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Umfrage des VCI Corona-Pandemie bremst Forschung in der Chemie nur leicht

Trotz Coronakrise rechnen die Chemieriesen nicht mit einem Einbruch der Investitionen. Sie fordern aber bessere Rahmenbedingungen für die Forschung.
19.08.2020 - 15:36 Uhr Kommentieren
Wegen der Pandemie haben Firmen einige Entwicklungsprojekte nach hinten verschoben. Quelle: dpa
Forschung im Chemielabor

Wegen der Pandemie haben Firmen einige Entwicklungsprojekte nach hinten verschoben.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Neun Jahre in Folge stiegen die Ausgaben der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie für Forschung- und Entwicklung stetig. Doch in diesem Jahr dürfte der Trend von der Corona-Pandemie gestoppt werden. Der Branchenverband VCI geht davon aus, dass der 2019 erzielte Rekordwert von 13 Milliarden Euro nicht wieder erreicht wird.

„Unsere Forschungsaktivitäten bleiben von den massiven Auswirkungen der Pandemie nicht verschont“, sagte Thomas Wessel, Vorsitzender des Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung beim VCI. Denn im Zuge der Krise kürzen viele Unternehmen ihre Budgets im Bestreben, ausreichend Liquidität im Unternehmen zu halten.

Dennoch ist absehbar, dass die Pandemie die Forschung in der Chemie nur leicht bremsen wird und es zu keinem massiven Einbruch kommen wird. Denn den Unternehmen ist bewusst, dass sie für ihre Zukunftssicherung auf Innovationen angewiesen sind und die Arbeit an aussichtreichen Neuentwicklungen auch in Krisenzeiten nicht einstellen können.

Dies spiegelt sich in einer aktuellen Umfrage des VCI über die Pläne der Unternehmen. Rund 60 Prozent gaben an, an ihren Forschungsprojekten auch in der Corona-Wirtschaftskrise festhalten zu wollen. 30 Prozent wiederum wollen Projekte um ein paar Monate nach hinten verschieben. Nur zwei Prozent streichen einzelne Vorhaben ganz.

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    Diese Tendenz zeigt sich vor allem bei den Großunternehmen, die ihre Liquiditätslage in der Krise oftmals einfacher verbessern können, ohne in den F&E-Budgets im größeren Stil streichen zu müssen. So treibt etwa Evonik neuartige Verfahren voran, um die Herstellung von grünem Wasserstoff günstiger zu machen. Lanxess arbeitet intensiv an der neuartigen Gewinnung von Lithium für Batterien.

    Biotechnologie gegen das Coronavirus

    Aus beiden Projekten könnten sich potenziell starke Geschäfte entwickeln. Kleineren Chemiefirmen, die stark von der Krise getroffen sind und weniger internen Umsatzausgleich haben, fällt es hingegen schwerer, beim Sparen die F&E-Abteilung außen vorzulassen. Auch Start-ups klagen über ausbleibende Aufträge von den Chemieunternehmen.

    „Wir dürfen jetzt aber nicht in eine Schockstarre verfallen“, sagte Wessel, denn der Innovationswettbewerb vor allem mit der aufstrebenden asiatischen Chemieindustrie wird durch die Pandemie sicher nicht gemindert. Die Branche erhofft sich zudem von der Pandemie einen positiven Effekt: nämlich dass sich die Akzeptanz moderner Forschungsmethoden in Deutschland verbessert.

    Die Suche nach einem Impfstoff und nach Medikamenten gegen das Virus hat viele Menschen erstmals dazu gebracht, über die Bedeutung von Forschung nachzudenken“, sagte Wessel. Dieses Bewusstsein müsse genutzt werden, um die Rahmenbedingungen für Forschung in Deutschland zu verbessern. Er spielt dabei auch auf die Diskussion um moderne Gentechnik an.

    Chemie- und Pharmaunternehmen beklagen seit Längerem eine zu emotional und wenig rational geführte Debatte in Deutschland über Chancen der Bio- und Gentechnik. „In der Pandemie zeigt sich, welche entscheidende Rolle diese Technologie in der Medizin spielt: In Rekordzeit konnten Wissenschaftler und Unternehmen das Genom des neuen Coronavirus entschlüsseln“, argumentiert Wessel.

    Dank Gentechnik seien zudem an zwei der aussichtsreichsten Impfstoffprojekte deutsche Unternehmen beteiligt. Deutschland müsse den Schwung nutzen, um sich in der Biotechnologie eine Spitzenposition zu erarbeiten.

    Mehr: Hoffnung für die Weltwirtschaft: Chemiebranche befreit sich aus der Coronakrise.

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