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Umsatzplus erwartet Gute Stimmung in der Chemiebranche

Auch wenn der Chemiekonzern Evonik gerade die Entscheidung über den Börsengang wegen der unsicheren Märkte verschoben hat – die Stimmung in der Chemiebranche in Deutschland ist grundsätzlich positiv, zeigt eine Studie.
11.06.2012 - 21:04 Uhr Kommentieren
Eine Laborantin betrachtet eine Probe in einem Reagenzglas. Quelle: dapd

Eine Laborantin betrachtet eine Probe in einem Reagenzglas.

(Foto: dapd)

Frankfurt Die große Mehrheit der Befragten rechnet in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen und Gewinnen. Das zeigt eine exklusiv dem Handelsblatt vorliegende Branchenumfrage unter 300 Managern aus Chemieunternehmen in Deutschland von der Beratungsgesellschaft Camelot. Rund 70 Prozent der Chemiemanager bewerten zudem die Standortbedingungen in Europa als „gut“ oder „eher gut“. „Die Krise des Euro-Raums lässt die deutsche Chemiebranche noch weitgehend unbeeindruckt – die Zufriedenheit mit dem Standort Deutschland ist nach wie vor sehr hoch“ kommentiert Josef Packowski, Managing Partner bei Camelot Management Consultants, die Ergebnisse. Konkret bewerten 93 Prozent der Befragten den Standort Deutschland positiv.

Rund die Hälfte der befragten Chemiemanager erwartet sogar eine Umsatzsteigerung von mehr als fünf Prozent für ihr Unternehmen. Weitere 38 Prozent rechnen mit einem Umsatzplus zwischen einem und fünf Prozent. Nur neun Prozent der Befragten gehen von einem moderaten Umsatzrückgang aus. 

Damit erreicht die seit fünf Jahren von der Beratungsgesellschaft Camlot und der Fachzeitungs CHEManager durchgeführte Umfrage ähnlich positive Werte wie zu Zeiten der Hochkonjunktur der Chemie im Jahr 2007. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Umfrage im Mai durchgeführt wurde - vor der Zuspitzung der Bankenkrise in Spanien. Als größtes Wachstumsrisiko für die Branche sehen die Befragten nicht etwa die Euro-Krise, sondern die steigenden Energiepreise an.

Auch der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hatte sich zuletzt recht optimistisch zur Lage geäußert. Die Wachstumsdelle zum Ende vergangenen Jahres hatte die Branche überwunden, in den ersten drei Monaten 2012 zog die Produktion gegenüber dem Vorquartal wieder um 1,5 Prozent an. Im Vergleich zum Vorjahr lag das Produktionsniveau der Branche im ersten Quartal aber dennoch unter dem des Vorjahres. Denn 2011 war die deutsche Chemieindustrie sehr stark in das Jahr gestartet, was dazu führte, dass die Branche auch im gesamten Jahr ein neues Rekordniveau mit 184,2 Milliarden Euro Umsatz erreicht hat. Allein um das Niveau in diesem Jahr zu halten, muss die Chemieproduktion bis zum Jahresende von Quartal zu Quartal wachsen. Der VCI geht bei seiner Prognose für 2012 bislang von einem Umsatzwachstum um ein Prozent auf 186 Milliarden Euro aus.

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