Tesla-Verkäufe Model-X-Effekt lässt noch auf sich warten

Mit dem Model X will Tesla seine Absatzzahlen nach oben treiben. Doch die Produktion des elektrischen SUVs kommt nur langsam in die Gänge. Wer vorbestellt hat, muss wohl noch etwas länger warten.
Update: 04.01.2016 - 14:09 Uhr

539 PS, Regen, Baustelle – und der Tesla lenkt selbst

DüsseldorfDas X steht für Exot. Gerade einmal 208 Exemplare des neuen Model X hat der Elektropionier Tesla im Jahr 2015 ausgeliefert. Die Produktion des elektrischen SUVs ist offensichtlich nur sehr langsam angelaufen. Erst zum Jahresende habe man die Produktion auf 238 Autos pro Woche steigern können, teilten die Kalifornier am Sonntagabend mit. Die Kundschaft darf sich darum auf längere Wartezeiten einstellen. Wieder einmal.

Denn das Model X, das schon 2012 der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde, musste wegen technischer Schwierigkeiten in der Entwicklung seine Premiere mehrfach verschieben. Statt 2014 – wie ursprünglich geplant – wurde das serienreife SUV erst im Herbst 2015 in den Verkauf geschickt. Darum konnte das Modell nur einen marginalen Beitrag zum Jahresergebnis von Tesla liefern – trotz der kolportierten mehr als 30.000 Vorbestellungen.

Die Reaktion der Börse auf die Produktionsverzögerung fällt darum verhalten aus. Anders als Tesla seine Absatzprognose im August 2015 um nur 5000 Autos nach unten korrigierte. Damals reagierten die Anleger nervös, die Aktie sackte ab. Diesmal gibt es allerdings auch wenig Anlass zur Sorge: Mit knapp 17.200 ausgelieferten Fahrzeugen des Model S im vierten Quartal steigerte Tesla seinen Absatz immerhin um 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Außerdem wurde das angepasste Jahresziel von 50.000 verkauften Fahrzeugen übertroffen. Vor allem ein Absatzsprung in Dänemark - wo Elektroautos bis zum Jahreswechsel steuerlich begünstigt werden, rettet Tesla die Jahresbilanz.

Vorerst bleibt das Model S damit das mit Abstand wichtigste Modell der Kalifornier. Auch das Model X dürfte beim Absatz im ersten Quartal aber nachlegen. Rund 300 Model X, die im letzten Quartal 2015 gebaut wurden, sollen zum Jahresbeginn ausgeliefert werden. Zudem läuft die Produktion mittlerweile auf dem angepeilten Level.

Für Gründer Elon Musk und Tesla dürfte 2016 zu einem Übergangsjahr werden. Derzeit stellt das Unternehmen massiv Ingenieure und Softwareentwickler ein, die einen vollautonomen Tesla entwickeln sollen. Zudem arbeiten die Kalifornier weiter am lange erwarteten Model 3, dessen Premiere für 2017 angekündigt ist.

Der Mittelklassewagen soll das erste Volumenmodell der Kalifornier werden. Darum startet Tesla ab 2017 auch die Produktion seiner riesigen Batteriefabrik in Nevada. Die massiven Investitionen in diese Zukunftsprojekte dürften im laufenden Jahr auf das Unternehmensergebnis drücken.

Ein Elektro-SUV, das sogar Biowaffen standhält
Elon Musk vor dem Model X
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Lang mussten Tesla-Fans auf diesen Moment warten. Immerhin um drei Jahre wurde die Präsentation des SUVs Tesla Model X verschoben. Der Stotterstart, den der Elektroautopionier Tesla mit seinem SUV „Model X“ hingelegt hat, wäre wohl den meisten Unternehmen als Unzuverlässigkeit ausgelegt worden, die heftige Kundenproteste ausgelöst hätte.

Tesla Model X
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Bei Telsa ist das anders. US-Medien feiern den elektrischen Stadt-Geländewagen mit den Flügeltüren bereits als „wichtigstes Auto des Jahres“ und die Käufer akzeptieren die jahrelangen Lieferverzögerungen ohne Murren.

Treue Fangemeinde
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Die Firma aus Palo Alto im Silicon Valley, dem kalifornischen Tech-Mekka, hat eine eingefleischte Fangemeinde. Die Verspätungen des schillernden Firmenchefs Elon Musk werden hingenommen wie die künstlerische Freiheit eines Rockstars.

Die Präsentation wird zu Party
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Tesla inszeniert seine Produktpremieren ähnlich wie Apple seine iPhone-Vorstellungen, nur nachts und mit mehr Party-Atmosphäre. Stylische Eleganz im Scheinwerferlicht, das ist auch Dienstagnacht bei der Präsentation des „Model X“ in Teslas Fabrik in Fremont, Kalifornien, angesagt. Knapp eine Stunde, nachdem es losgehen sollte, erscheint Musk auf der Bühne und startet die Show.

Zahlreiche Features
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Der neue SUV bietet allerhand technische Raffinessen und Schnickschnack – zum Teil recht skurrile. So können paranoide Kunden ihren Tesla Model X sogar mit einem Luftfilter-Power-Button ausstatten, der Biowaffen-Angriffe abwehren kann. Hinzubestellt kann auch die Funktion des Turbostarts, durch den der SUV in 3,2 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde rennt. Die Reichweite einer Batterieladung soll bei etwa 250 Meilen liegen.

Bislang nur für die reiche Kundschaft
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Die Features und der Preis von bis zu 142.000 Dollar bestätigen, dass Tesla wie mit dem bisher einzigen Fahrzeug „Model S“ nach wie vor im Luxusbereich angesiedelt ist. Dabei soll der SUV als familientaugliches Fahrzeug mit drei Sitzreihen durchaus den Anfang der Brücke zum Massenmarkt darstellen.

Erschwinglicher Stromer erst 2018
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Die Ottonormal-Familie, wie Musk sie hier bei der Präsentation vorstellt, dürfte sich das Model X eher nicht leisten können. Diese müssen voraussichtlich bis 2018 warten. Dann will Tesla mit dem „Model 3“ einen erschwinglichen Stromer für die breite Bevölkerung rausbringen. Bedenkt man die Verspätung beim Model X ist dieses Datum aber mit Vorsicht zu genießen.

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