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Ulrich Hoppe AHK-Chef zu Brexit: „Die Unternehmen haben den Notfall geübt“

Der Geschäftsführer der deutsch-britischen Außenhandelskammer ist verhalten optimistisch – auch wenn er einen harten Brexit für wahrscheinlich hält.
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Der Chef der deutsch-britischen Außenhandelskammer befürchtet einen harten Brexit. Quelle: AHK London
Ulrich Hoppe

Der Chef der deutsch-britischen Außenhandelskammer befürchtet einen harten Brexit.

(Foto: AHK London)

Ist die Verlängerung der Brexit-Frist bis Oktober für die deutsch-britischen Wirtschaftsbeziehungen ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?
Mein Urteil fällt gemischt aus, mit einer Tendenz zum Positiven. Ein No-Deal-Brexit im Frühling wäre für die Unternehmen sehr teuer geworden. Insofern gibt es ein gewisses Aufatmen. Trotzdem ist weiterhin unklar, wie die Situation im Oktober aussehen wird. Man weiß nicht, wer auf Premierministerin Theresa May folgen wird. Aber mit dieser Unsicherheit muss man leben.

Ist die Gefahr eines ungeregelten EU-Austritts nun vom Tisch?
Nein, das Risiko eines harten Brexits ist sogar wieder gestiegen. Es ist zu erwarten, dass auf May ein Hardliner aus dem Brexit-Lager folgt. Der könnte unter Umständen eher das Risiko eines No-Deal-Brexits eingehen. Ich glaube immer noch nicht, dass es tatsächlich dazu kommt, aber das Risiko ist deutlich größer geworden. Wobei ich trotzdem derzeit davon ausgehe, dass es im Oktober zu einer Verlängerung um drei bis neun Monate kommen wird.

Wie ist angesichts dessen die Stimmung bei den deutschen Unternehmen?
Es ist weiterhin ein Abwarten. Viele schätzen ihre eigene Situation weiterhin eher positiv ein. Die Investitionsbereitschaft ist zwar nicht mehr so groß wie früher, grundsätzlich bleibt aber ein leicht positives Bild.

Warum halten die Firmen am britischen Markt fest?
Viele deutsche Firmen haben eine starke Stellung im Markt, die wollen sie natürlich nicht aufgeben, egal, wie der Brexit sich gestaltet. Die notwendigen Investitionen werden getätigt, aber alles Weitere wird von der Entwicklung der britischen Wirtschaft abhängen. Da gibt es allerdings, wie auch im Rest Europas, einen gewissen Pessimismus.

Hat das lästige Hin und Her inzwischen zu einem gewissen Gleichmut geführt?
Gleichmut wäre das falsche Wort. Viele sagen sich: „Wir haben uns jetzt schon einmal vorbereitet und wissen, wie die Vorbereitungen ablaufen müssen. Im Notfall müssen wir es eben noch mal machen, wenn im September erneut keine Lösung absehbar ist.“ Es gibt jetzt eine gewisse Übung darin.

Werden die Unternehmen sie brauchen? Oder rechnen sie schon vorher mit einer verlässlichen Entscheidung?
Die Gefahr ist groß, dass die Entscheidung wieder auf den letzten Drücker passiert. Vor der Sommerpause wird Großbritannien möglicherweise einen neuen Premierminister haben, wohl aber nicht zu einer neuen politischen Linie finden. Dies wird sicher nicht vor September der Fall sein. Dann bleibt nicht mehr viel Zeit.

Wen trifft der Brexit hierzulande stärker: große oder kleine Unternehmen?
Die Großunternehmen können sicher besser mit dem Brexit umgehen, sind durch ihre Lieferketten aber auch stärker davon betroffen. Die Folgen treffen Mittelständler eher indirekt – sie müssen sich daran orientieren, was ihre Großabnehmer machen. Für die Großkonzerne ist es ein enorm aufwendiges Analysieren und Sortieren der eigenen Lieferkette. Grundsätzlich kann man sagen: Der Brexit führt dazu, dass manche Wertschöpfungsketten vereinfacht werden, um den administrativen Aufwand zu verringern.

Mehr: Die deutschen Unternehmen können mit der Unsicherheit des Brexits leben, trotz hoher Zusatzkosten. Das Motto: lieber langsam, aber geordnet.

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