Tarifstreit Mittwoch starten Warnstreiks in der Stahlindustrie

Im Tarifstreit der nordwestdeutschen Stahlindustrie hat die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufgerufen. Ab Mittwoch sollen die Stahlkocher bei Salzgitter und der Westfalenhütte in Dortmund für einige Stunden die Arbeit niederlegen.
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Ein Mitarbeiter von Salzgitter bei der Arbeit. Warnsftreiks sollen helfen. Quelle: dpa

Ein Mitarbeiter von Salzgitter bei der Arbeit. Warnsftreiks sollen helfen.

(Foto: dpa)

HB SPROCKHÖVEL. Im Tarifkonflikt der Stahlindustrie hat die IG Metall die Beschäftigten zu ersten Warnstreiks aufgerufen. Bereits am Mittwoch (22. September) soll bei der Salzgitter AG und in der Westfalenhütte in Dortmund die Arbeit vorübergehend ruhen.

Weitere Warnstreiks sind für Donnerstag in Duisburg und Bochum sowie für Freitag in Mülheim geplant, wie die Gewerkschaft am Montag nach einer Sitzung der Tarifkommission in Sprockhövel mitteilte. Die Stahl-Arbeitgeber nannten die angekündigten Arbeitsniederlegungen verfrüht und unangemessen.

IG-Metall Bezirksleiter Oliver Burkhard bemängelte, dass die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen für die 85 000 Beschäftigten der Branche auch nach zwei Gesprächsrunden noch kein eigenes Angebot vorgelegt hätten. „Faire Lösung statt Blockadehaltung - das ist unser Prinzip, und das hatten wir auch von den Arbeitgebern für diese erste Tarifrunde im Aufschwung erwartet“, erklärte der Gewerkschafter. Diese Hoffnung sei jedoch enttäuscht worden.

Die Gewerkschaft fordert angesichts des unerwartet starken Aufschwungs Einkommensverbesserungen von sechs Prozent für die Beschäftigten. Außerdem will die IG Metall eine tarifliche Regelung durchsetzen, die Leiharbeitern in der Branche bei gleicher Arbeit die gleiche Bezahlung sichert wie Festangestellten, sowie Entlastungen für ältere Beschäftigte erreichen. Die Arbeitgeber hatten dieses Forderungspaket bereits in der ersten Runde als überzogen zurückgewiesen.

Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Stahl, Bernhard Strippelmann, kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaft. „Ich halte die Warnstreiks für verfrüht und deshalb für ungemessen“, sagte er den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Dienstagausgabe). Schließlich sei der Gesprächsfaden keineswegs abgerissen. Zugleich kündigte er an, die Arbeitgeber würden versuchen, in der dritten Verhandlungsrunde am 29. September ein Angebot vorzulegen.

Die Stahl-Tarifrunde wird mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet. Es ist die erste große Tarifrunde nach dem Ende der Konjunkturkrise. Ihr Ausgang könnte deshalb Vorbildcharakter haben für die im Frühjahr 2011 anstehenden Verhandlungen im Einzelhandel, in der chemischen Industrie und im Baugewerbe.

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