Übernahmekampf Russen wollen für Potash bieten

BHP Billiton bekommt im Ringen um die Übernahme des kanadischen Düngeherstellers Konkurrenz. Ein Vorschlag des russischen Unternehmens Phosagro könnte dem Weltmarktführer einen Strich durch seine Pläne machen.
  • Florian Willershausen
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Potash Zugwagon: Der russische Düngemittelhersteller Phosagro könnte BHP Billiton in Sachen Übernahme einen Strich durch die Rechnung machen. Quelle: Reuters

Potash Zugwagon: Der russische Düngemittelhersteller Phosagro könnte BHP Billiton in Sachen Übernahme einen Strich durch die Rechnung machen.

(Foto: Reuters)

MOSKAU. Russische Industriepolitiker träumen seit geraumer Zeit davon, dass ein heimischer Rohstoffkonzern gegen den britisch-australischen Weltmarktführer BHP Billiton antritt. Dahinter steht ein alter Drang nach Größe - und nun lebt er wieder auf: Der russische Düngemittelhersteller Phosagro schlägt Regierungschef Wladimir Putin vor, ein Konsortium russischer Düngerhersteller ins Rennen um die Übernahme des kanadischen Branchenriesen Potash zu schicken.

Der Vorschlag aus Moskau kommt überraschend - und bringt die Pläne des Konzerns BHP Billiton durcheinander, der die Kontrolle über Potash anstrebt. Dessen aktuelles Gebot von knapp 39 Mrd. Dollar weisen die Kanadier als zu niedrig zurück; sie kämpfen gerichtlich gegen die feindliche Übernahme. Sollte Phosagro ein Angebot abgeben, würde dies zumindest die Preisvorstellungen von BHP Billiton über den Haufen werfen.

Für Russland wäre der Einstieg bei Potash vor allem ein strategischer Schachzug im Kampf gegen einen unangenehmen Wettbewerber. BHP Billiton, der weltgrößte Rohstoffkonzern, liefert sich seit Jahren harte Preiskämpfe mit russischen Unternehmen wie Norilsk Nickel, Rusal oder Sewerstal.

Außerdem fürchtet man in Russland die Marktmacht von BHP Billiton im Falle der Übernahme. Phosagro-Verwaltungsratschef Wladimir Litwinenko warnte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, eine Dominanz von BHP Billiton auf dem Markt für Kalidüngemittel habe "schlimme Folgen für unsere Hersteller. Wir könnten Teile unserer Märkte verlieren."

Die Frage ist nur, wie ein russisches Konsortium einen zweistelligen Milliardenbetrag auftreiben soll. Phosagro etwa zählt in Russland zu den kleineren und eher unauffälligeren Industriekonzernen mit einem Vorjahresumsatz von knapp 1,8 Mrd. Dollar. Das ist nicht einmal ein Drittel dessen, was bei BHP Billiton vorheriges Jahr als Nachsteuergewinn in die Portokasse floss.

Insofern schlägt Phosagro-Verwaltungsratschef Litwinenko vor, russische Kalihersteller könnten sich zusammentun und ein gemeinsames Gebot abgeben. Vermutlich blickt er dabei vor allem auf den Oligarchen Suleiman Kerimow, der bei den Unternehmen Uralkali und Silwinit größter Aktionär ist. Im Übrigen, so Litwinenko weiter, strebe man nicht unbedingt eine Übernahme an, auch eine Fusion oder schlicht der Erwerb von Anteilen an Potash sei denkbar.

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