Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Thyssen-Krupp und Tata Steel EU-Kommission entscheidet bis Ende Oktober über Stahlfusion

Thyssen-Krupp und Tata haben die Anträge für die Stahlfusion bei der EU eingereicht. Bis Oktober will die Kommission darüber entscheiden.
Update: 26.09.2018 - 17:27 Uhr Kommentieren
Die beiden Firmen wollen den zweitgrößten Stahlkonzern Europas schmieden. Quelle: Reuters
Thyssen-Krupp und Tata Steel

Die beiden Firmen wollen den zweitgrößten Stahlkonzern Europas schmieden.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfMehr als zwei Jahre lang haben die beiden Konkurrenten Thyssen-Krupp und Tata Steel über die Zusammenlegung ihres europäischen Stahlgeschäfts verhandelt. Nun steht das Vorhaben vor der finalen Entscheidung: Am Dienstag haben die beiden Unternehmen ihre Pläne bei der EU-Kommission für Wettbewerb eingereicht. Das bestätigte ein Sprecher von Thyssen-Krupp auf Anfrage.

Genehmigt die Behörde den Deal ohne Auflagen, entsteht mit dem Joint Venture Thyssen-Krupp Tata Steel der zweitgrößte Stahlkocher auf dem europäischen Markt hinter Arcelor-Mittal, mit fast 50.000 Mitarbeitern in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden. Gemeinsam kommen beide Unternehmen derzeit auf einen Umsatz von rund 17 Milliarden Euro.

Bis zum 30. Oktober entscheidet die Kommission nun, ob sie dem Deal mit oder ohne Auflagen zustimmt oder eine vertiefte Prüfung einleitet. Viel steht dabei auf dem Spiel, beispielsweise die umfangreichen Job- und Standortgarantien, die die IG Metall für ihre Zustimmung zu der Fusion der beiden Sparten ausgehandelt hat. So sollen bis 2026 keine betriebsbedingten Kündigungen in Deutschland und den Niederlanden erfolgen, bis 2021 sollen zudem keine Standorte geschlossen werden.

Die unter anderem von Ex-Vorstandschef Heinrich Hiesinger lange geplante Stahlfusion sollte ursprünglich Startschuss werden für eine Neuausrichtung des Essener Industriekonzerns. Schon lange vor dessen Ausscheiden im Juli hatten führende Aktionäre auf einen Strategiewechsel gedrängt, wurden aber von Hiesinger mit Verweis auf den Tata-Deal stets vertröstet.

Neben der Stahlsparte unterhält der Ruhrkonzern vier weitere Geschäftsbereiche, darunter den schwächelnden Anlagenbau inklusive der Werften, das Komponentengeschäft, den Werkstoffhandel sowie den Aufzugsbau. Der schwedische Großaktionär Cevian, mit 18 Prozent beteiligt, forderte etwa, die einzelnen Geschäftsbereiche unabhängiger voneinander aufzustellen und sich gegebenenfalls von weiteren Sparten zu trennen.

Auch die Arbeitnehmer zeigten sich zuletzt offen für einen Umbau. So erklärte der erst im September gewählte neue Konzernbetriebsratschef Dirk Sievers, der im Oktober auch in den Aufsichtsrat ziehen wird, der Nachrichtenagentur Reuters in der vergangenen Woche: „Strukturen sind für uns nicht sakrosankt.“ Doch er erklärte auch: „Mit mir wird es keinen Umbau des Konzerns gegen die Interessen der Beschäftigten geben.“

Wie es weitergeht, dürfte der Aufsichtsrat erst in neuer Zusammensetzung entscheiden: Derzeit sucht das Gremium mit Hochdruck auch nach einem Nachfolger für den ebenfalls ausgeschiedenen Vorsitzenden Ulrich Lehner, der Thyssen-Krupp kurz nach Hiesinger verließ. Bis dahin führt der Gewerkschaftsvertreter Markus Grolms kommissarisch die Geschäfte, während Finanzchef Guido Kerkhoff den Vorstand leitet.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Thyssen-Krupp und Tata Steel - EU-Kommission entscheidet bis Ende Oktober über Stahlfusion

0 Kommentare zu "Thyssen-Krupp und Tata Steel: EU-Kommission entscheidet bis Ende Oktober über Stahlfusion"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.