Tesla-Chef Elon Musk schlägt erneut verbal um sich – dieses Mal gegen die Medien

Erst Analysten, jetzt Journalisten: Der Tesla-Chef greift vehement Medien an und will mit einer Webseite deren Glaubwürdigkeit bewerten lassen.
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„Tesla würde dann sterben“ – doch kein Model 3 für den Massenmarkt?

„Tesla würde dann sterben“ – doch kein Model 3 für den Massenmarkt?

New YorkIn einer Serie von Twitter-Einträgen flippte Elon Musk am Mittwoch aus. „Die großen Medienunternehmen mit ihrem scheinheiligen moralischen Überlegenheitsanspruch wollen die Wahrheit berichten, überziehen ihre Lügen aber nur mit Zucker“, schrieb Musk, „deswegen respektiert die Öffentlichkeit sie nicht mehr“.

Als ein Reporter der Webseite „The Verge“ ihn danach mit Präsident Donald Trump und dessen Aussagen zu Fake News verglich, da kam Musk noch mehr in Fahrt: „Warum meint ihr wurde er überhaupt gewählt?“, schrieb er, „weil euch niemand mehr glaubt. Ihr habt eure Glaubwürdigkeit längst verloren“. Der Aussage schloss sich ein „Follower“ begeistert an – Donald Trump Jr. schrieb: „Das…ist so wahr!!!“

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Etablierte Medien würden auf Anzeigen von traditionellen Autoherstellern angewiesen sein, kritisierte Musk, da habe Tesla mit seinem fehlenden Marketingbudget schlechte Karten. Journalisten seien „unter ständigem Druck, Klicks zu generieren und Anzeigengeld hereinzuholen“.

Die Kritik von Musk ist sehr pauschal und trifft nur teilweise zu. Auslöser waren verschiedene kritische Berichte des „Wall Street Journal“ oder des „Consumer Reports“, einer Art Stiftung Warentest in den USA.

Das „Wall Street Journal“ hatte wiederholt über Produktionsprobleme bei Tesla berichtet. Die Zeitung schaltet Anzeigen, ist aber mit einer harten Bezahlschranke auf seiner Webseite stark auf Abogebühren angewiesen. „Consumer Reports“ berichtete Anfang der Woche über einen sehr langen Bremsweg beim Model 3, schaltet aber keine Werbung.

„Alle Medien in einen Topf zu werfen ist ein sehr gefährliches Ding“, reagierte auf Twitter ein Nutzer mit dem Namen Alt US Cyber Command. „Meiner Meinung nach ist das schlampige Logik.“

In den Tweets ging Musk auf einen Bericht von „Reveal“ ein, der ihn besonders auf die Palme gebracht haben muss. Die Webseite gehört zum Center for Investigative Reporting, eine unabhängige Stiftung für investigativen Journalismus.

Diese hatte über angebliche Sicherheitsmängel in der Fabrik von Tesla berichtet. Gabelstapler würden keinen Warnton beim Rückwärtsfahren von sich geben oder die Warnfarbe Gelb wäre verpönt, weil Musk sie nicht leiden könne. „BS“ antwortete Musk, die Abkürzung für ein in den USA verbreitetes Schimpfwort. Zudem fügte er hinzu, die „Tesla-Fabrik hat buchstäblich meilenweise gelbgemalte Linien und Bänder.“

Jetzt will Musk eine Webseite einführen, auf der die Besucher den Wahrheitsgehalt von Artikeln bewerten können und die die Glaubwürdigkeit von Journalisten bestimmen soll. Der Name: Prawda, nach der heute noch existierenden russischen Zeitung aus der Sowjetunion, was übersetzt „Wahrheit“ bedeutet.

Die pauschalen Ausfälle gegen Journalisten erinnern an die kürzlichen Attacken von Musk auf Analysten. In einer Telefonkonferenz hatte er ihre „langweiligen, dummköpfigen“ Fragen angeprangert. Die Aktie verlor daraufhin mehrere Milliarden Dollar an Börsenwert, als eine Reihe Analysten das Kursziel für das Papier heruntersetzten.

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3 Kommentare zu "Tesla-Chef: Elon Musk schlägt erneut verbal um sich – dieses Mal gegen die Medien"

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  • Da trifft Musk sicher einen richtigen Punkt - die marktschreierischen Medien verzerren durch ihre unausgewogene Berichtersattung die Realität, das lässt sich gut belegen. Der anspruchvollere Leser weiss das schon lange und wandert zu den Sozialen Medien ab. Die Abhängigkeit etablierten Medien erscheint dadurch immer größer zu werden - wie EM richtig anmerkt.

  • Musk ist nichts anderes als ein Ablaßbrief Verkäufer:
    Er verspricht die "Rettung der Welt" und seine Autos funktionieren nicht - teurer Schrott, an dem man glauben muss - sonst kauft man die Autos nicht.
    Eine Gemeinde von 500.000 Menschen, die Anzahlungen auf das Model 3 leisteten, hat Musk ja - Erhalten diese Menschen jemals das Auto? Oder sind die Zahlungen für ein Glauben an die "Rettung der Welt" also wie Ablaßbriefe verloren zu sehen?

  • Herr Musk sollte aufpassen, dass er mit derartigen Pauschalisierungen nicht in die gleiche Ecke gestellt wird, wie Herr Voldemort aeh Trump. Das bisher gute Imgae der Marke Tesla könnte stark darunter leiden. Natürlich ist der Druck, welcher aktuell auf der Firma und seinem Gründer liegt enorm; das Model S / 3 / X verkauft sich aber sicher nicht vorrangig wegen der guten Technik oder Verarbeitung, sondern primär wegen des "good guy"-Images. Das kann sich sicher schnell ändern...

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