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Trotz Trendwende Glyphosat-Risiken überlagern Aufschwung in Bayers Agrosparte

Steigende Umsätze machen der Agrochemie-Branche Hoffnung. An Bayer droht der positive Trend vorbeizugehen – was auch an der Monsanto-Übernahme liegt.
16.08.2018 - 19:27 Uhr Kommentieren
Die Agrarbranche erholt sich – Bayer könnte die Trendwende verpassen. Quelle: dpa
Die Sonne geht wieder auf

Die Agrarbranche erholt sich – Bayer könnte die Trendwende verpassen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Während die Prozessrisiken im Zusammenhang mit Glyphosat und anderen Produkten für enorme Unsicherheit bei Investoren des Bayer-Konzerns sorgen, deutet sich für das operative Geschäft der Leverkusener in der Agrochemie eine zaghafte Erholung an.

Die inzwischen seit rund vier Jahren anhaltende Schwächephase in dem Geschäft könnte mit der leichten Besserung nach Einschätzung von Experten allmählich zu Ende gehen. Möglicherweise helfen könnten dabei auch steigende Getreidepreise und eine dadurch verbesserte Einkommenssituation im Agrarsektor.

Moderat positive Signale vermittelten auch die jüngsten Quartals- und Halbjahreszahlen aus der Branche. Mit besonders kräftigem Wachstum im zweiten Quartal wartete dabei der US-Konzern Dow-Dupont auf, der vor zwei Jahren aus der Fusion der Chemieriesen Dow und Dupont entstand.

Die Agrosparte legte im zweiten Quartal um satte 25 Prozent zu, was allerdings weitgehend auf eine witterungsbedingte Verschiebung des Geschäfts vom ersten ins zweite Quartal zurückging. Im gesamten ersten Halbjahr sanken die Agroerlöse sogar um ein Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar.

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    Die Schweizer Syngenta, die Nummer drei der Branche, berichtete unterdessen für das erste Halbjahr ein Umsatzplus von fünf Prozent. Der Konzern, der zum chinesischen Chemieunten Chemchina gehört, profitierte dabei vor allem von kräftigem Wachstum in Lateinamerika und China.

    Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei BASF: Die Agrosparte schrumpfte im ersten Halbjahr zwar um vier Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, doch waren dafür ausschließlich negative Währungseffekte verantwortlich. Real legten die Ludwigshafener im Agrogeschäft um etwa vier Prozent zu, wobei ebenfalls Zuwächse in Asien und Lateinamerika die treibenden Kräfte waren.

    Keine Revolution im Markt

    Unternehmensvertreter verweisen zwar weiterhin auf einigen Gegenwind in dem Geschäft, signalisierten insgesamt aber leichte Zuversicht für ein wieder anziehendes Wachstum im Agrogeschäft. Es werde zwar keine Revolution im Markt stattfinden, sagte BASF-Chef Martin Brudermüller bei Vorlage der Halbjahreszahlen. „Aber wir erwarten schon eine gewisse Trendwende.“

    Ähnlich äußerte sich vor wenigen Tagen Lanxess-Chef Matthias Zachert. Der Kölner Konzern produziert zwar selbst keine Pflanzenschutzmittel, ist mit seiner Sparte Saltigo aber ein wichtiger Zulieferer für die Agrochemie-Produzenten. Die Agroindustrie, so Zachert in einem Analysten-Call, werde sich 2019 wohl moderat besser entwickeln als 2018.

    Der Bayer-Konzern, der durch die Übernahme von Monsanto zum Marktführer in dem Geschäft aufgestiegen ist, wird seine Zahlen für das erste Halbjahr erst Anfang September vorlegen. Bisher unterstellt der Konzern in seiner Prognose für den weltweiten Pflanzenschutz- und Saatgutmarkt ein Wachstum von drei Prozent im laufenden Jahr, gegenüber nur einem Prozent Wachstum im abgelaufenen Jahr. Für seine Sparte Crop Science, die 2017 aufgrund von Problemen in Südamerika noch deutliche Einbußen verbuchte, stellt er für das laufende Jahr bisher ein währungsbereinigt stabiles Ergebnis in Aussicht.

    Aber angesichts der enormen Unsicherheiten im Hinblick auf eine mögliche Klagewelle wegen Glyphosat und andere Risiken aus der Monsanto-Übernahme dürfte das operative Geschehen im Agrogeschäft für die Bewertung von Bayer derzeit völlig in den Hintergrund treten. „Es interessiert im Moment keinen, ob das Marktvolumen vielleicht von zwei auf vier Prozent springt“, heißt es in Kapitalmarktkreisen.

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