Elon Musk präsentiert den E-Lkw „Semi“

Der Autohersteller setzt die Trucks nun selbst als Frachtfahrzeuge ein.

(Foto: AFP)

Tesla-Truck Semi Elon Musk testet seinen Elektrotruck auf US-Straßen

Kunden sollen den Tesla-Truck „Semi“ erst ab 2020 fahren dürfen. Auf US-Straßen sieht man den Elektro-Lkw aber schon früher.
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DüsseldorfTeslas neuer E-Lastwagen „Semi“ ist erstmals als Frachtfahrzeug zum Einsatz gekommen – und zwar für einen vertrauten Kunden: nämlich für Tesla selbst.

CEO Elon Musk veröffentlichte am späten Donnerstagabend auf Instagram ein Foto von zwei E-Lkw mit der Bilderunterschrift: „Erste Frachtfahrt der Semi-Trucks, die Batterien von der Gigafactory in den Nevada Mountains zur Auto-Fabrik in Kalifornien bringen“.

Die beiden Trucks, jeweils mit matt-schwarzem und silbernem Cockpit, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit jene Fahrzeuge, die Musk bereits im November der Öffentlichkeit präsentiert hatte. Nur die Anhänger scheinen größer als in den vergangenen Präsentationen zu sein.

Musk hatte Ende November beeindruckende technische Daten versprochen: Vier Elektromotoren sollen den Truck innerhalb von fünf Sekunden auf Tempo 120 bringen, das massive Batteriepaket sichert eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern. „Das wird dein Hirn aus dem Schädel in eine andere Dimension schleudern“, sagte Musk bei der Vorstellung des Trucks.

Der Tesla „Semi“ soll mit einer Batteriereichweite von 500 Kilometern um die 150.000 Dollar kosten und ab 2020 ausgeliefert werden. Das Modell mit einer Reichweite von 800 Kilometern ist für ungefähr 200.000 Dollar zu haben.

Für die mehr als 400 Kilometer lange Strecke von den Nevada Mountains nach Kalifornien benötigen die E-Lkw etwa viereinhalb Stunden. Dadurch, dass Tesla seine Fahrzeuge nun selbst einsetzt, erhält das Unternehmen wertvolle Informationen darüber, was Fahrzeuge leisten müssen.

Denn bislang griffen die großen Logistikunternehmen nur zögerlich zu: Der Getränkehersteller PepsiCo orderte Ende vergangenen Jahres 100 Elektro-Lastwagen. Das Unternehmen wolle mit der Investition den Benzinverbrauch und CO2-Ausstoß seiner Liefer-Lkw-Flotte reduzieren, sagte Pepsi-Manager Mike O'Connell.

Walmart hatte zuvor 15, DHL zehn Fahrzeuge und die US-Lebensmittelkette Meijer vier Lastwagen geordert. Im Dezember verzeichnete Tesla 267 Vorbestellungen. Allein im vergangenen Jahr wurden auf dem US-Markt 192.200 schwere Trucks verkauft. Tesla käme damit auf einen Marktanteil von 0,14 Prozent.

Teslas jüngster Streich
Tesla Semi, der erste vollelektrische Sattelzug des kalifornischen Autoherstellers
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Der Elektroauto-Hersteller Tesla will auch das Lastwagen-Geschäft aufmischen. Firmenchef Elon Musk stellte in der Nacht zum Freitag einen strombetriebenen Sattelschlepper vor. Er soll auch mit voller Ladung von 40 Tonnen eine Reichweite von rund 800 Kilometern erreichen, sagte Musk. Die Produktion soll 2019 beginnen...

Tesla Semi: Der Trucker sitzt in der Mitte der Kabine
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Musk nannte keinen konkreten Preis für den Lastwagen, sondern betonte lediglich, dass Diesel-Lkw pro Kilometer 20 Prozent teurer seien. Der Sattelschlepper hat vier Motoren - und Tesla verspricht, dass er pannenfrei eine Million Meilen (1,6 Millionen Kilometer) schaffen kann...

Tesla stellt Elektro-Lastwagen vor
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Auch mit zwei ausgefallenen Motoren können das Fahrzeug immer noch einen Diesel-Lastwagen schlagen, versicherte Musk. In 30 Minuten solle die Batterie auf eine Reichweite von gut 640 Kilometern hochgeladen werden können. Unterwegs könne man dafür die gleichen „Supercharger“-Schnelladestationen von Tesla nutzen wie die Tesla-Pkw...

Blick ins Fahrerhaus des Semi
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Der Lastwagenfahrer soll in der Mitte der Kabine zwischen zwei großen Touchscreen-Displays sitzen. Damit spart sich Tesla auch verschiedene Versionen für den Links- oder Rechtsverkehr. Der Sattelschlepper bekommt die Funktionen des Assistenzsystems Autopilot und eine besonders robuste Windschutzscheibe. „Sie übersteht eine Atomexplosion - oder Sie bekommen Ihr Geld zurück“, scherzte Musk in seiner üblichen etwas ungelenken Manier.

Tesla Semi
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Der Lastwagen kann ab sofort reserviert werden, dabei müssen 5000 Dollar hinterlegt werden.

Tesla stellt Elektro-Lastwagen vor
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Die stromlinienförmigen Lastwagen mit kurzer Schnauze, vier Elektromotoren an den beiden hinteren Achsen, einer aufgeräumten Fahrerkabine mit nur einem mittig angeordneten Sitz, zwei großen Monitoren und einem massiven Batterie-Pack unter der Zugmaschine, würden den Wagen in nur fünf Sekunden auf knapp 120 km/h beschleunigen, stellte Musk bei der Präsentation klar. Als Zugmaschine oder mit Hänger. Selbst mit voller Beladung von über 30 Tonnen beträgt die Beschleunigungszeit nur 20 Sekunden.

Mit 30 Tonnen Ladung in nur 20 Sekunden auf Tempo 120
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Solche beeindruckenden Beschleunigungswerte seien aber kein Selbstzweck, sondern dienten der Effektivität. Während der Tesla-Truck eine fünfprozentige Steigungsstrecke mit erlaubter Maximalgeschwindigkeit von 104 km/h  hochklettern könne, schafften die besten Diesel-Lkw gerade mal 70 km/h, sagte Musk. Und ergänzte: „Fahrer werden nach Zeit bezahlt“. Selbst wenn zwei der vier Motoren ausfallen würden, wäre der Sattelzug noch schneller als ein Diesel-Lkw...

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6 Kommentare zu "Tesla-Truck Semi: Elon Musk testet seinen Elektrotruck auf US-Straßen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Herr Peter Spiegel 08.03.2018, 10:14 Uhr

    Das sind doch nur kurzfristige Liquiditätsengpässe, die Investoren schiessen doch regelmässig gerne nach.

    Die deutsche Bundesregierung sollte mal prüfen, ob man nicht ein paar Tausend von den E-LKW´s bestellen sollte, um das Stickoxidproblem in den Innenstädten in den Griff zu bekommen. Die könnte man dann im sharing-System den Handwerkern vor Ort überlassen - auch wenn sie vielleicht bisschen überdimensioniert sind.

  • Herr Kuno van Oyten...ich war eben bei einer anderen Art Unternehmen beschäftigt. Meine Arbeitgeber wuchsen und waren im Gegensatz zu Tesla profitabel. Das Gleiche gilt für die Unternehmen deren Aktien ich besass, oder besitze.

    Von solche Unternehmen die sich über regelmässige Kapitalmassnahmen finanzieren verstehe ich in der Tat nichts.

  • Herr Kuno van Oyten...ich war eben bei einer anderen Art Unternehmen beschäftigt. Meine Arbeitgeber wuchsen und waren im Gegensatz zu Tesla profitabel.

    Von solche Unternehmen die sich über regelmässige Kapitalmassnahmen finanzieren.

  • Tesla, Inc.
    Condensed Consolidated Statement of Cash Flows
    2017 2017 2016 2017 2016
    Cash Flows from Operating Activities
    Net loss $ (770,807 ) $ (671,163 ) $ (219,469 ) $ (2,240,578 ) $ (773,046 )

  • @ Herr Holger Narrog 08.03.2018, 08:48 Uhr
    Da merkt man mal wieder das sie nur polemisieren können und von industrieller Entwicklung keine Ahnung haben. Man entwickelt immer parallel an sich ergänzenden Projekten anstatt alles nach der Reihe, aber dafür muss man mit komplexen Denkmustern umgehen können was man vielen Kommentatoren leider absprechen muss.

  • Herr Musk scheint den Herausforderungen davonzulaufen.

    Auf der einen Seite gibt es erhebliche Produktionsprobleme in den bestehenden Projekten, Produktion Modell 3, Batteriefabrik, Solarfabrik.... Anstatt diese Probleme zu lösen sucht Herr Musk neue Projekte.

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