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Thyssen-Krupp- und Bilfinger-Großaktionär Jens Tischendorf verlässt schwedischen Investmentfonds Cevian

Als Aufsichtsrat bei Thyssen-Krupp und Bilfinger verwaltete Cevian-Partner Jens Tischendorf die Beteiligungen des Investmentfonds. Nun geht er.
14.01.2020 - 12:23 Uhr Kommentieren
Der mächtige Vertreter des schwedischen Investmentfonds verwaltete die deutschen Beteiligungen Thyssen-Krupp und Bilfinger. Quelle: Cevian
Cevian-Partner Jens Tischendorf

Der mächtige Vertreter des schwedischen Investmentfonds verwaltete die deutschen Beteiligungen Thyssen-Krupp und Bilfinger.

(Foto: Cevian)

Düsseldorf, Frankfurt Der schwedische Investmentfonds Cevian und dessen Deutschland-Statthalter Jens Tischendorf gehen künftig getrennte Wege. Wie das Handelsblatt auf Anfrage erfuhr, hat der Manager den Fonds verlassen. „Herr Tischendorf ist formal bei Cevian ausgeschieden, führt aber seine Geschäfte bei Cevian bis zum Ablauf einer Übergangszeit weiter“, erklärte ein Cevian-Sprecher.

Dass sich Tischendorf aus dem Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp zurückziehen wird, hatte der Ruhrkonzern bereits im Dezember angekündigt. Bei der Hauptversammlung Ende Januar soll die Schweizer Cevian-Partnerin Friederike Helfer als Nachfolgerin gewählt werden. Nach der gemeinnützigen Krupp-Stiftung ist Cevian mit 18 Prozent der Anteile zweitgrößter Aktionär des Ruhrkonzerns.

Eine ähnlich machtvolle Stellung hat der Fonds auch beim Industriedienstleister Bilfinger, wo Cevian knapp 27 Prozent der Anteile hält. Auch hier sitzt Tischendorf im Aufsichtsrat – regulär noch bis zur übernächsten Hauptversammlung voraussichtlich im Frühjahr 2021. „Das Aufsichtsratsmandat bei Bilfinger wird Tischendorf vorerst weiter ausführen“, hieß es hierzu bei Cevian.

Sowohl Bilfinger als auch Thyssen-Krupp zählen zu den größten Fehlgriffen, die der ansonsten hochprofitable Fonds in seinem fast 20-jährigen Bestehen zu verkraften hatte. Schon länger soll es deshalb Unstimmigkeiten zwischen der Cevian-Zentrale in Schweden und dem schweizerischen Ableger in Zürich gegeben haben, bei dem Tischendorf zuletzt arbeitete.

Tischendorf schasste etliche Führungskräfte

So verlor Thyssen-Krupp seit dem Einstieg des Fonds im Jahr 2013 rund ein Viertel seines Aktienwerts. Bei Bilfinger, dem zweiten wichtigen Investment des Fonds, betrug der Wertverlust sogar die Hälfte. In beiden Fällen ist eine kurzfristige Besserung der Lage nicht in Sicht – trotz jahrelanger Interventionen Tischendorfs, der sich seither einen Ruf als „Managerschreck“ erarbeitet hatte.

So haben auf Druck von Cevian zahlreiche Führungskräfte beide Unternehmen verlassen. Bei Bilfinger sah Tischendorf als Aufsichtsratsmitglied seit 2011 vier Vorstandschefs kommen und gehen. Bei Thyssen-Krupp sorgten die Querschüsse des Fonds im Sommer 2018 erst für den Abgang des langjährigen Konzernchefs Heinrich Hiesinger, in der Folge ging auch Aufsichtsratschef Ulrich Lehner. Den Ruhrkonzern stürzte das in die schwerste Führungskrise seiner Geschichte.

Eigentlich hätte Tischendorf nach den ganzen Turbulenzen einen großen Erfolg feiern können: Nach Jahren des Drängens will Thyssen-Krupp in diesem Jahr endlich das profitable Aufzugsgeschäft aus dem notleidenden Industriekonglomerat herauslösen.

Für Cevian bietet sich so nach vielen verlustreichen Jahren endlich eine Möglichkeit, das milliardenschwere Engagement bei Thyssen-Krupp gesichtswahrend abzuschließen. Die Lorbeeren indes wird wohl Tischendorfs Nachfolgerin ernten.

Mehr: Das Bieterrennen um die Aufzugsparte von Thyssen-Krupp geht in die entscheidende Phase. Nun stellen die strategischen Investoren ihre Angebote vor.

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