Übernahmekampf Valeant erhöht Milliarden-Offerte für Botox-Hersteller

Sie wollen den Deal unbedingt – und er ist ihnen einiges wert: Das kanadische Unternehmen Valeant will sein bereits etliche Milliarden schweres Übernahmeangebot an die Aktionäre von Allergan noch einmal aufstocken.
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Das ist der Grund, weshalb sich andere Pharma-Konzerne um Allergan reißen: Das Mittel Botox, das wie hier im kosmetischen Bereich unter anderem gegen Falten eingesetzt wird. Quelle: AFP

Das ist der Grund, weshalb sich andere Pharma-Konzerne um Allergan reißen: Das Mittel Botox, das wie hier im kosmetischen Bereich unter anderem gegen Falten eingesetzt wird.

(Foto: AFP)

BangaloreDas kanadische Unternehmen Valeant will sein bislang 47 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für den kalifornischen Botox-Hersteller Allergan aufstocken. „Wir planen unsere Offerte zu verbessern, um unser Engagement zu zeigen, diesen Deal zum Abschluss zu bringen“, erklärte Valeant-Chef Michael Pearson am Dienstag in einem Brief an die Allergan-Aktionäre.

Die kanadische Pharmafirma war mit seiner bisherigen Offerte bei Allergan abgeblitzt. Erst am Montag hatte sie der Verwaltungsrat des Botox-Produzenten als zu niedrig abgelehnt. Bei Anlegern kam die Aussicht auf eine höhere Offerte gut an: Allergan-Aktien legten an der Wall Street rund ein Prozent zu.

Das Valeant-Management will seine neuen Vorschläge am 28. Mai erläutern. Das Unternehmen werde aber finanziell diszipliniert bleiben, erklärte Pearson. Der Konzern aus Quebec hatte sich mit Allergan-Großinvestor Bill Ackmann zusammengetan und war im April mit seinem Übernahmeplan vorgeprescht. Bislang bietet Valeant den Allergan-Aktionären 48,30 Dollar in bar plus 0,83 Valeant-Aktien je Allergan-Papier. Allergan hatte unter anderem die hohe Aktienkomponente als Risiko für die eigenen Anteilseigner gewertet. Denn nach Ansicht von Allergan ist unklar, wie die Wachstumsperspektiven von Valeant langfristig aussehen.

Die größten Deals in der Pharma-Branche
Platz 9 – Roche für Genentech – 47 Milliarden Dollar (2008)
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Das Schweizer Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche sicherte sich 2008 für 46,7 Milliarden Dollar die amerikanische Biotech-Firma Genentech. Die Übernahme gilt als Glückgriff, da Roche als weltweit führender Produzent von Krebsmedikamenten von der Genforschung Genentechs profitiert. Roches bekanntes Vogelgrippe-Medikament Tamiflu (hier im Bild) hingegen stand mehrfach in der Kritik. Der Schweizer Konzern soll Studien zur Wirksamkeit des Medikaments manipuliert haben.

Platz 8 – Pfizer für Pharmacia – 61 Milliarden Dollar (2002)
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Pfizer zum Ersten: 60,7 Milliarden Dollar in Aktien ließ sich der US-Pharmakonzern im Jahr 2002 die Übernahme des schwedischen Unternehmens Pharmacia kosten. Da nach der Fusion das Haarwuchsmittel Rogaine und die Potenzpille Viagra von einem Unternehmen hergestellt wurden, scherzte der damalige Pfizer-Chef Hank McKinnell (l.): „Rogaine und Viagra zusammen, was kann sich ein Mann mehr wünschen“.

Platz 7 – Pfizer für Wyeth – 65 Milliarden Euro (2009)
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Pfizer zum Zweiten: Rund 64,5 Milliarden Dollar bezahlten die New Yorker für Wyeth, das zum Zeitpunkt des Kaufs ebenfalls zu den zehn größten Pharmaunternehmen der Welt zählte. Mit der Übernahme baute Pfizer sein Portfolio aus, vor allem in Richtung Impfstoffe und Biotechnologie.

Platz 6 – Sanofi für Aventis – 65,6 Milliarden Dollar (2004)
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Nur auf dem Papier eine Fusion unter Gleichen: Für gut 65,6 Milliarden Dollar übernimmt der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthélabo das deutsch-französische Unternehmen Aventis. Es entsteht Sanofi-Aventis, der größte Medizinhersteller Europas. Die Fusion gilt als kurios, da Sanofi-Synthélabo vor der Übernahme deutlich kleiner als Aventis war. Später legte der Konzern mit Sitz in Paris den Beinamen Aventis wieder ab. Sanofi ist heute Weltmarktführer für Impfstoffe.

Platz 5 – Actavis für Allergan – 66 Milliarden Dollar (2014)
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Lange hatte sich der Botox-Hersteller Allergan gegen eine Übernahme durch den kanadischen Wettbewerber Valeant gewehrt. Dann schlug die Stunde von Actavis: Der amerikanische Branchenriese und Allergan einigten sich auf den Deal. Allergan wehrte dadurch die feindliche Übernahme durch Valeant ab. Für Actavis war der Zukauf ein Kraftakt, der Konzern war selbst kaum größer als sein Übernahmeziel.

Platz 4 – Abbott Laboratories spaltet sich auf – 67 Milliarden Dollar (2011)
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Das amerikanische Pharmaunternehmen Abbott Laboratories spaltete rund 66,6 Milliarden Dollar seines Kapitals in Aktien ab und lagert es zunächst in eine Tochtergesellschaft aus. Die Medizintechnik und Generikaproduktion wurde unter dem Namen „Abbott“ weitergeführt, die Sparten Spezialmedikamente und Biotechnologie hingegen unter dem neuen Namen „AbbVie“ ausgegliedert. Auch Abbotts Flaggschiff, das Arthritis-Medikament Humira, ging auf die neue Gesellschaft über. Im Januar 2013 wurde AbbVie schließlich komplett in die Unabhängigkeit entlassen und wird seitdem an der Wall Street unter dem Kürzel „ABBV“ gelistet.

Platz 3 – American Home Products für Warner-Lambert I – 76 Milliarden Dollar (1999)
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Rund 75,5 Milliarden Dollar betrug das Volumen bei der freundlichen Übernahme des amerikanischen Hygienekonzerns Warner-Lambert durch American Home Products (AHP). Dem Hygienekonzern gehörten seinerzeit unter anderem die Marken Wilkinson Sword und Listerine. Doch AHP überhob sich: Als der Deal schon als perfekt galt, betrat US-Branchenriese Pfizer die Bühne. Er unterbreitete den Aktionären von Warner-Lambert seinerseits ein feindliches Übernahmeangebot – und erhielt den Zuschlag. Eine Strafzahlung von 1,8 Milliarden Dollar von Pfizer versüßte AHP die Niederlage aber zumindest etwas.

Die Kanadier sind schon seit einiger Zeit groß auf Einkaufstour. Erst im vergangenen Jahr hatte Valeant den Kontaktlinsen-Hersteller Bausch & Lomb geschluckt. Bei einer Übernahme von Allergan hatte Valeant Einsparungen von 2,7 Milliarden Dollar jährlich in Aussicht gestellt - auch in der Forschung sollen die Kosten sinken.

  • rtr
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