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TNK-BP Wie das britische Russland-Abenteuer zum Kreml-Krimi wurde

Es sollte eine Investition in die Zukunft der Ölförderung sein. Doch am Ende handelte sich der britische Konzern BP mit seinem Russland-Abenteuer vor allem Ärger ein. Ein grotesker Wirtschafts- und Politkrimi entflammte.
22.10.2012 - 13:57 Uhr 2 Kommentare
Der britische Ölriese TNK-BP steigt aus dem russischen Abenteuer aus. Quelle: Reuters

Der britische Ölriese TNK-BP steigt aus dem russischen Abenteuer aus.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Im Jahr 2003 feierte der britische Ölkonzern BP den Einstieg in die russische Erdölförderung. Der damalige Konzernchef John Browne schmiedete ein Gemeinschaftsunternehmen mit russischen Oligarchen, die ihre Ölförderanlagen unter einer Allianz unter dem Namen Alfa-Access-Renova (AAR) zusammengeschlossen hatten. Die milliardenschwere Beteiligung an dem Joint Venture TNK-BP sollte den Briten den Zugang zu den sibirischen Ölquellen sichern.

Doch die Feierlaune der Briten verflog rasch. Zwischen BP und den russischen Oligarchen verschärfte sich der Ton. Ein Streit um die strategische Ausrichtung und Fragen der guten Unternehmensführung brach los. BP sah das Joint Venture als langfristige Investment, die russischen Partner dagegen drängten auf rasche Gewinne.

Der damalige Chef von TNK-BP, der BP-Manager Bob Dudley, setzte zudem rigoros westliche Bilanzierungsstandards durch – und brachte die Oligarchen gegen sich auf. Offen brach der Konflikt schließlich im Jahr 2008 aus. Sogar der Kreml mischte sich ein – und stellte sich auf die Seite der heimischen Milliardäre.

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    Die Regierung startete eine ganze Serie von Schikanen gegen BP. Die Behörden durchsuchten Büros. Angeblich gab es Unregelmäßigkeiten  Die Techniker von BP durften nicht mehr in Russland arbeiten. Schließlich kam es zum Eklat: Der damalige Chef von TNK-BP, der BP-Manager Bob Dudley, musste in einer Nacht-und Nebel-Aktion das Land verlassen. Angeblich war sein Visum ausgelaufen.

    Hinter der Einmischung des Kremls steckte mehr als eine patriotische Parteinahme für die heimischen Oligarchen. Die Regierung will die Macht über die heimische Industrie wiedererlangen. Viele Branchen waren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 1990er Jahren hastig privatisiert worden. Besonders die reichen Rohstoffquellen des Landes wollen die Machthaber um Präsident Wladimir Putin wieder unter ihrem Einfluss wissen.

    Die Strategie des Kremls offenbarte sich schon 2004. Damals drängte Putin den Gaslieferanten Gazprom und den Ölkonzern Rosneft zu einer Fusion. Doch der damals 7,6 Milliarden schwere Zusammenschluss kam letztlich nicht zustande. Die beiden Konzerne konnten sich trotz Druck aus dem Kreml nicht auf die Details der Fusion einigen.

    Kreml greift nach den heimischen Rohstoffen
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    2 Kommentare zu "TNK-BP: Wie das britische Russland-Abenteuer zum Kreml-Krimi wurde"

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    • Dies könnte auch der Fall sein. Allerdings ist auch im Fall von Alfa/Altimo derselbe Hauptakteur auf der russischen Seite: Michail Friedman (Haupteigentümer von Alfa Group, die generell sehr kampflustig zu sein scheint und über sehr gute Beziehungen im Kreml verfügt).

    • Die vereinfachende Darstellung - Russen wollten schnellen Gewinn, die Engländer ordentliche Buchführung und eine langfristige strategische Entwicklung - deckt sich nicht ganz mit meinem Verständnis der Ursachen des Konfliktes.

      Hauptstreitpunkt war die Frage, ob TNK-BP eine eigenständige Unternehmensentwicklung zusteht, oder ob die Interessen von TNK-BP hinter denen des Minderheitsgesellschafters BP zurücktreten soll. Mit anderen Worten: wenn eine Förderlizenz ausserhalb Russlands z.B. in Zentralasien zur Ausschreibung steht, darf dann TNK-BP mitbieten und ggfls. mit BP konkurrieren, oder muss sich TNK auf Russland beschränken und BP den Vortritt lassen.

      Dies ist die Wurzel des Konfliktes, nicht Langfristigkeit oder ein Streit um orgnungsgemässe Buchführung.

      Ein ganz ähnliches Bild bietet sich übrigens im Mobilfunkmarkt im Konflikt Alfa/Altimo mit Telenor dar. Hier die auf Expansion bedachten Russen, dort die Norweger, die ihre Minderheitsbeteiligung im russischen Markt halten wollen, um sie nicht ausserhalb Russlands als Konkurrent zu sehen.

      Dies ist umso erstaunlicher, als in beiden Fällen die westlichen Partner nicht in der Mehrheit waren und offenbar dennoch glaubten, die Minderheitsbeteiligung kontrollieren zu können.

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