Trotz Dieselskandal VW ist wieder größter Autokonzern

VW ist zurück an der Weltspitze. Trotz manipulierter Dieselmotoren konnten die Wolfsburger im vergangenen Jahr so viele Autos verkaufen wie noch nie. Die Konkurrenz muss sich geschlagen geben.
Update: 17.01.2018 - 11:31 Uhr Kommentieren
VW feiert neuen Rekordabsatz Quelle: AP
Volkswagen

Der deutsche Autobauer ist weiter der globale Branchenführer.

(Foto: AP)

HamburgVolkswagen hat trotz der Dieselkrise im vergangenen Jahr so viele Autos verkauft wie nie zuvor und sich damit zum zweiten Mal in Folge die Krone als größter Autokonzern gesichert. Rund um den Globus rollten 10,7 Millionen Fahrzeuge zu den Kunden, 4,3 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr, teilte der Wolfsburger Konzern am Mittwoch mit. 2016 hatte Volkswagen einschließlich der beiden Lkw-Töchter MAN und Scania weltweit 10,3 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert.

Auf Platz zwei landet wahrscheinlich wieder der japanische Erzrivale Toyota, der 2017 mit einem weltweiten Absatz von 10,35 Millionen Fahrzeugen rechnet. Das wäre zum Vorjahr ein Plus von zwei Prozent. Für 2018 hat sich Toyota 10,5 Millionen Auslieferungen vorgenommen.

US-Konkurrent General Motors hat sich mit dem Verkauf der defizitären Europatochter Opel an PSA Peugeot Citroen vorerst aus dem Rennen um einen Spitzenplatz verabschiedet. Große Unbekannte ist noch die Allianz von Renault mit den beiden japanischen Autobauern Nissan und Mitsubishi.

Das sind die Bestseller von VW
Platz 10: VW Up - 158.795 verkaufte Fahrzeuge
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Trotz gesunkener Verkaufszahlen reicht es noch für Platz zehn: Der Kleinstwagen von VW überzeugt mit pfiffigen Lösungen auf engstem Raum. Agilität in der City und geringe Kosten, damit kann der Zweitürer ebenso punkten.

Quelle: VW Konzernbericht 2017

Platz 9: VW Gol – 203.148 verkaufte Fahrzeuge
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Der Kleinwagen wird speziell für den lateinamerikanischen Markt gebaut und ist dort eines der erfolgreichsten Autos überhaupt. 2017 konnte Volkswagen den Absatz deutlich steigern.

Platz 8: VW Santana - 293.313 verkaufte Fahrzeuge
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Auch die dritte Generation ist ein echter Verkaufserfolg. In Deutschland führte das damals noch sehr kantige Modell eher ein Langweiler-Schattendasein, machte aber international Karriere: 2013 wurde ein komplett neu entwickelter Santana speziell für den chinesischen Markt vorgestellt.

Platz 7: VW Bora - 334.900 verkaufte Fahrzeuge
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Dass der Name der fünftürigen Limousine zwischen Golf- und Passat-Größe überhaupt noch geführt wird, ist der Bedeutung des chinesischen Automarktes zu verdanken, der für die Wolfsburger so unglaublich wichtig geworden ist. Und egal was man von der Formgebung in Europa hält: Chinesen lieben nun mal klassische Limousinen.

Platz 6: VW Lavida - 507.574 verkaufte Fahrzeuge
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Und noch eine Limousine, wobei diese untere Mittelklasse sogar in China entwickelt wurde. Den hierzulande unbekannten Lavida bietet VW seit zwei Jahren auf dem größten Wachstumsmarkt an. Mit Erfolg.

Platz 5: VW Passat/Magotan - 660.996 verkaufte Fahrzeuge
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Platz, Qualität und High-Tech überzeugen viele Käufer. Die geräumige untere Mittelklasse ist in Deutschland vor allem als Kombi für Dienstwagen-Fuhrparks gefragt, der Rest der Welt findet die Limousine interessanter. Den Absatz des Bestsellers, den es schon seit mehr als 40 Jahren gibt, ging im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück.

Platz 4: VW Polo – 755.506 verkaufte Fahrzeuge
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Egal welche Generation - der deutsche Kleinwagen-Klassiker dominiert die Neuzulassungsstatistiken oft Monat für Monat in Folge. 2017 präsentierte VW-Markenvorstand Herbert Diess die neueste Variante des Polo.

Deren addierter Absatz könnte nach Meinung von Analysten im abgelaufenen Jahr dem von Volkswagen nahe kommen oder sogar gleichziehen. Anders als die Wolfsburger bilden Renault-Nissan mit Mitsubishi bislang jedoch keinen Konzern. Bei einer Fusion der drei Partner erwüchse Volkswagen allerdings ein ernstzunehmender Konkurrent.

Die beiden südkoreanischen Autobauer Hyundai und Kia, denen lange ein Sprung in die Spitzengruppe zugetraut wurde, haben den Anschluss verloren. Im vergangenen Jahr schlug das Duo weltweit 7,25 Millionen Fahrzeuge los und verfehlte damit das eigene Ziel von 8,25 Millionen klar.

Technologie wichtiger als Größe

Der Titel des nach Absatz größten Autobauers verliert in der Branche jedoch zunehmend an Bedeutung. Wegen des Wandels hin zu Elektromobilität und selbstfahrenden Autos ist inzwischen die Fähigkeit wichtiger, Partnerschaften mit einer Vielzahl von Technologiefirmen und Start-ups zu managen. Die Autobauer arbeiten mit Hochdruck daran, sich zu Mobilitätsdienstleistern umzubauen, um im Wettbewerb mit Apple, Google, Uber oder Alibaba mitzuhalten.

Volkswagen kann dank seiner zwölf Marken und der Gleichteilestrategie die Kosten deutlich stärker senken als einige Konkurrenten, profitiert insofern also von einem hohen Absatz. Im Gegensatz zur Zeit vor dem Dieselskandal 2015 steht Größe alleiniger Maßstab jedoch nicht mehr im Vordergrund.

Den hausgemachten Dieselskandal hat Volkswagen zwar noch nicht überwunden. Die Wiedergutmachung der millionenfachen Abgas-Manipulation kostete den Konzern bereits viele Milliarden Euro und wird auch in diesem Jahr zu weiteren Belastungen führen. Doch abseits der Altlasten läuft das Geschäft rund. Dabei kommt dem Autobauer zugute, dass er weltweit präsent ist und konjunkturelle Schwankungen so ausgleichen kann.

  • rtr
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