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Technologiekonzern Siemens will nach Börsengang wohl nur 30 Prozent an Siemens Energy halten

Der Technologiekonzern sieht sich einem Bericht zufolge bei seiner Energie-Sparte in einer Minderheits-Position. Demnach will er nur 30 Prozent an Siemens Energy behalten.
09.03.2020 Update: 09.03.2020 - 16:55 Uhr Kommentieren
Der scheidende Siemens-CEO baut den Konzern um. Quelle: AFP
Joe Kaeser

Der scheidende Siemens-CEO baut den Konzern um.

(Foto: AFP)

München Siemens will sich beim Börsengang seiner Energie-Sparte im Herbst Finanzkreisen zufolge von Anfang an auf eine klare Minderheits-Position zurückziehen. Der Technologiekonzern wolle nur etwa 30 Prozent an der Siemens Energy AG behalten, die Ende September separat an der Börse gelistet werden soll, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

Siemens-Chef Joe Kaeser hatte bisher einen Anteil von „etwas weniger als 50 Prozent“ am Geschäft mit Turbinen für Gas- und Dampfkraftwerke, Hochspannungsnetzen und Windrädern in Aussicht gestellt, der später bis auf 25 Prozent abschmelzen sollte. Der Rest der Siemens-Energy-Aktien geht an die Siemens-Aktionäre.

Ein Siemens-Sprecher betonte, eine Entscheidung über die Anteilsverhältnisse der Siemens AG an der künftigen Siemens Energy sei noch nicht gefallen. Das Unternehmen wolle sich deshalb zu den „Marktspekulationen“ nicht äußern.

Mit einem schnellen Einzug in den Leitindex Dax, auf den der Konzern gehofft hatte, kann Siemens Energy auch mit einem Streubesitz von 70 Prozent nicht rechnen: Dazu dürfte die Bewertung zu niedrig sein. Der aussichtsreichste Dax-Kandidat, der Wohnungsvermieter Deutsche Wohnen, kommt auf eine Marktkapitalisierung des Streubesitzes von 13 Milliarden Euro.

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    Siemens wolle die Energie-Sparte auf jeden Fall von Beginn an aus der eigenen Bilanz eliminieren, sagten mehrere Insider. Bei einem Anteil von deutlich mehr als 30 Prozent könnten die Wirtschaftsprüfer aber befinden, dass der Konzern Siemens Energy - etwa über eine Mehrheit auf der Hauptversammlung – doch noch kontrolliert und sie deshalb konsolidieren muss.

    Ein Insider sagte, Siemens Energy wolle noch vor dem Gang an die Börse einen Ankerinvestor an Bord nehmen, etwa einen Staatsfonds. Auch der Pensionsfonds für die Siemens-Mitarbeiter könnte – wie bei der Abspaltung von Osram – ein Aktienpaket übernehmen.

    Organisiert werden soll der Spin-off von Siemens Energy von den Investmentbanken Goldman Sachs, BNP Paribas, Deutsche Bank und JPMorgan, wie zwei Insider sagten. Sie müssen dabei zwar nicht um Investoren werben wie bei einem gewöhnlichen Börsengang, aber dafür sorgen, dass die Siemens-Energy-Aktie zu der für den 28. September geplanten Erstnotiz nicht abstürzt, wenn technologieorientierte Siemens-Aktionäre ihre Papiere abstoßen.

    Der scheidende Siemens-Chef Kaeser will mit der Abspaltung der Aktie des Technologiekonzerns auf die Sprünge helfen, die unter den schwachen Renditen in der Energietechnik für fossile Brennstoffe und dem Preiskampf bei Windrädern leidet.

    Obwohl Siemens Energy mit mehr als 80.000 Mitarbeitern für fast ein Viertel der Belegschaft und mit 30 Milliarden Euro Umsatz für knapp ein Drittel des Konzernvolumens steht, veranschlagen Experten den Börsenwert – entsprechend den Bewertungen anderer Energietechnik-Konzerne – nur auf zehn Milliarden Euro.

    Siemens ist an der Börse 74 Milliarden Euro wert. Siemens-Energy-Chef Michael Sen will das abgespaltene Unternehmen als Profiteur der Energiewende positionieren.

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    • rtr
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