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Tesla und die Börse Musk hat offenbar Investoren abgesagt – Hickhack um Delisting drückt die Aktie

Elon Musks Hin und Her um ein Delisting Teslas schickt die Aktie auf Talfahrt. Dabei standen wohl potente Investoren zum Einstieg bereit.
27.08.2018 Update: 27.08.2018 - 21:26 Uhr Kommentieren
Der Tesla-Chef wollte offenbar nicht, dass ein anderer Autobauer bei seinem Unternehmen mitmischt. Quelle: Reuters
Elon Musk

Der Tesla-Chef wollte offenbar nicht, dass ein anderer Autobauer bei seinem Unternehmen mitmischt.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Elon Musks Gedankenspiel, sein Elektromobilitätsunternehmen Tesla von der Börse zu nehmen, hat nicht nur die Aktienmärkte bewegt. Am Freitag nahm der Firmengründer umgehend wieder Abstand von diesen Plänen – auch das schickte die Tesla-Titel auf Talfahrt. Im Montagshandel verloren die Aktien mehr als 1,5 Prozent gegen den Trend an den US-Märkten.

In Aufruhr waren aber offenbar auch schon die Investoren. Wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider berichtet, hatten die Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake bereits Investoren zusammengetrommelt, um den Börsenabschied zu finanzieren. Auch Tesla hatte erklärt, mit diesen Partnern gesprochen zu haben.

Etwa 30 Milliarden Dollar hätte Musk gebraucht, um sein Unternehmen wieder zu privatisieren. Und auch wenn der Unternehmer angab, die Finanzierung sei gesichert, mangelte es an geeigneten Partnern. Hier wäre das von den Finanzgrößen zusammengeführte Konsortium aktiv geworden.

Ein anderer Aspekt der Geschichte wurde inzwischen zurückgewiesen: Dem Bericht zufolge hätte Volkswagen sich auf diesem Wege bei Tesla engagieren wollen. Musk, der die Abkehr vom Delisting nach Beratungen mit Finanzexperten und Anlegern mit Aktionärsinteressen begründete, hätte sich allerdings gegen den Einstieg eines anderen Autobauers verwahrt. In Konzernkreisen in Wolfsburg wurden Gespräche mit Tesla klar dementiert. Bei Volkswagen gebe es kein Interesse an einem Einstieg bei Tesla.

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    Bei den Gesprächen mit den Finanzpartnern habe sich auch herausgestellt: Die potenziellen Investoren hätten erhebliches Mitspracherecht haben wollen – genau das, was Musk mit dem Börsenabschied umgehen wollte. Der Tesla-Chef informierte den Aufsichtsrat über seine Entscheidung, das Delisting abzublasen, und das Kontrollgremium willigte ein.

    Durch das Hickhack ist Musk jetzt allerdings unter Druck: Die Börsenaufsicht SEC hat laut US-Medien bereits Vorladungen verschickt, zudem droht eine Klagewelle. Nach der Delisting-Ankündigung wurde die Aktie sogar vom Handel ausgesetzt.

    Nun mobilisieren mehrere Anwaltskanzleien Aktionäre, die sich von Musk getäuscht sehen. Darunter sind bekannte Anwaltsfirmen wie Hagens Berman und Lieff Cabraser, die bereits von anderen Konzernen wie etwa Volkswagen im Abgasskandal milliardenschwere Entschädigungen erstritten haben.

    Die Märkte haben den exzentrischen Ingenieur und Unternehmer inzwischen unter Beobachtung genommen. Der Mann, der sein Vermögen einst mit der Gründung des Bezahldienstes Paypal machte und damit den Elektropionier Tesla und das Weltraumunternehmen SpaceX anschob, gilt längst nicht mehr als unumstrittenes Geschäftsgenie.

    In einem Interview mit der „New York Times“ zeigte sich der gebürtige Südafrikaner angeschlagen, berichtete von Stressbelastung und Schlafstörungen. Die Tesla-Aktie fiel zwischenzeitlich unter 300 Dollar. Aktuell steht der Kurs bei 317 Dollar. Der ursprüngliche Plan hätte vorgesehen, die Tesla-Anteile für 420 Dollar pro Aktie zurückzukaufen – vereinzelt wurde bei dieser Summe auf Twitter sogar gemutmaßt, es handle sich um eine Anspielung auf den Konsum von Cannabis. „420“ ist in den USA ein gebräuchliches Codewort dafür.

    Für weitere Unruhe sorgt die Unbeständigkeit des Unternehmenskurses, den der 47-Jährige selbst vorgibt. „Was Musk Freitagnacht geschrieben hat, widerspricht allem, was er zuvor getwittert hatte“, sagte Analyst Gene Munster dem Finanzdienst Bloomberg. Irgendwann werde sich die Aufregung zwar wieder legen, es sei aber keine Situation, die man einfach so vergessen könne. Rechtsprofessor Stephen Diamond von der Santa Clara University glaubt, dass Teslas Verwaltungsrat Musk letztlich zur Räson brachte, um den Schaden zu begrenzen: „Sie mussten die Farce beenden.“

    Mit Material von dpa.

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