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Tom Kirschbaum Kleinbusse aus dem 3D-Drucker sollen den Nahverkehr revolutionieren

Die Start-ups door2door und Local Motors wollen Kleinbusse autonom durch Städte fahren lassen. Deutschland wird zum Testgebiet – zur Freude von door2door-Gründer Kirschbaum.
02.06.2021 - 18:39 Uhr Kommentieren
door2door-CEOs Tom Kirschbaum (Mitte) und Maxim Nohroudi (rechts). Quelle: obs
door2door-Gründer

door2door-CEOs Tom Kirschbaum (Mitte) und Maxim Nohroudi (rechts).

(Foto: obs)

Berlin Das Berliner Start-up für On-Demand-Shuttles door2door verbündet sich mit dem US-amerikanischen Van-Hersteller Local Motors. Zusammen wollen die Unternehmen autonom fahrende Kleinbusse auf die Straßen schicken, um Lücken im öffentlichen Nahverkehr zu schließen, wie door2door-Gründer Tom Kirschbaum sagte.

Die Kooperation ist aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens: Während das deutsche Start-up die Software für den Betrieb des Bussystems beisteuert, fällt Local Motors die Rolle als Hersteller der Hardware zu. Zweitens: In Deutschland werden die selbstfahrenden Fahrzeuge getestet – nicht in den USA oder China. Erst in der vergangenen Woche hat der Bundesrat die Gesetze verabschiedet, mit denen die fahrerlosen Gefährte im normalen Straßenbetrieb genutzt werden können.

Damit die Fahrzeuge eingesetzt werden, müssen zwar hohe Voraussetzungen erfüllt werden, doch door2door und Local Motors entschieden sich dennoch dafür, in Deutschland zu testen. Auf diesen Moment hat der 45-jährige Kirschbaum zusammen mit seinem Gründungspartner Maxim Nohroudi hingearbeitet. Viele Experten sehen autonome Fahrzeuge als Grundlage dafür, Nahverkehrssysteme umzustellen, da die Kosten für den Betrieb erheblich sinken werden.

Davon, dass die Verkehrswende kommen wird, waren die beiden Gründer lange überzeugt. Schon vor neun Jahren haben Kirschbaum und Nohroudi door2door gegründet, um neue Mobilitätskonzepte für den öffentlichen Nahverkehr zu entwickeln.

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    Im Kern geht es dem Unternehmen darum, die verschiedenen Elemente wie Bus, Bahn, Leihfahrrad oder eben Kleinbusse zu verknüpfen. Über eine App auf dem Smartphone können die Kunden den Weg zu ihrem Ziel mit verschiedenen Verkehrsmitteln planen und buchen. Zum Einsatz kommt die Software von door2door derzeit etwa in München, Berlin und Duisburg. Insgesamt kommt die Plattform europaweit in über 60 Projekten zum Einsatz.

    Die Kooperation mit Local Motors soll dabei helfen zu expandieren. Der von der US-Firma entwickelte Kleinbus „Olli“ soll wesentlich dazu beitragen. Laut Kirschbaum arbeiten die Unternehmen strategisch zusammen. Es soll erst der Auftakt für eine engere Verbindung der beiden Firmen sein.

    door2door-Gründer ist erfahren und gut vernetzt

    Tom Kirschbaum zählt zu den führenden Köpfen unter den Gründern der Mobilitäts-Start-ups. Er ist ein ruhiger Gesprächspartner; kämpft aber für seine Themen und verschafft so auch anderen Unternehmern aus der Branche Gehör. Kirschbaum ist Sprecher der Mobilitätsgruppe des Bundesverbands Deutsche Startups und hat die Bundesregierung dabei beraten, wie sie junge Unternehmen fördern kann.

    Wie schwer es Gründer mit ihren Ideen mitunter haben, weiß der door2door-Gründer aus eigener Erfahrung. In seinen gelernten Berufen als Jurist und Bankkaufmann hat er nicht lange gearbeitet. Er war zunächst Mitglied im Präsidium der Privatuniversität Witten/Herdecke und gründete dann vor zwölf Jahren eine Beratung für Corporate Governance.

    Wenig später stieg er mit Maxim Nohroudi und einem anderen Partner in das Geschäft mit E-Bikes ein. Das von ihnen entwickelte weltweit erste Solar-Fahrrad brachte zwar keinen Durchbruch, aber Kirschbaum kam in Kontakt mit den Nahverkehrsunternehmen, weil er ihnen die Räder angeboten hatte.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte 2017 das Berliner Start-up. Quelle: dpa
    Angela Merkel bei Door2Door

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte 2017 das Berliner Start-up.

    (Foto: dpa)

    Diese meist kommunalen Firmen sind keine einfachen Partner, weil sie beharrlich sind. Langsam erst verabschieden sich die Unternehmen von ihren Dieselbussen und öffnen sich neuen Transportformen wie eben den autonomen Minibussen, wie sie Local Motors herstellt.

    Wie Kirschbaums Gesellschaft ist die US-Firma ein Pionier in ihrem Segment. Die kastenförmigen Minibusse mit dem Namen „Olli“ fertigt Local Motors im 3D-Drucker – das weltweit erste Modell, das auf diesem Weg gebaut wurde.

    Einige Dutzend Minibusse haben die Amerikaner derzeit im Einsatz. Wenn alles glatt laufe, soll die gemeinsame Mobilitätslösung der Unternehmen schon auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in München über die Straßen rollen, wie Kirschbaum sagte. Per App können die Kunden „Olli“ zu ihrem Standort ordern, um ihr Ziel zu erreichen.

    Mehr: Zwei Alligatoren auf sanften Pfoten.

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