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Ugur Sahin und Özlem Türeci Dieses Medizinerpaar entwickelt einen Covid-19-Impfstoff

Die Forscher hinter der Mainzer Firma Biontech arbeiten an einem Corona-Impfstoff und sind über Nacht weltbekannt geworden. Wer sind die beiden Wissenschaftler?
23.04.2020 - 19:10 Uhr 2 Kommentare
Plötzlich im Licht der Weltöffentlichkeit. Quelle: imago/Sämmer
Ugur Sahin und Özlem Türeci

Plötzlich im Licht der Weltöffentlichkeit.

(Foto: imago/Sämmer)

Mainz Viel Zeit für ihr Privatleben haben Ugur Sahin und Özlem Türeci derzeit nicht. Der Lebensmittelpunkt der beiden Ärzte ist gerade ihr Unternehmen. Ihre Mission: der Kampf gegen Covid-19.

Der 54-jährige Sahin ist CEO und Mitgründer von Biontech, seine ein Jahr jüngere Frau arbeitet dort als Chief Medical Officer. Seit das Paul-Ehrlich-Institut der Mainzer Firma diese Woche erlaubt hat, klinische Tests für einen Corona-Impfstoff durchzuführen, steht das Forscherpaar auf einen Schlag im Licht der Weltöffentlichkeit.

Das scheint sich auszuzahlen: Die an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Aktie gewann über Nacht fast 50 Prozent. Mit derzeit rund zwölf Milliarden Dollar ist Biontech fast dreimal so viel wert wie die in der Pandemie strauchelnde Lufthansa.

Gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer und dem chinesischen Unternehmen Fosun, die beide mit kleineren Anteilen an Biontech beteiligt sind, soll nun der Durchbruch in der Coronakrise gelingen.

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    Zwar forschen die Mainzer mit Pfizer schon länger an einem Influenza-Impfstoff. Trotzdem waren Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten bisher ein Randthema. Die Firma, die Sahin 2008 mit dem Immunologen Christoph Huber gründete, ist spezialisiert auf individualisierte Krebstherapien. Das Ziel: Abwehrreaktionen gegen Tumore in Zellen zu aktivieren.

    Die Pandemie zeigt: Sahin und Türeci sind nicht versteift auf eine Technologie. Schon als sie das erste Mal vom Virus hörten, waren sie überzeugt, im Kampf gegen Covid-19 einen Beitrag leisten zu können. 400 der 1300 Mitarbeiter sitzen nun rund um die Uhr an der Impfstoff-Entwicklung, im Dreischichtbetrieb, wie das „Manager Magazin“ schrieb.

    Mit Zwischenergebnissen rechnet Biontech Ende Juni. Sollte die erste Studie erfolgreich verlaufen, könnte im Herbst ein größerer Testlauf beginnen. Doch Sahin bremst die Euphorie: An eine Zulassung des Impfstoffs glaubt er nicht vor 2021. Trotzdem wäre das ein Rekordtempo: Neuentwicklungen von Impfstoffen dauern sonst Jahrzehnte. Nicht ohne Grund trägt das Projekt den Namen „Lightspeed“, Lichtgeschwindigkeit.

    Im Herzen Wissenschaftler

    Trotz seiner Chefrolle sieht Sahin sich in erster Linie als Wissenschaftler, lehrt weiterhin als Professor für experimentelle Onkologie an der Mainzer Universität. „Wir sind ein Technologieunternehmen, kein klassisches Pharmaunternehmen“, erklärte er einmal. „Unser Erfolg hängt davon ab, dass das, was wir uns technologisch und medizinisch vornehmen, auch funktioniert.“ 

    Sahin, der seine Firma gern mit dem E-Autobauer Tesla vergleicht, ist in der Onkologen-Community angesehen, erhielt 2019 für seine Forschungen den „Deutschen Krebspreis“. Sahin stammt aus dem Süden der Türkei, promovierte 1990 in Köln. Türecis Familie kommt aus Istanbul, der Vater arbeitete als Landarzt in Niedersachsen. Im Saarland, an der Universität Homburg, lernten sich die beiden kennen.

    Türeci gründete bereits 2001 mit anderen Partnern ihr erstes Unternehmen: Ganymed Pharmaceuticals. 2016 kaufte der japanische Pharmakonzern Astellas die Firma für 422 Millionen Euro – der bis dato größte Deal der noch jungen deutschen Biotechbranche. Ganymed entwickelte Antikörper für gezielte Krebstherapien.

    Bei Biontech sind auch die Hexal-Gründer Andreas und Thomas Strüngmann investiert. Ihrem Family Office gehört die Hälfte der Anteile. Auch Bill Gates hat Anteile. Ein gutes Fünftel der Aktien hält Sahin selbst. Damit ist er nach den Strüngmanns zweitgrößter Aktionär. Auf dem Papier ist Sahin damit nun mehr als zwei Milliarden Euro schwer.

    Viel bedeuten dürfte ihm das nicht. „Sahin hat nie die Monetarisierung in den Vordergrund gestellt“, sagte Thomas Strüngmann vergangenes Jahr im Handelsblatt-Interview. „Sein Traum deckt sich mit dem unsrigen, etwas Nachhaltiges, Bleibendes aufzubauen und grundlegend neue, bessere Therapien zu entwickeln.“ Sahin und Türeci seien „Ausnahmeerscheinungen“ mit dem, was sie an wissenschaftlichen Grundlagen für die Firma geschaffen haben – „und mit welcher Passion sie das vorantreiben“. 

    Mehr: Neue Technologien mischen den Impfstoff-Markt auf

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    2 Kommentare zu "Ugur Sahin und Özlem Türeci: Dieses Medizinerpaar entwickelt einen Covid-19-Impfstoff"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Brandt, das können Sie besser. Sie müssen unbedingt noch den Herrn Soros erwähnen, Bill Gates alleine reicht nicht aus. Und Chemtrails, die spielen sicher auch eine Rolle.
      Übrigens ist "Impstoff - check" und "Impfungen sind was tolles - check" ein Doppelcheck, dieses Schummelniveau ist selbst für ein Verschwörenöter zu plump.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Unterstellungen oder Verdächtigungen ohne Bezug oder glaubwürdige Argument, die durch keine Quelle gestützt werden, sind nicht erwünscht.

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