Tesla-Chef Elon Musk „Wir waren zu selbstsicher“

Tesla kann die eigenen Produktionsziele bislang nicht erfüllen. Darum übt Elon Musk bei der Vorlage der jüngsten Zahlen auch Selbstkritik.
Update: 08.02.2018 - 08:42 Uhr 7 Kommentare

Historische Verluste – Geht Tesla die Puste aus?

New YorkNur 2400 Model 3 hat Tesla im vierten Quartal hergestellt. Dabei soll die Limousine dem Unternehmen helfen, sich vom Nischenanbieter zum Massenproduzenten zu entwickeln. Bislang bietet Tesla nur Luxuswagen wie Model S oder Model X an, deren Preise sich um die 100.000 Dollar bewegen. Das Model 3 kostet nur rund ein Drittel, bis zu einer halben Million Vorbestellungen liegen vor.

Doch Tesla hadert seit Monaten mit dem Hochfahren der Herstellung. Seit Juli 2017 produziert das kalifornische Unternehmen das Model 3, hat die Anleger allerdings mehrfach mit Problemen in seiner Batteriefabrik in Reno und der Fabrik in Fremont enttäuscht. Die sollen jetzt aber überwunden sein, verkündete Tesla-Chef Elon Musk. Das Jahr „wird für Tesla eine gewaltige Veränderung mit sich bringen, mit einem außerordentlichen Hochfahren der Geschäfte“, sagte Musk.

Im Gespräch mit Analysten sparte Musk aber auch nicht mit Selbstkritik. Insbesondere die Probleme bei der Batterieproduktion habe sein Unternehmen nicht vorhergesehen. „Wir waren ein bisschen zu selbstsicher und haben uns zu stark auf unsere Fertigungskompetenz für Batteriemodule verlassen“, erklärte der Tesla-Chef. Für die Probleme in der Gigafactory macht Musk aber auch seine Zulieferer verantwortlich. „Zwei Bereiche in der Produktion, die an andere Unternehmen ausgelagert wurden, haben nicht funktioniert“, so Musk. Entsprechende Zusagen seien nicht eingehalten worden.

Laut Tesla sollen bis Ende März 2018 ganze 2500 Model 3 pro Woche vom Band laufen, bis Ende Juni 2018 doppelt so viele. Eine gewaltige Steigerung, die Investoren genau überprüfen werden und die Musk seinem Ziel näher bringt, jährlich eine halbe Million Fahrzeuge zu produzieren. Dieses langjährige Versprechen wird Tesla in diesem Jahr allerdings auf keinen Fall einlösen können.

Die Aktie reagierte auf die Quartalszahlen zunächst mit einem kleinen Kurssprung, der sich aber im Laufe des nachbörslichen Handels in ein leichtes Minus verwandelte. Anleger warten offenbar lieber ab, was passiert. Die Frage, die viele umtreibt: Kann Musk sein Versprechen halten?

Ansonsten verkündete Tesla ordentliche Zahlen. Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 43 Prozent auf 3,28 Milliarden Dollar. Der Verlust schnellte von 121 auf 675 Millionen Dollar hoch, was aber von Analysten aufgrund der Produktionssteigerung erwartet wurde. Das Minus fiel etwas geringer aus, als sie prognostiziert hatten.

Die Firma verbrannte mit 277 Millionen Dollar relativ wenig Cash, was Tesla auf verschiedene Faktoren zurückführt: verbesserter Lagerbestand für das Model S und das Model X, geringere Investitionen in das Model 3 als erwartet und 24 Prozent höhere Vorbestellungen.

Die dürften größtenteils auf das Model 3 entfallen. Allerdings bietet Tesla jetzt auch einen E-Lastwagen und einen neuen Roadster an, die jeweils bis zu einer Viertelmillion Dollar kosten. Auch diese Modelle können Kunden bereits vorbestellen. Für das Model 3 muss man 1000 Dollar auf den Tisch legen, für den Lkw 20.000 Dollar.

An Bord der „Falcon Heavy“ ist auch ein roter Tesla
SpaceX
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Die Falcon Heavy, die leistungsstärkste Rakete, die derzeit im Einsatz ist, hob am Dienstag ohne Probleme vom Kennedy Space Center in Florida zu ihrem ersten Testflug ab.

SpaceX
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Am Dienstag hatte SpaceX-Chef Elon Musk noch getwittert, dass der Start auch schiefgehen könnte - letztendlich hob die Rakete gut, wenn auch mit Verspätung, ab.

Elon Musk
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Laut dem amerikanischen Unternehmer und Visionär Elon Musk soll die Rakete später einmal in der Lage sein, bemannte Raumschiffe zum Mond und selbst zum Mars zu schicken.

SpaceX
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Zwei der zum Start genutzten Boosterraketen setzten wenige Minuten nach dem Start wieder auf dem Luftwaffenstützpunkt Cape Canaveral auf.

Super-Rakete
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Der Gründer und Vorstandschef von SpaceX, Elon Musk, hat für den Testflug seinen Elektro-Sportwagen der Marke Tesla in die Rakete laden lassen.

Tesla
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Ein Bild aus dem All mit dem roten Sportwagen der Marke Tesla, der an Bord der Rakete Falcon Heavy mitfliegt.

Falcon Heavy
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Cape Canaveral: Die Rakete Falcon Heavy von der Firma SpaceX vor ihrem Start auf der Rampe 39A am Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida.

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7 Kommentare zu "Tesla-Chef Elon Musk: „Wir waren zu selbstsicher“"

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  • Erfolge bei SpaceX hin, Flops (jedenfalls bislang) bei Tesla her:

    Der entscheidende Unterschied zwischen Elon Musk und zahlreichen anderen Wirtschaftsakteuren ist immer noch:

    Der hat ein durchdachtes Konzept erarbeitet und setzt es einfach um. Zu Deutsch: Der traut sich was.

    Anders kommt man auch nicht vorwärts.

    Das nötige Quäntchen Selbstkritikhat er immerhin offenbar auch („Wir waren zu selbstsicher“).

  • "Selbstsicher" ist ja ein netter Ausdruck. Wie wäre es mit: Größenwahn und Selbstüberschätzung.

  • Ein Hochstapler der gröberen Sorte, mehr nicht!

  • Tesla zahlt für seine Anleihen in Amerika 6,5% Anleihenrendite!!!
    Die Konkurrenz nicht mal die Hälfte -
    DIE SPONSOREN WERDEN RAR!!!!

  • Richtig Herr Narrog,
    solange sich immer noch "Sponsoren" finden, bleibt auch ein defizitäres Geschäftsmodell tragfähig. Man muss die Miesen nur richtig verkaufen.... ;)

    Läuft ganz ähnlich, wie in der deutschen Polit-Szene. Nur dass die deutschen Wähler scheinbar immer noch nicht begreifen, daß sie auch die "Sponsoren" sind... ;)

  • Elon Musk fährt den Tesla Roadster derzeit als "Starman" mit einer Geschwindigkeit von 3,5km pro Sekunde durchs All.

    Nachdem sein SpaceX Team den Tesla mit der gewaltigen Falcon Heavy ins All geschossen hat, hat er bei uns jetzt Narrenfreiheit zum Karneval. Bei Musk bekommt die Bezeichnung BURN RATE damit eine ganz neue Dimension!

    Damit hat er uns als UnternehmerInnen gezeigt wo die Reise hingeht. Die Batterien sehen wir da bei Tesla als ein No Brainer. Wofür gibt es Raketenantrieb?

  • Aus meiner Sicht hat sich bei Tesla seit Jahren nichts geändert.

    Elon Musk macht grossartige Ankündigungen entsprechend der Träume von Journalisten und Anderen. Die Journalisten kommunizieren dies begeistert.
    Die Umsetzung der Ankündigungen der Vergangenheit erweist sich als herausfordernd und werden häufig, ohne dass dies von den Medien berichtet wird, revidiert. Das Unternehmen ist stark defizitär. Das Unternehmen finanziert sich durch Kapitalerhöhungen, Anleihen und Anzahlungen von Kunden.

    Das Geschäftsprinzip wird solange funktionieren wie Mitmenschen bereit sind Geld in das Unternehmen zu stecken.

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