Technologiekonzern: Siemens will Abhängigkeit von China reduzieren und investiert Milliarden in Fertigungsnetz
Das interne Projekt „Marco Polo“ sieht eine Verdoppelung der Umsätze der Kernsparte „Digitale Industrien“ in China bis 2025 vor.
Foto: HandelsblattMünchen, Peking. Im Umgang mit China setzt der Technologiekonzern Siemens auf eine neue Doppelstrategie. Trotz aller geopolitischen Unsicherheiten will Konzernchef Roland Busch die Geschäfte in China weiter ausbauen – und gleichzeitig die Abhängigkeit von dem Land verringern. „Der chinesische Markt ist stark und wird weiterwachsen“, sagte Siemens-Chef Roland Busch dem Handelsblatt. Kein Unternehmen könne es sich leisten, diese Chancen liegen zu lassen.
Siemens stockt daher die Kapazitäten seines Automatisierungswerks in Chengdu um 40 Prozent auf. Doch anders als früher soll künftig vor allem in China für China produziert werden. Andere asiatische Märkte werden in Zukunft aus einem neuen Werk in Singapur beliefert. Auch die Geschäfte jenseits von Asien werden gestärkt. Busch kündigte am Donnerstag weitere Investitionen im Volumen von 800 Millionen Euro an, vor allem in Standorte in Europa und den USA.
Insgesamt will der Dax-Konzern in diesem Jahr so zwei Milliarden Euro zusätzlich investieren, um das Fertigungsnetzwerk widerstandsfähiger zu machen und das Wachstum zu beschleunigen. Das ist mehr als doppelt so viel, wie in den vergangenen beiden Jahren zusammen in neue Fertigungen gesteckt wurde. Die mittelfristige Wachstumsprognose von Siemens könnte angehoben werden, deutete Busch an.