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Tarifeinigung in der Stahlindustrie Stahlkocher bekommen 3,7 Prozent mehr Geld

Bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie haben Arbeitgeber und IG Metall einen Durchbruch erzielt.
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Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich auf einen neuen Tarifvertrag bis Februar 2021 geeinigt. Quelle: dpa
Warnstreik in der Stahlindustrie

Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich auf einen neuen Tarifvertrag bis Februar 2021 geeinigt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie 72.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie bekommen künftig mehr Geld. Die Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG Metall einigten sich am frühen Sonntagmorgen nach 16-stündigen Verhandlungen auf einen neuen Tarifvertrag. Demnach sollen die Entgelte ab März 2019 um 3,7 Prozent steigen. Für die Monate Januar und Februar gibt es insgesamt eine Einmalzahlung von 100 Euro, wie die IG Metall mitteilte.

Ab 2020 erhalten alle Beschäftigten eine zusätzliche tarifliche Vergütung in Höhe von 1000 Euro, die jeweils zum 31. Juli ausgezahlt wird. Die Arbeitnehmer könnten diese Vergütung in freie Tage umwandeln, teilte die IG Metall weiter mit. Es seien bis zu fünf freie Tage möglich. Der Tarifvertrag läuft bis zum 28. Februar 2021.

Beide Seiten werteten die Einigung als schwierigen, aber vertretbaren Kompromiss. „Wir haben in den letzten drei Monaten und auch in den letzten 16 Stunden hart miteinander gerungen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, betonte IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler. „Gerade die unteren Entgeltgruppen profitieren besonders von den 1000 Euro zusätzlicher tariflicher Vergütung.“ Damit habe der Vertrag eine starke soziale Komponente.

Mit den Regelungen für mehr freie Tage in der Stahlbranche setze die IG Metall ihre arbeitszeitpolitische Offensive fort. Nach dem Abschluss in der Metall- und Elektroindustrie sei ihr in einer weiteren großen Branche ein Durchbruch für mehr Arbeitszeitsouveränität gelungen. „Damit tragen wir dem Wunsch der Beschäftigten nach mehr Selbstbestimmung, Entlastung und mehr Freiräumen für das Private Rechnung“, sagte Giesler.

„Diese Tarifrunde war außergewöhnlich komplex und wurde dementsprechend intensiv geführt. Insbesondere die Forderung nach einem in Freizeit umwandelbaren Zusatzentgelt hat uns vor eine Zerreißprobe gestellt“, erklärte Christian Büttner, Geschäftsführer im Arbeitgeberverband Stahl.

Ursprünglich hatte die IG Metall für die etwa 72.000 Stahlkocher in NRW, Niedersachsen und Bremen sechs Prozent mehr Geld gefordert. Die Arbeitgeber hatten eine Erhöhung von 2,5 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten angeboten.

Die Gewerkschaft hatte mit Warnstreiks versucht, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Am vergangenen Montag legten erstmals Beschäftigte an allen Stahlstandorten am gleichen Tag die Arbeit nieder. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft hatte die Arbeitgeber danach aufgefordert, ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen.

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  • dpa
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