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Übernahme AMS unterbreitet neues Angebot an Osram

Bereits einmal hat der österreichische Halbleiterkonzern für Osram geboten – und sein Angebot wieder zurückgezogen. Nun wagt AMS erneut eine Offerte.
Update: 12.08.2019 - 10:39 Uhr Kommentieren
Bereits einmal hatte AMS für den Beleuchtungshersteller geboten – das Angebot aber überraschend zurückgezogen. Quelle: Reuters
Osram

Bereits einmal hatte AMS für den Beleuchtungshersteller geboten – das Angebot aber überraschend zurückgezogen.

(Foto: Reuters)

Premstätten, München Der österreichische Sensor-Chip-Hersteller AMS will die beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle ausstechen und den angeschlagenen Münchner Lichttechnik-Konzern Osram für bis zu 4,3 Milliarden Euro übernehmen. Das Unternehmen aus Premstätten bei Graz stellte am Sonntagabend ein Kaufangebot über 38,50 Euro je Aktie für Osram in Aussicht.

Das wären zehn Prozent mehr als die laufende Offerte von Bain und Carlyle, hinter die sich auch der Osram-Vorstand um Olaf Berlien gestellt hatte. An ihm hängt es, ob AMS überhaupt zum Zug kommen kann. Denn dazu müsste er ein Stillhalteabkommen aufheben, das die Österreicher für einen Blick in die Bücher vereinbart hatten und das ihnen eigentlich für zwölf Monate ein Angebot verbietet.

Das neue Angebot kommt bei den Anlegern gut an: Am Montagmorgen notiert das Osram-Papier 9,6 Prozent im Plus.

Ein Sprecher des Lichtkonzerns sagte am Montag, dass Osram die Unterlagen von AMS erhalten habe, diese nun prüfen und sich anschließend dazu äußern werde.

AMS will bis zum Donnerstag eine Antwort aus München haben. Die Österreicher hatten schon Anfang Juli öffentlich Interesse an Osram bekundet, dann aber vorläufig einen Rückzieher gemacht, wohl weil die Finanzierung nicht stand.

Nun wollen die Banken HSBC und UBS 4,2 Milliarden Euro finanzieren, einen Teil davon will AMS später durch eine 1,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung ablösen, die von den Banken garantiert wird.

AMS-Chef Alexander Everke, ein ehemaliger Siemens-Manager, warb um Berliens Zustimmung: „Gemeinsam können wir uns mit unseren erstklassigen Mitarbeitern, Produkten und Technologien als ein weltweit führender Anbieter von Sensorlösungen und Photonik etablieren und unseren Kunden erhebliche Vorteile bieten.“ Osram habe „in der Vergangenheit berechtigte Bedenken geäußert“, sagte Everke am Montag in einer Telefonkonferenz.

AMS erhofft sich von der Übernahme Einsparungen von 240 Millionen Euro im Jahr. „Wir verfolgen einen langfristigen Plan, der auf weiteren Investitionen und Wachstum basiert und den wir aus einer Position der Stärke heraus umsetzen können.“ Analysten machen sich seit längerem über die zu starke Abhängigkeit von AMS vom Großkunden Apple Sorgen. Zusammen mit Osram wäre die Autoindustrie mit 45 Prozent größter Umsatzbringer von AMS.

Neue Arbeitsplätze im Osram-Werk in Regensburg?

Der Chip-Hersteller interessiert sich vor allem für das Autozuliefer- und das Photonik-Geschäft von Osram. Nach einer Übernahme wollen die Österreicher im Osram-Werk in Regensburg neue Arbeitsplätze schaffen, indem die Produktion von „Front-End-LEDs“ dort gebündelt wird.

Ähnlich wie Bain und Carlyle sei auch AMS zu Standort- und Beschäftigungsgarantien bereit, hieß es in der Mitteilung. Am Osram-Sitz in München sollten „wichtige Funktionen“ erhalten bleiben.

Das Digital-Geschäft und das Verbraucher-Geschäft mit LED-Lampen soll nach den Vorstellungen von AMS aber verkauft werden. Bedingung für die Übernahme ist – wie bei Bain und Carlyle –, dass mindestens 70 Prozent der Osram-Aktionäre ihre Papiere verkaufen.

Ein Sprecher von Bain und Carlyle wollte sich zu dem drohenden Gegenangebot nicht äußern. Das vier Milliarden Euro schwere Angebot der beiden Finanzinvestoren, zu dem sie sich nach monatelanger Prüfung durchgerungen hatten, ist bereits in schweres Fahrwasser geraten.

Der größte Osram-Anteilseigner, der Vermögensverwalter Allianz Global Investors, hatte die 35 Euro als zu gering bezeichnet und angekündigt, die Offerte nicht anzunehmen. Damit schwanden die Chancen, auf 70 Prozent an Osram zu kommen.

Mehr: Der Leuchtmittelhersteller Osram schreibt weiter rote Zahlen. Der Vorstand rät seinen Aktionären zum Verkauf der Anteile.

  • rtr
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