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Tarif-Einigung Chemiebranche erhöht Löhne um vier Prozent

Rund eine halbe Millionen Menschen können sich über steigende Löhne freuen. In der Chemieindustrie haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf einen neuen Tarif geeinigt.
31.03.2011 Update: 31.03.2011 - 14:41 Uhr Kommentieren
Bad Honnef

Die rund 550.000 Beschäftigten der Chemiebranche erhalten 4,1 Prozent mehr Lohn. Darauf einigten sich die Gewerkschaft IG BCE und der Chemiearbeitgeberverband BAVC am Donnerstag in Bad Honnef, wie beide Seiten mitteilten. Die Gesamtlaufzeit liege bei 15 Monaten. Der Beginn der Tariferhöhung soll flexibel je nach wirtschaftlicher Lage des Unternehmens gestaltet werden.

Die IG BCE war mit einer Forderung von sieben Prozent mehr Lohn und einer Tariflaufzeit von zwölf Monaten in die Verhandlungen gezogen. "Wir sind stolz auf diese Zahl, die wir setzen konnten", sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Peter Hausmann.

Das Tarifergebnis sieht vor, dass nach einem "Leermonat" die Entgelte der Chemiebeschäftigten um 4,1 Prozent für 14 Monate angehoben werden. In Betrieben, denen es sehr gut geht, sollen die Löhne unmittelbar erhöht werden. In Unternehmen, die sich dagegen von den Folgen der Krise noch nicht ganz erholt haben, kann die Anhebung um zwei weitere Monate mit Zustimmung der Betriebsräte verschoben werden.

Auch die Arbeitgeberseite zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Es sei dafür Sorge getragen worden, dass der Abschluss die Breite der Betriebe abdecke, sagte Arbeitgeber-Verhandlungsführer Hans-Carsten Hansen. Der Abschluss verdeutliche die Tarifpartnerschaft in der Chemiebranche, sagte BAVC-Präsident Eggert Voscherau. "Der Abschluss liegt für uns an der Obergrenze", fügte er hinzu. Die Chemiebranche ist mit rund 1900 Betrieben Deutschlands viertgrößter Industriezweig. Beim zurückliegenden Abschluss hatten sich beide Seiten unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise im April 2010 auf eine Einmalzahlung geeinigt.

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    Nach Überwindung der Wirtschaftskrise liefen die Geschäfte der Unternehmen zuletzt wieder rund. So steigerte die Branche die Chemieproduktion 2010 um mehr als elf Prozent. Das war der größte Produktionszuwachs seit 1976. Auch der Start ins neue Jahr verlief bei vielen Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern und ausgelasteten Anlagen gut. Konzerne wie BASF oder Lanxess meldeten satte Gewinnzuwächse und äußerten sich zuversichtlich für die weitere Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr.

    • dpa
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