führender Technologien. So ist BMW einer der wenigen Autohersteller, dessen Dieselmotoren nicht im Verdacht stehen, Abgasemissionen manipuliert zu haben.

Umsatz: 92,2 Milliarden Euro
Entwicklung: + 14,6 Prozent

Für neuen Wirbel in dem Fall sorgte zudem ein Bericht des US-Senats, der in einem größeren Artikel in der „New York Times“ aufgegriffen wurde. Darin beschuldigen Abgeordnete mindestens vier Autokonzerne – Toyota, VW, Fiat Chrysler und Mitsubishi – weiterhin Takata-Airbags in Neuwagen zu verwenden, bei denen Rückrufgefahr besteht. Es geht um Airbags mit Gasgeneratoren mit dem umstrittenen Treibstoff Ammoniumnitrat und ohne ein bestimmtes Trockenmittel, das langfristig Korrosion bei feuchtem und heißem Klima verhindern soll.

Sprecher von Mitsubishi, Toyota und Fiat Chrysler bestätigten, dass in den USA teilweise weiter Autos mit diesen Gasgeneratoren verkauft würden. Toyota und Fiat Chrysler betonten aber, dass man sich an alle Vorgaben der NHTSA halte. Toyota werde den Einsatz von Gasgeneratoren von Takata mit dem Trockenmittel stufenweise weiter erhöhen oder aber auf Generatoren von anderen Zulieferern zurückgreifen, hieß es. Von VW gab es zunächst keine Reaktion.

  • dpa
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