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Tesla-Chef US-Börsenaufsicht geht erneut gegen Tesla-Chef Elon Musk vor

Die US-Börsenaufsicht wirft dem Tesla-Chef wegen einer Twitter-Botschaft Missachtung von Gerichtsauflagen vor. Die Aktie fällt nachbörslich.
Update: 26.02.2019 - 03:35 Uhr Kommentieren
Tesla: Elon Musk hat wegen Tweets wieder Ärger mit der SEC Quelle: dpa
Elon Musk

Die US-Börsenaufsicht SEC will den Tesla-Gründer verklagen: Er habe sich nicht an die Auflagen eines Vergleichs gehalten.

(Foto: dpa)

San FranciscoDie US-Börsenaufsicht SEC hat am Montag einen Bundesrichter in New York aufgefordert, Tesla-Chef Elon Musk der Missachtung des Gerichts für schuldig zu befinden. Musk habe gegen Auflagen eines Entscheids von 2018 verstoßen, hieß es. Grund sind angeblich unautorisierte und inhaltlich irreführende Tweets von Musk vom 19. Februar. Über das Wochenende war die Tesla-Aktie im außerbörslichen Handel deutlich eingeknickt.

„2011 haben wir 0 Autos gebaut, 2019 werden es rund 500.000 sein“ hatte Elon Musk am 19. Februar getwittert. Es gibt gleich zwei Gründe, warum die New Yorker Börsenaufsicht deshalb sauer ist. Musk habe sich für den Tweet zur Lage von Tesla keine Erlaubnis eingeholt, außerdem seien die Angaben falsch.

Am 30. Januar hatte Tesla noch offiziell bekanntgegeben, man werde rund 400.000 Autos im Jahr bauen. Musk selbst hatte die Nachricht an seine Millionen Twitter-Follower Stunden später zwar noch „konkretisiert“, die Jubel-Botschaft war da aber bereits Tausende Mal enthusiastisch geteilt worden.

Die US-Börsenaufsicht wirft Musk deshalb nun vor, das Gericht zu missachten, das ihm im vergangenen Jahr Auflagen bei der Unternehmensführung auferlegt hatte. Musk hatte mit Tweets den Kurs seines Autobauers in einer kritischen Phase in die Höhe gehievt und sogenannte „Shortseller“ verunsichert.

Diese verkaufen – völlig legal – Unternehmensaktien zu einem ihrer Meinung nach überhöhten Kurs an der Börse, um sie später billiger zurückzukaufen. Die Differenz ist ihr Gewinn. Nachrichten eines Delistings oder positive Unternehmensmeldungen sind für Shortseller schlecht: der Aktienkurs steigt und sie verlieren Geld. Wenn die Nachrichten denn stimmen.

Musks Tweets hingegen hatten sich nie materialisiert. Der Tesla-Chef hatte damals geschrieben, er werde Tesla zu einem bestimmten Aktienkurs von der Börse nehmen und habe dafür auch schon eine gesicherte Finanzierung vorliegen. Weder die Finanziers seines Deals waren da, noch stimmte der Preis. Am Ende ließ Musk wissen, dass die Aktionäre selbst ihn gebeten hätten, das Projekt abzublasen, was er dann auch getan habe.

Fast wäre es zu ernsten Konsequenzen gekommen: Die Börsenaufsicht war kurz davor, Musk wegen illegaler Kursmanipulationen die Führung eines börsennotierten Unternehmens zu verbieten.

Stattdessen musste er „unabhängige“ Mitglieder in den Aufsichtsrat holen und sich alle Tweets vom Unternehmen genehmigen lassen, die einen Einfluss auf den Aktienkurs haben könnten. Musk konnte damals nicht anders, als noch einmal nachzulegen und die SEC (Securities and Exchange Commission) sarkastisch in „Shortseller Enrichment Commission“, Shortseller-Bereicherungs-Agentur, umzutaufen.

Behörde könnte nun härter durchgreifen

Musk räumte laut SEC im aktuellen ein, dass er nicht die Zustimmung des Unternehmens zu seinem ursprünglichen Tweet vom 19. Februar bekommen habe. Der Tesla-Chef verteidigte sich damit, dass er nicht gedacht habe, dass sein Tweet freigegeben werden müsse, weil er dafür Informationen verwendet habe, die Ende Januar veröffentlicht worden seien. Die Tweets erfolgten beide, als die US-Börse geschlossen war.

2018 hatten viele Marktbeobachter der SEC vorgeworfen, Elon Musk zu leicht davonkommen zu lassen. Zwar wurde damals durchgesetzt, dass er seine Rolle als Chef des Verwaltungsrats („Board“) niederlegen musste. Als CEO blieb er aber im Amt. Nun könnte sich die Behörde veranlasst sehen, härter durchzugreifen.

Als nächstes wird sich jetzt ein Richter mit den Anschuldigungen auseinandersetzen und die beiden Parteien anhören. Laut „Wall Street Journal“ (WSJ) rechnen Tesla-Anwälte nicht mit dem Schlimmsten, dem möglichen Ausschluss Musks aus dem Vorstand. Doch welche Strafen verhängt werden könnten, ist unklar.

Tesla reagierte zunächst nicht auf Anfragen, sich zum Vorgehen der SEC zu äußern. Briefe der Anwälte von Tesla, die dem Gerichtsantrag am Montag beigefügt wurden, argumentieren, dass Musk sich an die Vereinbarung halte.

Klar ist nur, dass sich Musk bei Gericht und Börsenaufsicht keine Freunde gemacht hat. In einem viel beachteten Interview in der US-TV-Sendung „60 Minutes“ hatte er offen zum Ausdruck gebracht, er habe wirklich „keinerlei Respekt“ vor der Wertpapieraufsicht. Unter Umständen könnte sich das doch noch ändern.
Mit Agenturmaterial

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