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Übernahmeangebot Cadbury setzt Kraft unter Druck

Der britische Süßwarenkonzern Cadbury will nicht länger auf ein Übernahmeangebot von US-Konkurrent Kraft warten. Die Briten möchten die Amerikaner zwingen, nun endlich eine offizielle Offerte für den Schokoriesen vorzulegen - oder ihren Übernahmeversuch abzubrechen.
Cadbury erwartet ein Übernahmeangebot von Kraft. Quelle: ap

Cadbury erwartet ein Übernahmeangebot von Kraft.

(Foto: ap)

LONDON. In den festgefahrenen Übernahmekampf zwischen dem US-Nahrungsmittelriesen Kraft und dem britischen Rivalen Cadbury kommt Bewegung. Nach Informationen aus Finanzkreisen hat sich Cadbury an die britische Übernahmekommission gewandt. Diese soll Kraft verpflichten, eine offizielle Offerte für den Traditionskonzern vorzulegen, oder den Übernahmeversuch zumindest vorläufig abzubrechen.

Das britische Übernahmerecht sieht eine so genannte Put-up-or shut-up-Klausel vor. Danach könnte das Take Over Panel Kraft eine Frist setzen. Dann hätte der US-Konzern zwischen zwei und acht Wochen Zeit, um ein offizielles Angebot vorzulegen. Lassen die Amerikaner diese Frist verstreichen, wäre das nächste Angebot erst wieder in sechs Monaten möglich. Finanzkreisen zufolge will die Übernahmekommission innerhalb der nächsten 14 Tage entscheiden, ob sie dem Cadbury-Antrag zustimmt und Kraft eine Frist setzt.

Die Amerikaner haben Cadbury Anfang September ein Übernahmeangebot von 745 Pence je Aktie oder insgesamt 10,2 Mrd. Pfund unterbreitet. Bisher ist die Kaufofferte aber informell und muss von Kraft noch verbindlich gemacht werden.

Kraft will Cadbury schlucken, um im Süßwarengeschäft zum Konkurrenten Mars aufzuschließen. Die US-Gruppe Mars hatte 2008 den amerikanischen Kaugummikonzern Wrigley übernommen und war damit zum Weltmarktführer aufgestiegen. Kraft ist bisher relativ schwach im Süßwarengeschäft und würde mit dem Kauf von Cadbury sowohl bei Schokolade als auch bei Kaugummi mit Mars gleichziehen. Cadbury hatte die Offerte allerdings als viel zu niedrig abgelehnt. Man wolle nicht in einem "Konglomerat mit niedrigen Margen" untergehen, hatte Chairman Roger Carr klar gemacht.

Manoj Ladwa vom Londoner Broker ETX Capital zeigt sich vor allem vom Zeitpunkt des Cadbury-Antrags an die Übernahmekommission überrascht. "Dass der Konzern bereits so früh eine Entscheidung des Take over Panels sucht, könnte ein Indiz dafür sein, dass dem Management die Alternativen ausgehen", meinte der Analyst.

In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" scheint Cadbury-Chef Todd Stitzer tatsächlich Kompromissbereitschaft gegenüber Kraft anzudeuten. "Ich würde niemals behaupten, ein Zusammenlegen der Geschäfte mache keinerlei strategischen Sinn", sagte Stitzer. In manchen Regionen wie Europa oder Schwellenländern wie Brasilien, China und Russland würden sich die Konzerne ergänzen. Allerdings sei aus seiner Sicht die Zeit der großen Konglomerate vorbei. Diese Aussagen bedeuteten aber nicht, dass Cadbury seine negative Haltung gegenüber den unerwünschten Avancen von Kraft geändert habe, hieß es in Finanzkreisen.

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