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Technologiekonzern Siemens verdreifacht seinen Gewinn – und hebt die Prognose erneut an

Der Konzern hat Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Der neue CEO Roland Busch wird noch optimistischer. Allerdings sieht Siemens den Chipmangel mit Sorge.
27.04.2021 Update: 07.05.2021 - 09:27 Uhr Kommentieren
Das angepasste operative Ergebnis der industriellen Geschäfte legte um fast ein Drittel auf 2,1 Milliarden Euro zu. Quelle: dpa
Siemens

Das angepasste operative Ergebnis der industriellen Geschäfte legte um fast ein Drittel auf 2,1 Milliarden Euro zu.

(Foto: dpa)

München Nach einem starken Geschäftsquartal hat der Siemens-Konzern seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr erneut angehoben. „Ich freue mich sehr, dass wir in all unseren Geschäften exzellente Ergebnisse liefern und profitabel wachsen – trotz anhaltender Unsicherheiten“, sagte Siemens-Vorstandschef Roland Busch am Freitag.

Im zweiten Quartal 2020/21 (30. September) steigerte Siemens den Umsatz bereinigt um Währungsveränderungen und Portfolioeffekte und im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 14,7 Milliarden Euro. Das angepasste operative Ergebnis der industriellen Geschäfte legte um fast ein Drittel auf 2,1 Milliarden Euro zu. Dies entsprach einer Marge von 15,1 Prozent. Der Gewinn nach Steuern verdreifachte sich auf 2,4 Milliarden Euro.

Mit der Abspaltung des Energiegeschäfts hatte im vergangenen Jahr für Siemens eine neue Ära begonnen. Der Konzern setzt nun ganz auf die Digitalgeschäfte.

Auch wenn es viele Coronaeffekte gibt, deuten die jüngsten Quartalszahlen an, dass die Dynamik in der verbliebenen Siemens AG tatsächlich zunehmen könnte. „Wir gehen mit einem höheren Wachstumsmomentum in die Zukunft“, sagte Busch. Die Pandemie habe die Trends in Richtung Digitalisierung und Automatisierung noch beschleunigt.

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    Allerdings gibt es auch kritische Punkte. „Derzeit sehen wir unter anderem eine angespannte Situation bei Stahl, Kunststoffen und Frachtkapazitäten“, sagte Busch „Daher können sich in den kommenden Monaten in einzelnen Fällen Einschränkungen in der Produktion und verlängerte Lieferzeiten ergeben.“

    Bislang bremsten die Zulieferprobleme und die Chipknappheit aber nicht das Geschäft aus, sagte Busch. „Es besteht aber das Risiko, dass auch einmal eine Lieferkette reißt.“

    Mit den Zahlen übertraf Siemens die Erwartungen von Analysten zum Teil deutlich. Sie hatten im Schnitt mit 13,5 Milliarden Euro Umsatz und einem operativen Ergebnis von zwei Milliarden Euro gerechnet. „Wachstumsimpulse kamen insbesondere aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und unserem Softwaregeschäft sowie, geografisch betrachtet, aus China“, sagte Finanzvorstand Ralf Thomas. Als Konsequenz hob der Konzern die Prognose erneut an.

    Siemens erwartet nun ein Umsatzwachstum von neun bis elf Prozent – zuletzt war ein mittleres bis hohes prozentual einstelliges Wachstum prognostiziert worden. Beim Gewinn nach Steuern erwartet der Konzern nun zwischen 5,7 Milliarden Euro und 6,2 Milliarden Euro (bisher 5,0 Milliarden Euro bis 5,5 Milliarden Euro). Auch die Erwartungen für einzelne Geschäftsbereiche wie die Digitalen Industrien wurden teilweise angehoben.

    Industrie-Erlöse von General Electric sinken – ABB steigert Umsatz

    Einmal mehr steht Siemens deutlich besser da als der frühere Erzrivale General Electric. Im ersten Quartal sanken die Industrie-Erlöse von General Electric vor allem wegen der Schwäche im Kraftwerks- und Luftfahrtgeschäft um vergleichbar zehn Prozent auf 16 Milliarden Dollar. Die operative Umsatzrendite betrug gerade einmal 2,3 Prozent.

    Besser sah es beim Schweizer Konkurrenten ABB aus, der den Umsatz um währungsbereinigt sieben Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar steigerte. Das operative Ergebnis verbesserte sich sogar um 40 Prozent auf 959 Millionen Dollar, der Nettogewinn stieg um rund ein Drittel auf 502 Millionen Dollar.

    Allerdings sind die alten Rivalen wie GE und ABB seit der Aufspaltung von Siemens nicht mehr so gut mit den Münchenern vergleichbar. Bei Siemens schauen sie inzwischen lieber auf fokussierte Spezialisten.

    So konnte der Automatisierungsspezialist Rockwell den Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 (30. September) nur um vergleichbar 1,3 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar steigern. Der operative Gewinn verbesserte sich um fünf Prozent auf 371,5 Millionen Dollar. Das entsprach einer Marge von 22 Prozent.

    Er hatte im Februar die Führung des Konzerns vom ehemaligen CEO Joe Kaeser übernommen. Quelle: Reuters
    Siemens CEO Roland Busch

    Er hatte im Februar die Führung des Konzerns vom ehemaligen CEO Joe Kaeser übernommen.

    (Foto: Reuters)

    In der Siemens-Vorzeigesparte Digitale Industrien, die direkt mit Rockwell konkurriert, wuchsen die Erlöse um 14 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro. Die angepasste operative Marge (Ebita) lag bei 20,1 Prozent. Im Gesamtjahr erwartet Siemens nun eine DI-Marge von 20 bis 21 Prozent, etwas mehr als bislang.

    Bei Schneider Electric legten die Umsätze im vergangenen Quartal um vergleichbar 13,5 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zu. Dabei wuchsen die Franzosen sowohl im Energiemanagement als auch in der Industrieautomatisierung prozentual zweistellig.

    Siemens Energy verdoppelt operativen Gewinn – Siemens Healthineers profitiert von Coronatests

    Siemens hatte seine Energietechnik im vergangenen Jahr als Siemens Energy abgespalten und an die Börse gebracht. Das neue Unternehmen stieg rasch in den Dax auf.

    Im zweiten Quartal 2020/21 fuhr Siemens Energy ein gutes Ergebnis ein. Der operative Gewinn verdoppelte sich angesichts der guten Geschäfte mit erneuerbaren Energien auf 197 Millionen Euro. Allerdings ging der Umsatz wegen Währungseffekten und der anhaltenden Schwäche bei konventionellen Kraftwerken um 4,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zurück. Noch besser lief es bei Siemens Healthineers. Dank der guten Nachfrage nach Coronatests konnte CEO Bernd Montag die Prognose für das Gesamtjahr erneut anheben.

    Roland Busch legte erstmals als Vorstandsvorsitzender von Siemens die Zahlen vor. Er hatte im Februar die Führung des Konzerns vom ehemaligen CEO Joe Kaeser übernommen. Zu seinem Abschied hatte Kaeser Anfang Februar die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bereits einmal angehoben. Im Spätherbst hatte der Konzern noch ein moderates Umsatzwachstum angekündigt.

    Die zuletzt gute Geschäftsentwicklung von Siemens spiegelte sich auch im Aktienkurs wider: In den vergangenen sechs Monaten ist der Kurs um 30 Prozent gestiegen. Am Freitagmorgen legte er nach Vorlage der Zahlen um knapp 2 Prozent auf rund 143 Euro zu.

    Mehr: Siemens holt neuen Digital-CTO von Amazon.

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