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Tamiflu US-Gesundheitsbehörde spricht Roche von Verdacht frei

Der Vorwurf wog schwer: Ein Dutzend Kinder sollen nach der Einnahme des Grippemittels Tamiflu gestorben sein. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat den Hersteller Roche nun aber entlastet.
Das Grippemedikament

Das Grippemedikament "Tamiflu". Foto: dpa

HB WASHINGTON. Es gebe derzeit keine ausreichenden Belege dafür, dass das Medikament von Roche die Vorfälle verursacht habe, teilte die FDA am Freitag mit. Daher beabsichtige sie derzeit auch keine Ergänzung des Beipackzettels oder der Verpackung um Hinweise über Todesfälle und psychische Störungen. Die FDA wolle allerdings empfehlen, die Patienteninformationen um Warnhinweise über mögliche allergische Hautreaktionen zu ergänzen.

Die FDA hatte von Roche weitere Informationen angefordert, nachdem das Grippemedikament in Zusammenhang mit dem Tod von zwölf Kindern in Japan gebracht worden war. Zudem hatte die FDA es am Donnerstag als beunruhigend bezeichnet, dass Kinder in 32 Fällen nach der Einnahme von Tamiflu Halluzinationen gehabt oder sich abnormal verhalten haben sollen.

Roche hatte am Donnerstag mitgeteilt, es sei keine Zunahme von Todesfällen oder neuropsychiatrischen Vorfällen bei Tamiflu-Patienten im Vergleich zu anderen Grippe-Patienten feststellbar. Von 1 Million Kinder, die das Medikament genommen hätten, sei 1 Kind gestorben, rechnete die Gesellschaft am Donnerstag vor. Zugleich verwies Roche darauf, dass die Sterblichkeitsrate bei Grippepatienten nach der Einnahme des Mittels im Vergleich zu unbehandelten Patienten gesunken sei. „In den vergangenen sechs Jahren wurde Tamiflu breit angewandt und hat dabei die Sicherheitsprüfungen in den USA und Japan stets bestanden“, sagte Roche-Sprecher Al Wasilewski.

Roche-Aktien gerieten am Donnerstag wegen der Vorwürfe kräftig unter Druck. Tamiflu wurde zuletzt für Roche zum wahren Verkaufsschlager, da es als eines der wenigen wirksamens Medikament gegen die Vogelgrippe gilt. Weltweit decken sich derzeit Staaten und Privatverbraucher mit Tamiflu ein, um gewappnet zu sein, falls sich die vor allem in Asien grassierende Krankheit zu einer weltweiten Seuche entwickeln sollte.

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