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Essen

Zentrale von Thyssen-Krupp in Essen.

(Foto: dpa)

Thyssen-Krupp Neuer Chefaufseher Pellens fordert von Thyssen-Krupp Geschlossenheit

Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Bernhard Pellens ist zuversichtlich, dass der Richtungsstreit beendet ist.
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Düsseldorf Als niemand mehr den Posten haben wollte, stand Bernhard Pellens bereit. Nun muss der BWL-Professor als neuer Aufsichtsratschef bei Thyssen-Krupp eines der wohl ambitioniertesten Strategieprojekte der deutschen Wirtschaftsgeschichte beaufsichtigen: Der Essener Industriekonzern wird aufgespalten, in ein Unternehmen für Technologie und eines für Werkstoffe.

Am Donnerstag hat sich der Bochumer Hochschullehrer erstmals öffentlich zu seiner ungewöhnlichen Ernennung und den Plänen von Vorstandschef Guido Kerkhoff geäußert. In einem Interview mit dem „Manager-Magazin“ erklärte Pellens, die Aufseher hätten lange überlegt, wie sie „das Personalthema lösen sollten“.

Nachdem im Sommer erst Vorstandschef Heinrich Hiesinger und kurz drauf Aufsichtsratschef Ulrich Lehner nach einem Streit mit Investoren hingeworfen hatten, geriet Thyssen-Krupp in eine monatelange Führungsdebatte, bei der ein Kandidat nach dem anderen absagte.

Am Ende wählten die Kontrolleure einstimmig Pellens zum Vorsitzenden. „Da ich von allen Mitgliedern am längsten im Unternehmen bin, die Zahlen so gut kenne, war es naheliegend, dass man mir das Amt angetragen hat“, erklärte er im Interview.

Der 62-Jährige gehört dem Gremium bereits seit 2005 an, sitzt seit vielen Jahren im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats und kennt daher Vorstandschef Kerkhoff, der schon unter Hiesinger als Finanzvorstand bei Thyssen-Krupp arbeitete, sehr gut.

Der will das Industriekonglomerat aufspalten: Thyssen-Krupp Industrials soll das Geschäft mit Aufzügen, Autoteilen und dem Anlagenbau bündeln – Thyssen-Krupp Materials den Werkstoffhandel, die Stahlproduktion, die Schmiedeaktivitäten sowie den Großwälzlagerbau und das Marinegeschäft.

Pellens sagte, er sehe seine Aufgabe vor allem darin, im Aufsichtsrat „eine Diskussion über die Vorschläge des Vorstands zu ermöglichen, um so gemeinsam zu besten Lösungen für das Unternehmen zu kommen“. In seiner neuen Rolle könne er sich ganz anders als bislang einbringen: „Ich bin ein sehr rationaler Mensch, und so werde ich auch den Aufsichtsrat führen. Ganz eng an den Fakten orientiert.“

Vor einigen Monaten hatte es im Kontrollgremium von Thyssen-Krupp heftig gekracht, nachdem einige Aufseher Skepsis bezüglich der Pläne des Vorstands geäußert hatten, die Stahlsparte in ein Joint Venture mit dem indischen Konkurrenten Tata einzubringen. Zwei Jahre lang waren die Pläne verhandelt worden, am Ende stimmte Aufsichtsrat Jens Tischendorf dagegen. Er vertritt den Großinvestor Cevian, der rund 18 Prozent der Anteile hält.

Das solle in Zukunft nicht mehr passieren, so Pellens: „Dem Teilungsplan hat auch Herr Tischendorf zugestimmt.“ Jetzt müsse der Aufsichtsrat die Vor- und Nachteile der Details gut abwägen. „Wir werden versuchen, das im Konsens zu tun.“

Derzeit sind noch zwei Posten im Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp vakant. Neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden hatte mit dem früheren Telekom-Chef René Obermann auch ein normales Mitglied sein Amt zur Verfügung gestellt, nachdem er sich bei der Entscheidung zur Stahlfusion enthalten hatte.

Bisher haben sich noch keine Kandidaten für die Ämter bereiterklärt. Pellens äußerte sich aber optimistisch: „Ich denke, es wird drinnen wie draußen verstanden, dass bei Thyssen-Krupp jetzt alle in einem Boot sitzen.“

Pellens indes dürfte in absehbarer Zeit aus diesem Boot aussteigen. So zitiert Reuters den Corporate-Governance-Bericht von Thyssen-Krupp, wonach die „maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder“ auf „drei Amtsperioden“ begrenzt sei. Pellens“ dritte Amtszeit endet bei der Hauptversammlung 2020 – ungefähr dann, wenn Kerkhoff seinen Teilungsplan in allen Details den Aktionären zur Abstimmung vorlegen dürfte.

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