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Thermotechnik Um die Klimaziele zu erreichen: Bosch will mit Wasserstoff heizen

Der europäische Marktführer fordert, den Gebäudesektor in die Wasserstoffstrategie einzubinden. Für Kunden ist diese Art der Umrüstung oft günstiger.
13.07.2021 - 17:00 Uhr 1 Kommentar
Bosch Thermotechnik hat davon profitiert, dass während der Corona-Pandemie die Menschen verstärkt in den eigenen vier Wänden investiert haben. Quelle: dpa
Bosch

Bosch Thermotechnik hat davon profitiert, dass während der Corona-Pandemie die Menschen verstärkt in den eigenen vier Wänden investiert haben.

(Foto: dpa)

Stuttgart Wenn es darum geht, wie die Klimaziele in der Zukunft erreicht werden können, stehen meist Maßnahmen im Verkehr im Vordergrund. Fast gleichbedeutend ist es aber, dass bundesweit Gebäude bis 2045 klimaneutral werden sollen. Um die Ambitionen technologisch und ökonomisch sinnvoll zu erreichen, bedarf es innovativer Ansätze in der Gegenwart – etwa im Bereich der Heiztechnik.

Bosch Thermotechnik gilt hier als europäischer Marktführer. Geschäftsführer Jan Brockmann fordert jetzt von der Bundesregierung, den Gebäudesektor in die Wasserstoffstrategie einzubinden. „Ohne Wasserstoff in der Heiztechnik wird es schwer, die Klimaziele zu erreichen.“

Brockmann spricht sich für eine H2-Ready-Pflicht für Gasheizungen ab 2025 aus – und auch dafür, diese Geräte in staatliche Förderproramme aufzunehmen, um den Kunden die Umstellung zu erleichtern. Bei diesen Gasheizungen können bis zu 20 Prozent des Brennstoffs aus Wasserstoff bestehen. Die neuesten Geräte können durch den Austausch von Brenner, Düse und Software sogar vollständig auf Wasserstoffbetrieb umgerüstet werden. In Großbritannien bringt Bosch solche Geräte bereits auf den Markt.

Die Vorteile von Wasserstoff sieht der Bosch-Manager vor allem bei unsanierten Gebäuden. Schließlich kann Wasserstoff mit nur geringem Aufwand in das bestehende Gasnetz eingespeist werden. Noch ist Wasserstoff zu teuer in der Produktion und auch noch nicht ausreichend verfügbar. Aber Brockmann rechnet fest damit, dass sich das in Zukunft ändert, da Wasserstoff im Gegensatz zu Strom speicherbar ist.

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Klimaziele sind gut für das Geschäft von Bosch Thermotechnik

Für die Kunden ist eine Umrüstung von Gasheizungen auf Wasserstoff die günstigere Lösung im Vergleich zu Wärmepumpen. Diese allerdings sieht Brockmann vor allem bei Neubauten auf dem Vormarsch. Hier wird der Umwelt Wärme entzogen und durch eine Pumpe auf ein verwertbares höheres Temperaturniveau angehoben, um damit Gebäude oder andere Einrichtungen beheizen zu können.

Bosch Thermotechnik hat davon profitiert, dass während der Corona-Pandemie die Menschen verstärkt in den eigenen vier Wänden investiert haben. Die Sparte setzte stabil 3,5 Milliarden Euro um und befindet sich laut Brockmann auf „profitablem Wachstumskurs“. Im vergangenen Geschäftsjahr hatten die nicht automobilen Geschäftsbereiche, auf die rund 40 Prozent des Konzernumsatzes von 78 Milliarden Euro entfallen, zumindest teilweise die Rückgänge im Automobilsektor abgefedert.

Beflügelt wird das Geschäft von Bosch Thermotechnik unter anderem von den verschärften Klimazielen. Nach den Berechnungen des Unternehmens wächst der Markt für Heizungen, Lüftungen und Klimatisierung, auf dem 2020 rund 26 Milliarden Euro umgesetzt wurden, in den nächsten Jahren um rund fünf Prozent jährlich.

Mehr: Wasserstoffstrategie: Was Deutschland von anderen Ländern lernen kann

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1 Kommentar zu "Thermotechnik: Um die Klimaziele zu erreichen: Bosch will mit Wasserstoff heizen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Bosch Thermotechnik verdient mit Verbrennungstechnologie Geld. Das Problem - Wirkungsgrad - kennen wir vom mobilen Verbrennungsmotor. Auch im Gebäude ist der direkte Einsatz des grünen Stroms wirkungsvoller.
    Eine Wärmepumpe nutzt primär Umweltwärme und kann mit der gleichen Menge Strom ein vielfaches an Wärme erzeugen. Wärmepumpe für alle ist schon lange kein Märchen mehr, sondern bereits heute Altbautauglich. Alles Andere ist von vorgestern und unseriös.
    https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2020/warmepumpen-funktionieren-auch-in-bestandsgebaeuden-zuverlaessig.html

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