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Technologiekonzern Mit Siemens Energy entsteht ein neuer Konzern mit alten Problemen

Wenn sich Siemens 2020 aufspaltet, entsteht ein neuer Energie-Konzern. Der steht vor Herausforderungen – die Kraftwerkssparte kriselt seit Jahren.
07.11.2019 - 15:36 Uhr Kommentieren
Die Energiesparte steht für 40 Prozent der Umsätze des Konzerns. Quelle: imago/IPON
Siemens-Arbeiter an einer Gasturbine

Die Energiesparte steht für 40 Prozent der Umsätze des Konzerns.

(Foto: imago/IPON)

München In den vergangenen Wochen ist Michael Sen von einem Standort zum nächsten gereist. In Erlangen, Nürnberg, Görlitz, Hamburg, Berlin und Mülheim stellte sich der Siemens-Vorstand auf Townhall-Meetings vor die Beschäftigten.

Der künftige Energie-Konzern Siemens Energy, den er führen wird, sei keine „Bad Bank und keine Resterampe“, sagte er laut Teilnehmern. „Darüber kann ich bestenfalls schmunzeln. Ich sehe uns ganz woanders.“
Sen ist für eines der interessantesten, aber auch schwierigsten Projekte in der deutschen Unternehmenslandschaft verantwortlich.

Der Siemens-Konzern spaltet sich im kommenden Jahr auf. Die Energiesparte steht immerhin für 40 Prozent der Umsätze. Sen muss nun gleichzeitig die Mitarbeiter und die Investoren davon überzeugen, dass Siemens Energy mehr ist als die seit Jahren kriselnde Kraftwerkssparte.

Im Energiebereich wartet viel Arbeit auf Sen. Sorgenkind ist die Kraftwerkssparte Gas and Power. 2018/19 sanken die Umsätze nochmals um vier Prozent auf 17,7 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite ging leicht auf 3,8 Prozent zurück. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht, im laufenden Jahr rechnet man mit zwei bis fünf Prozent.

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    Auch das zweite Standbein des neuen Konzerns, die Mehrheitsbeteiligung an Siemens Gamesa, hat Probleme. Der Umsatz legte zwar um zwölf Prozent auf 10,2 Milliarden Euro zu, die Marge sank aber von 5,3 auf 4,7 Prozent. Im Unternehmen sind viele zuversichtlich, dass Siemens Energy eine echte Chance hat. „Das kann ein Referenzunternehmen für die Energiewende werden“, sagte ein Siemens-Aufsichtsrat dem Handelsblatt.

    Kein Konkurrent habe die gesamte Kette vom Stromtransport über erneuerbare Energien bis zur konventionellen Stromerzeugung im Portfolio. Sen müsse nun stabile, nachhaltig orientierte Investoren finden, die in klassische Infrastruktur investieren, forderte ein Aufsichtsrat. Das könnten Versicherungen sein, aber auch langfristig orientierte Fonds.

    Das Geschäft kennt Sen als früherer Finanzvorstand von Eon auch aus Kundensicht. Zudem hat er bei Eon mit Uniper die bislang größte Abspaltung eines Konzernteils in Europa an die Börse gebracht. Bei Siemens orchestrierte er den Börsengang der Healthineers. Mit einer gewissen Eitelkeit, seiner Vergangenheit als Finanzer und dem Blick auch für strategische Themen erinnert er viele im Haus ein wenig an Joe Kaeser.

    Bei den Townhall-Meetings hat er laut Teilnehmern einen guten Eindruck gemacht. In Berlin erzählte er Anekdoten aus seiner Zeit in dem Werk. Damals habe der Werksleiter noch jeden aufgeschrieben, der nach 7.30 Uhr gekommen sei. „Ich glaube, ich war ein paar Mal drauf. Aber hat ja trotzdem geklappt.“ Schon Sens Vater war Betriebsrat und Entwicklungsingenieur im Nachrichtenkabelwerk in Neustadt bei Coburg.

    Offiziell ist noch nicht entschieden, wo die neue Siemens Energy ihren Sitz hat. Bei den Townhall-Meetings sagte Sen, man werde sich Anfang des Jahres festlegen. In Unternehmenskreisen gilt aber München als Favorit, eventuell mit einem Doppelsitz in Erlangen.

    Interessant war Sens Auftritt in Görlitz. Das Werk sollte ursprünglich geschlossen werden. Doch nun sieht Sen in der Produktionsstätte eine Inspiration für eigenverantwortliches Wirtschaften, Kundenorientierung und Fokus auf eigene, innovative Themen.

    Die unternehmerische Freiheit habe viele Kräfte freigesetzt. „Machen Sie weiter. Und wenn Sie erfolgreich sind, dann lässt Sie jeder in Ruhe“, sagte Sen zu den Mitarbeitern im Townhall-Meeting.

    Mehr: Siemens spürt immer stärkeren konjunkturellen Gegenwind. Doch mit einem Schlussspurt hat Siemens-Chef Kaeser die Jahresziele doch erreicht.

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