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Truck-Hersteller Daimler stellt zweistellige Rendite bei Lkw-Geschäft in Aussicht – Aktie steigt

Der Autobauer will sein Truck-Geschäft bis Jahresende an die Börse bringen. Nun reagiert er auf den Druck der Investoren und hebt die Margenziele der Sparte ordentlich an.
20.05.2021 Update: 20.05.2021 - 14:57 Uhr 1 Kommentar
In den vergangenen Jahren erwirtschaftete der Weltmarktführer für Schwerlaster nur rund sechs Prozent Umsatzrendite. Quelle: Daimler AG
Lkw von Daimler

In den vergangenen Jahren erwirtschaftete der Weltmarktführer für Schwerlaster nur rund sechs Prozent Umsatzrendite.

(Foto: Daimler AG)

München Das Lastwagengeschäft von Daimler stand bisher stets im Schatten der dominanten Autosparte Mercedes-Benz. Am Donnerstag rückte die Einheit aber erstmals ins Zentrum des Interesses von Investoren. Der Grund: Bei einem Kapitalmarkttag erläuterte Spatenchef Martin Daum, mit welcher Strategie er den weltgrößten Hersteller von tonnenschweren Nutzfahrzeugen bis Jahresende an die Börse führen will.

Seine Kernbotschaft: „Wir werden unsere Ertragsstärke deutlich steigern“, kündigte der 61-Jährige an. Statt wie bisher sechs bis acht Prozent Rendite über den Zyklus stellte Daum nun unter guten Marktbedingungen mittelfristig sogar zweistellige operative Margen in Aussicht. In einem normalen Geschäftsjahr sollen bis zu neun Prozent Umsatzrendite möglich sein, in einem schlechten Jahr immerhin noch sechs bis sieben Prozent.

Mehrere Großaktionäre wie Union Investment hatten im Vorfeld des Events im Handelsblatt ambitionierte Renditeziele gefordert. Nun kommt ihnen Daimler Truck entgegen. Die Aktie von Daimler lag am Donnerstag zwischenzeitlich um mehr als zwei Prozent im Plus.

Um die Profitabilität zu steigern, will der Lkw-Hersteller seine Fixkosten bis 2025 um 15 Prozent senken. Darin enthalten sind beispielsweise 300 Millionen Euro, die in Europa über den Abbau von Tausenden Jobs gehoben werden sollen. „Wir sind bereit, harte Entscheidungen zu treffen“, erklärte Daum.

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    Seine neue Strategie beinhaltet auch eine stärkere Fokussierung auf das besonders profitable Segment mit schweren Sattelschleppern. Darüber hinaus will Daum den Umsatzanteil mit dem lukrativen Servicegeschäft von derzeit 30 Prozent auf 50 Prozent bis Ende der Dekade ausbauen. Das Aftersales-Business ist für jeden Lkw-Hersteller eine Cashcow und mitunter dreimal so profitabel wie der reine Fahrzeugverkauf.

    Bei den Investitionen plant Daum eine Verlagerung der Mittel weg vom Dieselmotor hin zur Batterie und der wasserstoffbasierten Brennstoffzelle. Bis 2030 kalkuliert Daimler Truck damit, 60 Prozent seiner Neufahrzeuge mit einem elektrischen Antrieb zu verkaufen. Der Umbau verschlingt Milliarden. Die Schwaben setzen daher auf viele neue Partnerschaften.

    Mit dem chinesischen Batteriezelllieferanten CATL will Daimler etwa noch umfassender kooperieren. Beim Laden der Elektrotrucks arbeiten die Schwaben mit Siemens und Engie zusammen und bei Wasserstofftankstellen mit Shell.

    40 Milliarden Euro Spin-off

    Die avisierte Abspaltung des Truckgeschäfts von der Pkw-Einheit gilt als historischer Schritt. Damit will Daimler-Chef Ola Källenius das seit mehr als hundert Jahren bestehende Industriekonglomerat aufbrechen, um langfristig Mehrwert für die Anleger zu generieren. Sein Kalkül: Zwei spezialisierte Unternehmen, die unabhängig voneinander agieren, sind schneller und effizienter als zwei Divisionen innerhalb eines Großkonzerns, in dem es vieler Abstimmungsschleifen bedarf.

    Analysten sehen das ähnlich, schließlich sind die möglichen Synergien zwischen Luxusautos einerseits und 40 Tonnen schweren Sattelschleppern andererseits, verschwindend gering. Der Aktienkurs von Daimler hat seit Jahresbeginn bereits um mehr als 27 Prozent zugelegt. Weitere Wertsteigerungen sind denkbar. Kapitalmarktexperten halten sogar eine Steigerung der Marktkapitalisierung von aktuell etwa 80 auf 120 Milliarden Euro für möglich.

    Grafik

    Die Differenz von 40 Milliarden Euro ergibt sich aus der Wertannahme für die Lkw-Sparte. Diese soll via Spin-off in Frankfurt an die Börse kommen. Dabei erhält jeder Daimler-Aktionär automatisch die Wertpapiere der eigenständigen Daimler Truck AG ins Depot gebucht.

    In welchem Verhältnis dies geschehen wird, steht allerdings noch nicht fast. Klar ist freilich: Daimler will die Mehrheit am Lkw-Business abstoßen. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Konzern künftig maximal noch 30 Prozent der Anteile an dem Lkw-Hersteller halten wird.

    Nach einem herben Umsatz- und Gewinneinbruch 2020 infolge der Coronakrise ist Daimler Truck solide ins neue Jahr gestartet mit einem Betriebsgewinn von mehr als einer halben Milliarde Euro im ersten Quartal. Insbesondere der Auftragseingang gibt zudem Anlass zur Hoffnung. Die Bestellungen für neue Lkws und Busse stiegen um zwei Drittel an – auf über 151.000 Einheiten.

    Dennoch ist Daimler Truck mit einer bereinigten Umsatzrendite von sechs Prozent aktuell weiterhin deutlich unprofitabler unterwegs als Konkurrenten wie Volvo Trucks (12,8 Prozent) oder Paccar (9,7 Prozent).

    Mehr: Batterie oder Wasserstoff: Die Zukunftstechnologie-Frage spaltet die Lkw-Branche

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    1 Kommentar zu "Truck-Hersteller: Daimler stellt zweistellige Rendite bei Lkw-Geschäft in Aussicht – Aktie steigt"

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    • Das Spiel geht also so: Investoren sind mit den Renditezielen unzufrieden, die Firma erhöht darauf hin ohne jegliche Basis verbal die Renditeziele, und schon steigen die Aktienkurse. Geldverdienen kann ziemlich einfach sein.

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