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Trafo-Geschäft Siemens erwägt Schließung von Standorten

Das Transformatoren-Geschäft von Siemens leidet unter Überkapazitäten und der Konkurrenz aus Asien. Nun erwägt der Konzern die Schließung von Standorten. Entscheidungen darüber sind bisher noch nicht gefallen.
19.06.2012 - 16:23 Uhr Kommentieren
Das Logo von Siemens in Berlin. Quelle: AFP

Das Logo von Siemens in Berlin.

(Foto: AFP)

München Siemens prüft in seinem von Überkapazitäten und asiatischer Konkurrenz geplagten Transformatoren-Geschäft die Schließung von Standorten. "Man muss sich anschauen, ob es reicht, dass man Kapazitäten reduziert", sagte Personalchefin Brigitte Ederer am Dienstag im Münchner Club Wirtschaftspresse. Entscheidungen über Schließungen gebe es aber noch nicht. Siemens hat weltweit 22 Trafo-Werke mit gut 9.000 Mitarbeitern, in Deutschland sind es drei Standorte mit circa 1800 Beschäftigten.

Im Mai hatte das Unternehmen angekündigt, dass in Nürnberg, Kirchheim/Teck und Dresden bis Herbst rund 500 Arbeitsplätze 2014 wegfallen sollen. Besonders betroffen ist das größte Werk in Nürnberg. Der Jobabbau mit Hilfe von Aufhebungsverträgen, Altersteilzeit und internem Stellenwechsel soll 2013 beginnen. "Wir werden natürlich schauen, dass wir noch Leute im Konzern unterbringen", sagte Ederer. Sie könnten etwa Leiharbeiter ersetzen. Für die Kosten der Schrumpfkur, die weitere Energietechnikwerke rund um den Globus treffen dürfte, hat Siemens bereits 100 Millionen Euro zur Seite gelegt.

Zu den Konjunkturerwartungen für die nächsten Monate sagte Ederer, im kurzzyklischen Geschäft der Industrieautomatisierung, das frühzeitig Hinweise auf eine Eintrübung der Wirtschaftslage gebe, habe Siemens "bis dato eine gute Auftragslage, sehr getragen von der deutschen Automobilindustrie, die große Exporterfolge in China hat". Wie die Entwicklung weitergehe, werde im Konzern sehr aufmerksam verfolgt. "Wir beobachten das noch viel genauer als in der Regel." Siemens habe auch Notfallpläne in der Schublade, um bei Bedarf schnell Kosten senken zu können. Dazu gehören Instrumente wie der Abbau von Urlaubstagen und Arbeitszeitkonten oder die Reduzierung von Leiharbeitern. "Wir sind im Moment nicht in der Situation, wo wir über Kurzarbeit reden." Derzeit hat Siemens laut Ederer rund 5600 Leiharbeiter; seit 2010 wurden etwa 4500 übernommen.

Wie das Vorstandsmitglied weiter sagte, ist der - viel diskutierte - Fachkräftemangel für Siemens kein Thema. In Deutschland gebe es im Konzern rund 2300 offene Stellen; pro Jahr gingen allerdings etwa 130.000 Bewerbungen ein. "Die extreme Knappheit kann ich nicht bestätigen." Lediglich einige wenigen Spezialisten, etwa für Energieeffizienz oder für die Anbindung von Windparks, finde man kaum. In Deutschland beschäftigt der Dax-Konzern 119.000 Menschen.

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Standort erkennen

    Der Personalchefin zufolge bewerben sich bei Siemens "in erheblichem Ausmaß" Mitarbeiter des kriselnden Netzwerkbauers NSN, den die Münchner gemeinsam mit dem finnischen Handybauer Nokia betreiben. Das verlustreiche Unternehmen baut weltweit gut 20.000 Stellen ab und schließt auch in Deutschland Standorte. Es gebe bei NSN durchaus Leute, die für Siemens interessant sein könnten, sagte Ederer. Allerdings komme die Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung dazwischen.

    • rtr
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